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Heilbronn startet Großprojekt Nordumfahrung und Ausbau Neckartalstraße

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Die Stadt Heilbronn hat mit dem ersten Bauabschnitt der Nordumfahrung und dem vierspurigen Ausbau der Neckartalstraße begonnen. Das 57-Millionen-Euro-Projekt soll bis Sommer 2028 fertig sein.


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Für eine Kommune in der Größenordnung Heilbronns ist es ein Riesenprojekt: der erste Bauabschnitt der Nordumfahrung und der vierspurige Ausbau der Neckartalstraße. Mit veranschlagten 57 Millionen Euro Gesamtkosten ist es eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahrzehnte. Im Sommer 2028 soll es fertiggestellt sein. „Das ist ein ambitionierter Zeitplan, aber dank der guten Vorarbeiten auch ein realistischer“, sagt Thomas Feiert, Leiter des Amts für Straßenwesen.

Die Bauabschnitte zwei und drei sollen anschließend folgen. Läuft alles nach Plan, stehen die Finanzierungen, gibt es keine böse Überraschungen im Untergrund, keine größeren wetterbedingten Verzögerungen, dann könnte die komplette Nordumfahrung der Stadtteile Frankenbach und Neckargartach von der B39 bis zur Neckartalstraße 2033 fertiggestellt sein. 

Eine von zwei Brückenbauten im Rahmen des Mammutprojekts: So soll die Feldwegbrücke "Am Näpfle" nach Fertigstellung aussehen.
Eine von zwei Brückenbauten im Rahmen des Mammutprojekts: So soll die Feldwegbrücke "Am Näpfle" nach Fertigstellung aussehen.  Foto: Visualisierung: Stadt Heilbronn/Planungsbüro IG Bauen

Nordumfahrung Heilbronn: Spezial-Tiefbauarbeiten haben in dieser Woche begonnen

Die reinen Straßenbauarbeiten sind dabei der kleinste Teil der Aufgabe. Zeitintensiv sind vor allem die beiden Brückenbauten, die parallel in Angriff genommen wurden. Die 90 Meter lange „Wächtelestalbrücke“ wird Teil der Nordumfahrung und überspannt den namensgebenden Wächtelesgraben. Die Feldwegbrücke „Am Näpfle“ überspannt die Nordumfahrung und dient der Rad- und Fußweg-Anbindung an das Ipai-Gelände sowie der Landwirtschaft. Seit Wochenbeginn laufen die Spezial-Tiefbauarbeiten für die Brückenpfeiler.

„Weil wir mehrere Bauwerke parallel herstellen, sind Terminplanung, Schnittstellenmanagement und Bauabläufe anspruchsvoll“, sagt Bauleiterin Louisa Lipski von der zuständigen Firma Wolff & Müller laut einer Pressemitteilung. Neben den beiden Brücken wird zwischen der Böllinger Straße und der Wimpfener Straße auch noch ein Regenüberlaufbecken errichtet. Hinzu kommet noch der Ersatzneubau einer bereits bestehenden Fuß- und Radwegunterführung an der Neckartalstraße. 

Ipai erweist sich als Katalysator des jahrzehntealten Projekts 

Die ersten Pläne einer Nordumfahrung zur Entlastung der Heilbronner Stadtteile Neckargartach und Frankenbach reichen mehr als fünf Jahrzehnte zurück. Lange Zeit genoss dieses Projekt keine Priorität. Der große Beschleuniger heißt im Endeffekt Ipai. Der Innovationspark Künstliche Intelligenz als Heilbronner Prestige- und Zukunftsprojekt Nummer eins benötigt eine entsprechende Verkehrsanbindung. Die soll zumindest in westliche Richtung zu den Böllinger Höfen bis Mitte 2027 realisiert sein. „Wir arbeiten sehr eng und synchronisiert mit dem Ipai zusammen“, betont Projektleiter Carsten Schwotzer. 

Die Verknüpfung der Nordumfahrung mit dem Ausbau der Neckartalstraße sorgte für einen weiteren planerischen Priorisierungsschub. Auf einer Länge von 1,4 Kilometern an der Rampe zur Neckargartacher Brücke im Süden bis zum nördlichen Knotenpunkt mit der Wimpfener Straße wird die L1100 im laufenden Betrieb vierspurig ausgebaut. Das gleicht einer „Operation am offenen Herzen“, hatte Schwotzer schon im Mai 2025 bei der Projektvorstellung im Frankenbacher Bezirksbeirat eindrücklich formuliert. 

Erste Verkehrseinschränkungen auf der Neckartalstraße in den Sommerferien 

Spürbare Einschränkungen für Autofahrer ergeben sich aber erst ab den Sommerferien. Erst dann müssen Geschwindigkeiten reduziert, Fahrspuren verengt oder zeitweise gesperrt werden. Grundsätzlich soll der Verkehr aber durchgängig in beide Richtungen fließen. „Eine Baustelle ist nie eine Vereinfachung der Ist-Situation“, stellt Amtsleiter Feiert klar und versichert: „Wir werden aber über jeden größeren Eingriff rechtzeitig informieren.“




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