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Knorr-Werk in Heilbronn vor Verkauf? So reagieren die Mitarbeiter

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Der britische Konzern Unilever möchte sich auf Kosmetik- und Reinigungsartikel konzentrieren. In diesem Zusammenhang soll auch das Heilbronner Knorr-Werk seinen Besitzer wechseln. Mitarbeiter am Werktor reagieren sehr unterschiedlich auf die Nachricht. 


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Die Tütensuppen, Brühwürfel und Bratensoßen von Knorr sollen bald nicht mehr Teil des Unilever-Portfolios sein. Der Konsumgüterkonzern mit Hauptsitz in London will sich zukünftig auf Kosmetik- und Reinigungsartikel konzentrieren und sich von Nahrungsmittel-Marken trennen. Dazu zählt auch die Heilbronner Traditionsmarke Knorr. Offenbar laufen derzeit Gespräche mit dem US-Konzern McCormick, der für seine Aromen und Würzmittel bekannt ist. Finalisiert sind die Verhandlungen bisher aber noch nicht. 

Am Montagmorgen, 23. März, fallen die Reaktionen der Knorr-Mitarbeiter vor dem Firmengelände gemischt aus. Eine etwa 50-jährige Beschäftigte kommt gerade aus dem Urlaub zurück, hat heute wieder ihren ersten Arbeitstag. „Knorr soll verkauft werden? Davon habe ich noch gar nichts mitbekommen.“ Sonderlich beschäftige sie dieses Thema aber nicht. Sorgen um ihren Arbeitsplatz mache sie sich keine. Im vergangenen Herbst hat Knorr in Heilbronn noch einen Millionen-Betrag in Produktionstechnik, Photovoltaik und Automatisierung investiert.

Möglicher Verkauf des Heilbronner Knorr-Werks: Mitarbeiter reagieren gespalten

Einige ihrer Kollegen sind da schon besser informiert und haben von den Knorr-Verkaufs-Plänen in den vergangenen Tagen aus den Medien erfahren. Ein ebenfalls etwa 50-jähriger Knorr-Angestellter sagt vor seinem Arbeitsbeginn am Montagmorgen: „In das Verkaufsvorhaben würde ich nicht so viel hineininterpretieren.“ Sorgen um seinen Arbeitsplatz mache er sich nicht. „Warten wir’s einfach mal ab.“ Aktuell sei er beruflich zufrieden.

Gehört das Knorrwerk in Heilbronn bald zum US-Konzern McCormick?
Gehört das Knorrwerk in Heilbronn bald zum US-Konzern McCormick?  Foto: Hagmann, Daniel

Ein weiterer junger Mann sieht es ähnlich: „Der mögliche Inhaber-Wechsel ist für mich und meine Kollegen kein Thema. Einen Stellenabbau befürchte ich nicht.“ Bei manchen anderen der 550 Beschäftigten am Heilbronner Knorr-Standort liegen die Nerven schon etwas blanker. Eine knapp 60-Jährige reagiert auf die Nachfrage zum Thema gereizt und bezeichnet es als „Unsinn“, sich in dieser Richtung zu erkundigen. Ob ihre Haltung auf die Entwicklungen beim Unilever-Konzern oder auf einen anderen Ursprung zurückgeht, lässt sie offen.

Knorr-Beschäftigte wünscht sich klare Ansagen zum möglichen Unilever-Verkauf

Nach mehreren Jahrzehnten Tätigkeit bei Knorr in Heilbronn macht sich eine Verwaltungsmitarbeiterin zum Beginn der Arbeitswoche durchaus Gedanken, wie es weitergeht: „Ich habe von den Unilever-Plänen gehört“, erklärt sie. „Der mögliche Verkauf macht mir Sorgen.“ Sie wünsche sich Transparenz und verlässliche Informationen. „Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen klare Ansagen kommen.“ Die Unklarheit und die damit verbundenen Spekulationen belasten die Mitarbeiterin.

Das Knorrwerk in Heilbronn gehört aktuell zum Konzern Unilever. Dieser möchte sich allerdings von der Lebensmittel-Sparte trennen.
Das Knorrwerk in Heilbronn gehört aktuell zum Konzern Unilever. Dieser möchte sich allerdings von der Lebensmittel-Sparte trennen.  Foto: Hagmann, Daniel

Hintergrund für den geplanten Unilever-Verkauf soll der immer stärkere Druck im Lebensmittelmarkt sein. Insgesamt sinke die Nachfrage. Bereits im Herbst 2019 gab es Pläne, das Knorr-Stammwerk in Heilbronn zu schließen. Damals haben rund 1000 Menschen gegen die Pläne protestiert. Im Sommer 2020 kam es dann zu einer historischen Rettung des Knorr-Standorts – mit feierlicher Vertragsunterzeichnung im Heilbronner Rathaus.




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