Stimme+
Für Erstklässler
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Nach Protest: Rathaus Heilbronn behält Betreuungszeiten in Biberach und Frankenbach bei

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Die Stadtverwaltung Heilbronn wollte schon zum nächsten Schuljahr für die Erstklässler der Grundschulen Biberach und Frankenbach die Betreuungszeiten reduzieren. Im Gemeinderat gab es die Überraschung.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Das Entsetzen unter Eltern, Lehrern und Teilen der Kommunalpolitik war groß: Die Betreuungszeiten an den Grundschulen in den Stadtteilen Biberach und Frankenbach sollten zurückgefahren werden. Und das schon zu Beginn des kommenden Schuljahres für jene Kinder, die neu eingeschult werden. Das Rathaus verwies unter anderem auf bestehende Angebote an anderen Schulstandorten, an die Kinder mit einem größeren Betreuungsbedarf wechseln könnten. Mit ein Grund für die geplante Reduzierung: Das Rathaus setzt auf Ganztagsangebote, und diese beiden Grundschulen wollten sich nicht zur freiwilligen Ganztagsschule weiterentwickeln. Sie setzten auf freiwillige Betreuung.

Nun kommt es anders. Für ein weiteres Jahr finanziert die Stadt Heilbronn die bestehenden Angebote in den Teilorten. Der Gemeinderat Heilbronn stimmte dem Vorschlag aus dem Rathaus einstimmig zu. So will das Rathaus weitere Zeit gewinnen, um erneut mit den Schulen und Eltern zu reden. Die Frage ist: Wollen die beide Schulen nicht doch den Weg hin zu Ganztagsschulen einschlagen? Das erklärte Bürgermeisterin Agnes Christner, die unter anderem für Bildung und Betreuung zuständig ist. Wenn Schulen wechseln wollen, muss ein entsprechender Antrag im Spätjahr gestellt werden. Die Umsetzung könnte dann zum Schuljahr 2027/2028 erfolgen.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: Das sagt das Rathaus Heilbronn

Die ersten Grundschüler haben ab kommendem Jahr bundesweit einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, mit Erstklässlern geht es los. Die Stadt Heilbronn sah sich bereits vor der Gemeinderatssitzung auf dem richtigen Weg: Diesem Anspruch werde die Stadt über die Angebote an anderen Grundschulen gerecht, es müsse nicht an jeder Schule eine Betreuung entsprechend den Bundesvorgaben geben.

Für Agnes Christner haben Ganztagsschulen Vorteile, nicht nur weil man es den Eltern erleichtere, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Kinder könnten individueller gefördert werden, sagte sie im Gemeinderat. Es gehe damit auch um Bildungsgerechtigkeit.

An der Grundschule Frankenbach könnte die Betreuung reduziert werden, aber erst in eineinhalb Jahren.
An der Grundschule Frankenbach könnte die Betreuung reduziert werden, aber erst in eineinhalb Jahren.  Foto: Ralf Seidel

So entlasten Ganztagsschulen die Kommunen

Ganztagsgrundschulen entlasten die Städte auch finanziell: Zusätzliche Lehrerstunden würden vom Land finanziert, sagte Agnes Christner. Auch andere Städte und Gemeinden schlagen diesen Weg ein, beispielsweise Möckmühl und Zaberfeld.

Zaberfeld will dabei nichts gegen den Willen der Eltern beschließen, so Bürgermeisterin Diana Danner. Ein Grund der konzeptionellen Weiterentwicklung: Zaberfeld würde das Land stärker in die Verantwortung nehmen. „Wenn die Ganztagsgrundschule kommt, übernimmt das Land die Lehrer.“ Bei der üblichen Betreuung sind Kommunen gefordert, betonte sie.

„Die Kinder brauchen die beste Ressource“, sagte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel in der Sitzung des Gemeinderats. Für ihn gehören dazu die Lehrer. Sie seien zentral, sagte er. Mit der Entwicklung hin zur Ganztagsschule tue man deshalb den Kindern etwas Gutes.




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben