Verlegung des Heilbronner Pferdemarktes in die Wertwiesen ist ein Armutszeugnis
Die Verlegung des Heilbronner Pferdemarkts in den Wertwiesenpark ist ein Rückschritt, meint unser Autor. Aus Angst vor Risiken droht der Verlust eines traditionsreichen Stadtfestes im Herzen Heilbronns.
„Wir lassen uns unsere Art zu leben nicht nehmen“, sagen Politiker und Kommentatoren nach jedem Terroranschlag, der das Land in Trauer versetzt. Das war auch nach dem Anschlag in Magdeburg vor einem Jahr so. Doch was ist seither geschehen?
Die Stadt Heilbronn hat sicherheitstechnisch aufgerüstet und gibt in einem Jahr rund 800.000 Euro für zertifizierte Straßensperren aus, die einen mit einem Auto durchgeführten Anschlag verhindern. Der Käthchen-Weihnachtsmarkt war gesichert wie eine Festung, mit unzähligen Betonkästen, breiten Gittersperren und mobilen Pollern. Wer über die Kaiserstraße spazierte, tat sich schwer, weihnachtliche Gefühle zu entwickeln.
Heilbronner Pferdemarkt im Wertwiesenpark: Verlegung ins Abseits
Und nun wird noch der Heilbronner Pferdemarkt verlegt, weil kein Kommunalpolitiker das Risiko eingehen will, das auf dem weitläufigen Gelände etwas passieren könnte. Also weit weg mit dem ältesten Traditionsfest, das ins Zentrum der Stadt gehört. Dabei sind Fahrzeuge nur eine Möglichkeit, Anschläge zu verüben, wie wir leidvoll erfahren haben.

Was kommt also als Nächstes: Die Abschaffung des Pferdemarktes, des Lichterfests und am Ende gar des Weihnachtsmarktes? Das Undenkbare wird denkbar, weil wir immer mutloser werden. Und in Heilbronn verkauft die HMG es als Erfolg, wenn zum neuen Pferdemarkt 60.000 statt der üblichen 200.000 Besucher kommen. Darauf muss man erstmal kommen.
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Kommentare
Thomas Künzel am 31.12.2025 07:40 Uhr
Wer sagt den das ausgerechnet am Pferdmarkt ein Anschlag verübt werden muß. Die Fußgängerzone ist das ganze Jahr ungeschützt. Jede Bushaltestelle ist ein Risiko. Vielleicht ist das auch nur ein Vorwand den Pferdemarkt abzuschaffen. Erst wird er ins Nirgendwo verlegt. Danach wird sich über einen Besucherrückgang beklagt. Um ihn als Unwirtschaftlich abzuschaffen.
Benedikt Müssig am 29.12.2025 15:36 Uhr
Wir haben uns unsere Art zu leben definitiv nehmen lassen. Wenn man sich überlegt, wie viele große Events deutschlandweit jährlich statt finden und wie unglaublich selten so eine schlimme Tragödie passiert - auch vor der zusätzlichen Absicherung, dann ist das Risiko doch eigentlich recht überschaubar. Momentan versucht man alles abzusichern und in Watte zu packen, ohne den Preis für das Lebensgefühl zu berücksichtigen.
Ronald Weber am 29.12.2025 09:45 Uhr
Herrn Schoch hatte ich es schon auf LinkedIn kommentiert: Man braucht halt gesunden Menschenverstand und etwas A... in der Hose. An beidem scheint es in Heilbronn zu mangeln. So killt man das letzte bisschen Attraktivität, das Heilbronn für Besucher noch hatte. Vielleicht sollte sich Herr Schwarz lieber eine andere Stadt suchen, die er fördert.