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„Habe dieses Genöle satt“: Hitzige Debatte über neues Müllsystem in Heilbronn

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Die Umstellung auf das neue Müllsystem erhitzt die Gemüter in Heilbronn. In den sozialen Medien machen Stimme-Leser ihrem Ärger Luft. Doch so manchem gehen die Schimpftiraden zu weit.


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Neue Mülltonnen – viel Ärger. Die Umstellung auf das neue Abfall- und Gebührensystem ab 2026 wird seit der Ankündigung emotional diskutiert. Einige Haushalte in Heilbronn warten noch immer auf ihre Behälter, wohingegen 60.000 Tonnen, ausgestattet mit elektronischem Chip, bereits verteilt wurden. 

In den sozialen Medien machen Stimme-Leser ihrem Frust Luft. Während die einen unter anderem drohende Mehrkosten, mehr illegalen Müll und pures Chaos prophezeien, schütteln andere dagegen über die helle Aufregung den Kopf.

Kritik an neuem Müllsystem in Heilbronn: „Dafür muss extra ein Unterstand gebaut werden“

„Schrottsystem!“ – als solches bezeichnet etwa ein Stimme-Leser auf Instagram die Müll-Änderung im Heilbronner Raum. Für Mehrparteienhäuser handele es sich um eine „Riesenumstellung“, schreibt er. Und berichtet: „Bei uns hier am Haus muss dafür sogar extra ein Unterstand gebaut werden in einer fünfstelligen hohen Summe an Kosten, sodass diese großen (Tonnen, Anmerkung der Redaktion) in einem abgeschlossenen Bereich abgestellt werden können.“

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Der Leser ergänzt, dass es bei der Größe und Zahl der Behälter auf die Anzahl der Wohneinheiten ankomme. „Bei 35 Parteien katastrophal.“ Bei einem anderen Nutzer würden 12 Parteien im Haus wohnen, wie dieser schreibt. Die Mülltonne stehe dort vor der Tür. „Mal gespannt, wer da alles und vor allem was reinwirft.“

Eine Stimme-Leserin berichtet, bei ihr stünde die Müll-Umstellung erst Anfang Februar an. Und ergänzt ironisch: „Ist toll, sechs Tonnen hier rumstehen zu haben.“

„Jetzt wird’s noch schlimmer“: Sorge vor mehr illegalem Müll in Heilbronn

Das neue Abfall- und Gebührensystem in Heilbronn weckt bei einigen Lesern eine weitere Befürchtung: die vor noch mehr illegalem Müll. Eine Leserin prophezeit: „Das wird eine Katastrophe... So viel Müll überall und jetzt wird’s noch schlimmer.“ 

Darum geht es

Ab dem 1. Januar 2026 führt Heilbronn ein neues Abfall- und Gebührensystem ein. Die alten Restmüll- und Biotonnen werden gegen neue mit elektronischem Chip getauscht, damit jede Leerung erfasst und die Gebühren über den Grundstückseigentümer berechnet werden. Nach und nach werden die alten Tonnen ab Mitte Januar eingesammelt, in einigen Stadtteilen bis Ende März. 40- und 80-Liter-Tonnen wird es in Heilbronn nicht mehr geben. 

Ein weiterer Instagram-Nutzer teilt die Sorge. „Damit wird nur erreicht, dass die illegale Müllentsorgung zunimmt und abgelegene Orte und Straßenränder zur Ersatzmüllhalde mutieren.“ Seiner Meinung nach könne bei dem Umstieg auf das neue System „keinesfalls die Rede von einer Umweltschonung sein“. Er verweist darauf, dass auch für die Anfertigung der neuen Tonnen Energie aufgewendet werden müsse, die mit der Verwendung der alten Tonnen nicht angefallen wäre. Für ihn sei das „ein fragwürdiger Systemwandel.“

Neues Müllsystem in Heilbronn: Kritik an möglichen Kosten und Kommunikation

Doch nicht nur in Heilbronn scheint der Ärger zu schwelen. Eine Leserin berichtet, dass in Bad Rappenau die alten Tonnen „sogar erst im März 2026“ abgeholt werden würden. Sie schreibt, sie habe bislang keine gelben Tonnen erhalten. Bei einer weiteren Leserin stehe die Umstellung ebenfalls zu diesem Zeitpunkt an, wie sie schreibt. „Bin gespannt, wie das alles wird und ob überhaupt alle Tonnen geleert werden.“

Doch nicht nur die fehlenden Tonnen sorgen für Unmut, sondern auch die möglichen Mehrkosten. Ein Leser schimpft: „Das ist abnormal, die Bürger zu zwingen, das zu bezahlen, was man nicht braucht.“ Er habe eine 40-Liter-Mülltonne besessen, die er aufgrund von Mülltrennung „kaum genutzt“ habe. „Jetzt soll ich 60 Liter bezahlen, was soll das, Heilbronn?“

Auch die Kommunikationspolitik der Stadt Heilbronn rund um die Müll-Umstellung wird von einzelnen Stimme-Lesern kritisiert. Ein Nutzer schreibt etwa von „Chaos“, da weiterhin Rest- sowie Biotonnen fehlen würden. „Keine Info, ob und wann die überhaupt kommen.“ Die alten Tonnen würden, so der Nutzer, erst im März abgeholt werden. „Wo sollen die bis dahin hingestellt werden?“

Nicht alle teilen Kritik an Müll-Umstellung in Heilbronn – „habe dieses Genöle satt“

Nur Probleme also mit dem neuen Abfall-System? Nicht ganz. Bei einigen Stimme-Lesern hat die Umstellung offenbar reibungslos funktioniert. „Ich habe kein Problem“, berichtet etwa ein Instagram-Nutzer. Bei ihm sei der Restmüll am 23. Dezember abgeholt worden, die Biotonne letztmalig am 31. Dezember. Seine alten Tonnen würden am 11. Januar abgeholt werden. Allerdings gibt auch er zu: „Was mit Sicherheit eine Herausforderung war/ist, ist bei Mehrfamilienhäusern.“

Ein anderer Leser findet: „Wurde gut kommuniziert und der Wechsel ordentlich organisiert.“ Das neue System sei seiner Meinung nach „einfach zu verstehen und wurde verständlich erklärt“. Außerdem „regt es sogar zur Müllvermeidung an“. Am Ende wird der Nutzer deutlich – und wendet sich an die Kritiker. „Ich habe dieses ewige Genöle von vielen hier satt“, schimpft er. „Egal, was gemacht wird, es ist schlecht.“ Und schließt: „Das ist so unfassbar grausam, wie hier gejammert wird.“




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