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KI-Video zu historischem Heilbronn: Film zeigt Gefahren der Technik

  
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Der umstrittene KI-Film über Heilbronn lässt viele von früher schwärmen. Zugleich weist er auf Tücken der Technik hin, meint unser Autor.

Heilbronn diskutiert zu Recht über einen mit Künstlicher Intelligenz geschaffenen Film. Mittlerweile ist klar, dass die Vorlagen längst nicht alle aus dem Jahr 1920 stammen, wie es Titel und Unterzeile suggerieren. Vielmehr sind Motive einiger Jahrzehnte so miteinander kombiniert, dass die imposante Architektur von Heilbronn wirkungsvoll in Szene gesetzt wird.

Kritik an KI-Film über Heilbronn ist berechtigt

Berechtigte Kritik kommt vom Historiker Peter Wanner, der einen Vergleich zu modernen Werbemotiven zieht: Egal ob es Aufnahme von heute sind, mit denen Heilbronn Marketing für die Stadt wirbt, oder eben die historischen Postkarten von früher: Stets sind auf den Bildern nur die allerschönsten Seiten zu sehen. Die Suppenküchen, die schwer Verletzten nach dem Ersten Weltkrieg: Sie spielen im Marketing damals genauso wenig eine Rolle wie heute jene Teile der Innenstadt, in denen es Leerstand gibt oder potentielle Straftäter unterwegs sein könnten.

Historische Aufnahme aus dem Stadtarchiv: Von der Neckarbrücke aus zu sehen sind die Kilianskirche sowie die Friedenskirche. Das Foto stammt aus der Zeit nach 1930.
Historische Aufnahme aus dem Stadtarchiv: Von der Neckarbrücke aus zu sehen sind die Kilianskirche sowie die Friedenskirche. Das Foto stammt aus der Zeit nach 1930.  Foto: Stadtarchiv Heilbronn/Immanuel Hartmann

Dennoch lässt der Film erahnen, wie das Umfeld mancher imposanter Gebäude ausgesehen haben könnte. Außerdem begeistert das Video Menschen für die Stadtgeschichte. Beides ist ein Gewinn. Zugleich aber sollte der Film Anlass sein, in der aufstrebenden KI-Stadt Heilbronn über Chancen und Risiken zu reden: Künstliche Intelligenz kann beeindruckende virtuelle Welten schaffen. Nicht immer entspricht diese aber der Realität. Dieser Hinweis fehlt im Film. Leider.




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