„Habe dieses Genöle satt“: Hitzige Debatte über neues Müllsystem in Heilbronn
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Die Umstellung auf das neue Müllsystem erhitzt die Gemüter in Heilbronn. In den sozialen Medien machen Stimme-Leser ihrem Ärger Luft. Doch so manchem gehen die Schimpftiraden zu weit.
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In den sozialen Medien machen Stimme-Leser ihrem Frust Luft. Während die einen unter anderem drohende Mehrkosten, mehr illegalen Müll und pures Chaos prophezeien, schütteln andere dagegen über die helle Aufregung den Kopf.
Kritik an neuem Müllsystem in Heilbronn: „Dafür muss extra ein Unterstand gebaut werden“
„Schrottsystem!“ – als solches bezeichnet etwa ein Stimme-Leser auf Instagram die Müll-Änderung im Heilbronner Raum. Für Mehrparteienhäuser handele es sich um eine „Riesenumstellung“, schreibt er. Und berichtet: „Bei uns hier am Haus muss dafür sogar extra ein Unterstand gebaut werden in einer fünfstelligen hohen Summe an Kosten, sodass diese großen (Tonnen, Anmerkung der Redaktion) in einem abgeschlossenen Bereich abgestellt werden können.“
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Der Leser ergänzt, dass es bei der Größe und Zahl der Behälter auf die Anzahl der Wohneinheiten ankomme. „Bei 35 Parteien katastrophal.“ Bei einem anderen Nutzer würden 12 Parteien im Haus wohnen, wie dieser schreibt. Die Mülltonne stehe dort vor der Tür. „Mal gespannt, wer da alles und vor allem was reinwirft.“
Eine Stimme-Leserin berichtet, bei ihr stünde die Müll-Umstellung erst Anfang Februar an. Und ergänzt ironisch: „Ist toll, sechs Tonnen hier rumstehen zu haben.“
„Jetzt wird’s noch schlimmer“: Sorge vor mehr illegalem Müll in Heilbronn
Das neue Abfall- und Gebührensystem in Heilbronn weckt bei einigen Lesern eine weitere Befürchtung: die vor noch mehr illegalem Müll. Eine Leserin prophezeit: „Das wird eine Katastrophe... So viel Müll überall und jetzt wird’s noch schlimmer.“
Darum geht es
Ab dem 1. Januar 2026 führt Heilbronn ein neues Abfall- und Gebührensystem ein. Die alten Restmüll- und Biotonnen werden gegen neue mit elektronischem Chip getauscht, damit jede Leerung erfasst und die Gebühren über den Grundstückseigentümer berechnet werden. Nach und nach werden die alten Tonnen ab Mitte Januar eingesammelt, in einigen Stadtteilen bis Ende März. 40- und 80-Liter-Tonnen wird es in Heilbronn nicht mehr geben.
Ein weiterer Instagram-Nutzer teilt die Sorge. „Damit wird nur erreicht, dass die illegale Müllentsorgung zunimmt und abgelegene Orte und Straßenränder zur Ersatzmüllhalde mutieren.“ Seiner Meinung nach könne bei dem Umstieg auf das neue System „keinesfalls die Rede von einer Umweltschonung sein“. Er verweist darauf, dass auch für die Anfertigung der neuen Tonnen Energie aufgewendet werden müsse, die mit der Verwendung der alten Tonnen nicht angefallen wäre. Für ihn sei das „ein fragwürdiger Systemwandel.“
Neues Müllsystem in Heilbronn: Kritik an möglichen Kosten und Kommunikation
Doch nicht nur in Heilbronn scheint der Ärger zu schwelen. Eine Leserin berichtet, dass in Bad Rappenau die alten Tonnen „sogar erst im März 2026“ abgeholt werden würden. Sie schreibt, sie habe bislang keine gelben Tonnen erhalten. Bei einer weiteren Leserin stehe die Umstellung ebenfalls zu diesem Zeitpunkt an, wie sie schreibt. „Bin gespannt, wie das alles wird und ob überhaupt alle Tonnen geleert werden.“
Doch nicht nur die fehlenden Tonnen sorgen für Unmut, sondern auch die möglichen Mehrkosten. Ein Leser schimpft: „Das ist abnormal, die Bürger zu zwingen, das zu bezahlen, was man nicht braucht.“ Er habe eine 40-Liter-Mülltonne besessen, die er aufgrund von Mülltrennung „kaum genutzt“ habe. „Jetzt soll ich 60 Liter bezahlen, was soll das, Heilbronn?“
Auch die Kommunikationspolitik der Stadt Heilbronn rund um die Müll-Umstellung wird von einzelnen Stimme-Lesern kritisiert. Ein Nutzer schreibt etwa von „Chaos“, da weiterhin Rest- sowie Biotonnen fehlen würden. „Keine Info, ob und wann die überhaupt kommen.“ Die alten Tonnen würden, so der Nutzer, erst im März abgeholt werden. „Wo sollen die bis dahin hingestellt werden?“
Nicht alle teilen Kritik an Müll-Umstellung in Heilbronn – „habe dieses Genöle satt“
Nur Probleme also mit dem neuen Abfall-System? Nicht ganz. Bei einigen Stimme-Lesern hat die Umstellung offenbar reibungslos funktioniert. „Ich habe kein Problem“, berichtet etwa ein Instagram-Nutzer. Bei ihm sei der Restmüll am 23. Dezember abgeholt worden, die Biotonne letztmalig am 31. Dezember. Seine alten Tonnen würden am 11. Januar abgeholt werden. Allerdings gibt auch er zu: „Was mit Sicherheit eine Herausforderung war/ist, ist bei Mehrfamilienhäusern.“
Ein anderer Leser findet: „Wurde gut kommuniziert und der Wechsel ordentlich organisiert.“ Das neue System sei seiner Meinung nach „einfach zu verstehen und wurde verständlich erklärt“. Außerdem „regt es sogar zur Müllvermeidung an“. Am Ende wird der Nutzer deutlich – und wendet sich an die Kritiker. „Ich habe dieses ewige Genöle von vielen hier satt“, schimpft er. „Egal, was gemacht wird, es ist schlecht.“ Und schließt: „Das ist so unfassbar grausam, wie hier gejammert wird.“
Meine Mutter hatte bislang eine 40l-Tonne, die alle 4 Wochen abgeholt wurde. Das reichte vollkommen aus. Gebühren: 40 Euro im Jahr. Diese 40l-Tonnen wurden nun abgeschafft. Sie muss eine 60l-Tonne nehmen. Gebühren: 120 Euro im Jahr!
Diese Gebührenerhöhung ist abartig. Nur, damit neue Tonnen und Chips finanziert werden können. Das ist doch Wahnsinn für ein Dorf wie Heilbronn. Meine Mutter muss nun unter den erhöhten Kosten leiden. Heilbronn hat völlig den Verstand verloren.
Es geht nicht um haltloses Genöle. Denn das neue Müllsystem diskriminiert die Menschen, die unverschuldet mehr Hausmüll haben. Das sind bspw. chronisch schwer kranke und Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen mit großen Mengen an Inkontinenzartikeln und anderen medizinischen Abfällen . Durch die erhöhten Gebühren und die verringert Abfuhrzeiten ist es eine versteckte Teuerung auf Kosten dieser Personengruppen. Gerade diese sind häufig ohnehin von Armut bedroht.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe sehr aufmerksam den Artikel in Bezug auf die Müllsituation in Heilbronn gelesen. Nachdem ich heute auf dem Recycling Hof in Ilsfeld war, kommen mir erhebliche Zweifel ander Kompetenz der Verantwortlichen im Landratsamt. Bisher war es so, daß die Bürgerinnen und Bürger den Müll verantwortungsvoll getrennt haben. Heute musste ich feststellen, daß der gesamte Plastikmüll in einen Container geworfen wurde. Keine Becher, Flaschen, Tetrapack und Folien separat sondern alles in einen Container! Haben die Grüne Landesregierung und die verantwortlichen vom Landratsamt und in den letzten Jahren belogen? Warum machen wir uns soviel Arbeit mit der Mülltrennung wenn alles verbrannt wird? Denn, ein aussortieren aus diesen Containern nicht mehr möglich. Vielleicht finden Sie ja jemanden im Landratsamt der darauf antworten kann? Die Mitarbeiter des Recycling Hof Ilsfeld haben auch nur fassungslos den Kopf geschüttelt und hatten keine Antwort parat. Mit freundlichen Grüßen Lutz Meyer
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Kommentare
F. D. am 05.01.2026 18:06 Uhr
Meine Mutter hatte bislang eine 40l-Tonne, die alle 4 Wochen abgeholt wurde. Das reichte vollkommen aus. Gebühren: 40 Euro im Jahr. Diese 40l-Tonnen wurden nun abgeschafft. Sie muss eine 60l-Tonne nehmen. Gebühren: 120 Euro im Jahr!
Diese Gebührenerhöhung ist abartig. Nur, damit neue Tonnen und Chips finanziert werden können. Das ist doch Wahnsinn für ein Dorf wie Heilbronn. Meine Mutter muss nun unter den erhöhten Kosten leiden. Heilbronn hat völlig den Verstand verloren.
Verena Niethammer am 02.01.2026 17:40 Uhr
Es geht nicht um haltloses Genöle.
Denn das neue Müllsystem diskriminiert die Menschen, die unverschuldet mehr Hausmüll haben. Das sind bspw. chronisch schwer kranke und Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen mit großen Mengen an Inkontinenzartikeln und anderen medizinischen Abfällen . Durch die erhöhten Gebühren und die verringert Abfuhrzeiten ist es eine versteckte Teuerung auf Kosten dieser Personengruppen. Gerade diese sind häufig ohnehin von Armut bedroht.
Lutz Meyer am 02.01.2026 16:14 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe sehr aufmerksam den Artikel in Bezug auf die Müllsituation in Heilbronn gelesen. Nachdem ich heute auf dem Recycling Hof in Ilsfeld war, kommen mir erhebliche Zweifel ander Kompetenz der Verantwortlichen im Landratsamt. Bisher war es so, daß die Bürgerinnen und Bürger den Müll verantwortungsvoll getrennt haben. Heute musste ich feststellen, daß der gesamte Plastikmüll in einen Container geworfen wurde. Keine Becher, Flaschen, Tetrapack und Folien separat sondern alles in einen Container! Haben die Grüne Landesregierung und die verantwortlichen vom Landratsamt und in den letzten Jahren belogen? Warum machen wir uns soviel Arbeit mit der Mülltrennung wenn alles verbrannt wird? Denn, ein aussortieren aus diesen Containern nicht mehr möglich. Vielleicht finden Sie ja jemanden im Landratsamt der darauf antworten kann? Die Mitarbeiter des Recycling Hof Ilsfeld haben auch nur fassungslos den Kopf geschüttelt und hatten keine Antwort parat.
Mit freundlichen Grüßen
Lutz Meyer