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Mehr Bäume, mehr Schatten: Heilbronner Stadträte wollen Innenstadt abkühlen

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Die erste Klimaanalyse für die Stadt Heilbronn ist bereits acht Jahre alt. Jetzt wollen sich Verwaltung und Gemeinderat bei der weiteren Stadtplanung unter anderem mit Entsiegelung und Begrünung gegen die zunehmende Hitze stemmen.


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Die erste Klimaanalyse für die Stadt Heilbronn ist bereits acht Jahre alt. Schon damals war klar, dass in Zukunft die Hitze in der City immer weiter zunehmen wird. Jetzt wollen sich Stadtverwaltung und Gemeinderat gegen steigende Temperaturen in den Sommermonaten stemmen.

Entsprechend hat der Gemeinderat in seiner Sitzung Anfang Juni die Verwaltung damit beauftragt, die Ergebnisse des „raumstrukturellen Klimaanpassungskonzepts“ des Karlsruher Stadtplanungsbüros „berchtoldkrass“ bei der weiteren Stadtplanung zugrunde zu legen.


Heilbronn reagiert auf Klimawandel: Stadt will sich gegen zunehmende Sommerhitze wappnen

„Viel zu wenig ist seit 2017 umgesetzt worden“, bemängelte Christoph Troßbach (CDU). Um die Innenstadt auch künftig so attraktiv zu machen, „wie wir uns das gewünscht haben“, müsse jetzt gehandelt werden. In dasselbe Horn stieß auch Tanja Sagasser-Beil. „Wir müssen auch im Sommer für Aufenthaltsqualität sorgen“, so die SPD-Stadträtin. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung der Bürger.

„Entsiegelung“ und „Begrünung“ lauten die beiden Schlüsselbegriffe, mit der Verwaltung und Gemeinderat die Stadt in den kommenden Jahren angesichts zunehmender Hitze spürbar abkühlen wollen. Zwar sind mit dem Gemeinderatsbeschluss vom Montag keine konkreten Maßnahmen verbunden. Dass Handlungsbedarf besteht, geht aber auch aus der Klimaanalyse des Regionalverbands Heilbronn-Franken aus dem Jahr 2022 hervor.

Kritik an mangelnder Umsetzung: Parteien fordern mehr Tempo bei Hitzeschutz

Demnach ist die thermische Belastung in der Käthchenstadt im Vergleich zum Landkreis sehr hoch. Unter anderem liegt das an der großflächigen Versiegelung. Derzeit ist nur ein kleiner Teil der öffentlichen Flächen in Heilbronn begrünt.

„Die Stadt steht unter Druck“, sagte Andrea Babic. Heilbronn stünden künftig Temperaturen wie in Norditalien ins Haus. Die Stadträtin von Bündnis90/Die Grünen mahnte „eine Anpassung an die realen Veränderungen“ an. Nicht zuletzt auch wegen der „Versicherbarkeit und Wertstabilität der Immobilien“, so Babic mit Blick auf Starkregenereignisse und eine entsprechende Warnung des Gesamtverbandes der Versicherer.

Heilbronn in Zeiten des Klimawandels: Starkregen soll besser kanalisiert werden

Auch wenn Stadtrat Thomas Pappert (AfD) offenbar kein Freund von Horrorszenarien ist, spricht er sich für eine Begrünung der Stadt aus. „Nur große Flächen mit Bäumen bringen etwas für das Klima“, sagte Pappert.

Herbert Burkhardt (Freie Wähler gemeinsam für Heilbronn) sprach sich unter anderem für Klimawäldchen aus. Klar sei aber, dass es immer ein Spagat sei, ob man Gebäude oder Hotels baut oder eine Fläche begrünt. Mit Blick auf starke Regengüsse sagte Burkhardt: „Starkregen ist unvermeidbar.“ Deshalb gelte es, die Wassermassen in richtige Bahnen zu lenken, um Sach- und Personenschäden zu verhindern.


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Auch Nico Weinmann (FDP) will „Starkregen besser kanalisieren“. Und womöglich speichern – unter anderem für Löschwasser. Zu prüfen sei, wo die Stadtplanung korrigiert werden müsse. Weinmann sieht in brachliegenden Weinbergen Potenzial für Begrünung.

Fassadenbegrünung und grüne Oasen in Heilbronns Innenstadt

Während sich Malte Höch (Unabhängige für Heilbronn) für grüne Oasen aussprach, begrüßte Alfred Dagenbach (Pro Heilbronn), dass die Verwaltung sich jetzt bemühe, „die Fassadenbegrünung zu forcieren“. Er hoffe, dass es nicht erneut zu Maßnahmen wie „Händler quälenden Sommerzonen“ komme. Alexander Wezel (Die Partei) sieht die steigende Hitze positiv. „Heilbronn wird zur touristischen Attraktion.“

Um die Innenstadt an den Klimawandel anzupassen, empfiehlt das Konzept eine Reihe von Maßnahmen. Dazu gehört die Teilentsiegelung und -begrünung großer Plätze. Sowie die Pflanzung von Bäumen in baumarmen Straßen. Freiflächen sollten klimatisch aufgewertet werden. Auch die Anbringung temporärer Verschattungselemente zur Kühlung auf versiegelten Flächen sei angeraten. Ferner empfiehlt das Konzept unter anderen Dach- und Fassadenbegrünungen auf großen Gebäuden sowie die Zurückhaltung, Versickerung und Verdunstung von Regenwasser etwa durch Mulden-Rigolen-Systeme. 




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