Nach dem Tod eines Zwölfjährigen in Niedernhall: Mordprozess startet am Mittwoch
Ein 18 Jahre alter Mann soll am 11. September 2025 in Niedernhall einen zwölf Jahre alten Jungen totgefahren haben. Ab Mittwoch muss er sich wegen Mordes vor dem Heilbronner Landgericht verantworten.
Der Tod eines zwölfjährigen Jungen am 11. September 2025 auf dem Edeka-Parkplatz in Niedernhall hat weit über die Region hinaus für große Betroffenheit gesorgt. Ein damals 18 Jahre alter Mann soll das Kind nach einem Streit mit seinem Pkw überfahren haben. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Mordes an. Prozessauftakt ist am Mittwoch, 11. März, um 9 Uhr im Heilbronner Landgericht.
Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Kind gezielt überfahren haben. Der Junge starb noch am Tatort. Das Motiv ist offenbar nach wie vor ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft geht aber von niedrigen Beweggründen aus. Die Anklage lautet deshalb auf Mord.
Dem mutmaßlichen Mord in Niedernhall soll ein Streit vorausgegangen sein
Der Tat soll ein Streit zwischen dem Angeklagten und dem späteren Todesopfer auf dem Parkplatz vorausgegangen sein. Worum es bei der Auseinandersetzung ging, ist bis heute offenbar unklar. Ebenso wie der Grund, warum der mutmaßliche Mörder sich nach dem Streit in sein Auto gesetzt und gezielt auf den Jungen zugefahren sein soll, nachdem sich dieser bereits gemeinsam mit seinem 13 Jahre alten Freund entfernt habe.
Der damals 13 Jahre alte Junge blieb unverletzt. Neben dem Freund des Opfers könnte auch der damals 16 Jahre alte Begleiter des Angeklagten Licht ins Dunkel bringen. Sie sollen an einem der nachfolgenden Verhandlungstage im Prozess gehört werden.
Tat in Niedernhall: Der Angeklagte wurde noch an Ort und Stelle verhaftet
Mehre Passanten hatten den Vorfall auf dem Edeka-Parkplatz beobachtet und daraufhin die Polizei gerufen. Der mutmaßliche Täter wurde noch an Ort und Stelle verhaftet und dem Haftrichter vorgeführt. Seit dem 12. September 2025 sitzt er in Untersuchungshaft.
Die 15. Große Jugendkammer des Landgerichts hat für den Prozess elf Verhandlungstage angesetzt. Neben dem Verteidiger und den Nebenklägern sowie deren anwaltliche Vertreter sind 48 Zeugen und drei Sachverständige geladen.
Die Tat hat weit über Niedernhall große Betroffenheit ausgelöst
Die Tat hat weit über Niederhall hinaus große Betroffenheit ausgelöst. Fremde Menschen nahmen sich Tage danach am mutmaßlichen Tatort in den Arm. Auf dem Parkplatz legten sie Blumen nieder und stellten Kerzen auf.
Zum Prozessauftakt am Mittwoch verliest der Vertreter der Staatsanwaltschaft zunächst die Anklageschrift. Danach hat der Angeklagte üblicherweise die Möglichkeit, Angaben zu seiner Person und zu den Vorwürfen zu machen. Vorgesehen ist am ersten Prozesstag zudem, dass am Nachmittag ab 13.30 Uhr ein Polizeibeamter als Zeuge gehört wird. Die Kammer wird außerdem im Laufe des Vormittags entscheiden müssen, ob Teile der Hauptverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet oder nicht.
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