Wie ein Stadtrat aus Neckargartach die Gebäudehöhe im Ipai Heilbronn beeinflusste
Der Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) bekommt einen Campus mit beeindruckenden Gebäuden. Dass das Areal so bebaut werden kann, ist auch einem Stadtrat aus dem Heilbronner Stadtteil zu verdanken.
Die Bauarbeiten laufen für den Campus des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (Ipai) bei Heilbronn Neckargartach. Die Visualisierungen versprechen eine beeindruckende Architektur. Das Kommunikationszentrum, das im ersten Bauabschnitt entstehen wird, ist über 60 Meter hoch, erhält eine gläserne Fassade und soll nach Angaben der Verantwortlichen zum zentralen Ort „für Austausch, Information und Bildung rund um das Thema Künstliche Intelligenz“ werden. Acht Obergeschosse, drei Zwischengeschosse, zwei Etagen unter der Erde: Ausstellungen, Konferenzen, Seminare und Veranstaltungen sollen dort möglich sein.
Ipai-Campus in Heilbronn sähe ohne Herbert Burkhardt vermutlich anders aus
Ohne Herbert Burkhardt, Stadtrat aus Neckargartach, Vorsitzender des Ortskartells und vielfältig engagiert, entstünde in Heilbronn zwar der Ipai-Campus – aber er sähe vermutlich anders aus. Der Stadtrat der Freien Wähler gehörte dem Gremium an, das sich mit den Vorstellungen der verschiedenen Architekturbüros befasst hat.
„Ich war nur beratendes Mitglied ohne Stimmrecht“, sagt er bescheiden. In den Vordergrund drängen möchte er sich damit nicht, das betont er mehrmals im Gespräch mit stimme.de. Darüber hinaus hält er sich bedeckt. Welche weltweit tätigen Architekten sich beteiligt haben, wer bauen wollte und nicht zum Zuge kam: Nichts dringt aus dem Gremium nach außen.
Nur 20 Meter hohe Gebäude im Ipai Heilbronn: Für den Neckargartacher keine Option
Was Herbert Burkhardt aber sagt: Alle Büros hielten sich an die damaligen Vorgaben der Stadt. Maximal 20 Meter hohe Gebäude ließen die Regeln zu.
Für den Neckargartacher war das keine Option. „Ich kenne mich mit der Topographie aus“, sagt er. Nur 20 Meter hohe Gebäude? Er meldete sich im Gremium, darunter auch maßgebliche Entscheider aus Reihen der Dieter-Schwarz-Stiftung, zu Wort. „Die ducken sich hinter den Hügeln weg.“ Die Dieter-Schwarz-Stiftung treibt die Entwicklung des Ipai maßgeblich voran.

60 Meter hohe Gebäude: Das sagt das Rathaus Heilbronn beim ersten Treffen dazu
Dem Neckargartacher sei klar gewesen, dass der Campus von der Autobahn aus gesehen werden müsse. Für so ein Projekt brauche es exponierte Häuser, 60 Meter Höhe mindestens, habe er damals gesagt. Die erste Reaktion aus der Stadtverwaltung, so der Stadtrat: „Das bekommen wir nicht hin.“ Grund sei die Zeit gewesen. Die erforderlichen Änderungen durchzubekommen, das schien dem Rathaus nicht möglich im engen Zeitkorridor für den Ipai-Campus.
Weitere Gespräche in kleiner Runde folgten, am Ende der Klausurtagung kam die neue Höhe ins Protokoll. Sie sei damit Hausaufgabe für die Stadtverwaltung geworden, so Herbert Burkhardt. So kam es dann tatsächlich.
„Ich bin Vater der hohen Bebauung“, sagt Herbert Burkhardt. Angeben möchte er damit keinesfalls, das ist ihm im Gespräch mit stimme.de wichtig. „Ich freue mich darüber“, sagt er. Das seien die „kleinen, feinen Dinge“, die man als Mitglied des Gemeinderats anstoßen könne. „Sehr zufrieden“ ist er mit den Plänen. Es liege ein „phänomenaler architektonischer Entwurf“ vor. Von einem Jahrhundertprojekt für die Stadt spricht der Neckargartacher: „Ich bin stolz, dass wir als kleine Stadträte mitmischen konnten.“
Kommentare öffnen



Stimme.de
Kommentare