SGV Heilbronn-Freiberg kommt: Gemeinderat beschließt Frankenstadion-Umbau
Der Gemeinderat in Heilbronn hat am Donnerstag den Ausbau des Frankenstadions beschlossen. Geplant sind ein neues Flutlicht, Rasenheizung und größere Tribünen für den Profifußball.
Die Erleichterung war Emir Cerkez deutlich anzumerken. „Ich war wirklich nicht sicher wie es ausgehen würde. Um so mehr freue ich mich, dass der Heilbronner Gemeinderat mit großer Mehrheit eine mutige Entscheidung getroffen hat“, sagte der Vorsitzende des Fußball-Regionalligisten SGV Freiberg am Donnerstag im Rathaus.
Wenige Minuten zuvor hatten die Stadträte bei drei Gegenstimmen grünes Licht für den Umzug der Profifußballer aus dem Landkreis Ludwigsburg nach Heilbronn gegeben. Künftig spielt man als SGV Heilbronn-Freiberg. Voraussetzung war die Zustimmung zum möglicherweise historischen Antrag 072a/2026 namens „Ertüchtigung des Frankenstadions für die künftige Profi-Fußball-Nutzung“.
Umbau des Frankenstadions in Heilbronn: Höhe der Fördergelder ist aktuell noch nicht bekannt
„Das ist ein großer Gewinn für die Sportstadt Heilbronn“, betonte Oberbürgermeister Harry Mergel. 4,3 Millionen Euro sind für den Umbau mal vorgesehen, wobei das neue Flutlicht und die Rasenheizung mit jeweils 1,5 Millionen Euro veranschlagt sind. Der Bau einer Stahlrohrtribüne, um die Gesamtsitzplatzkapazität auf mindestens 2000 zu erhöhen, soll demnach 600.000 Euro kosten. Nicht alles muss aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, es gibt Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Wie hoch die ausfallen ist noch offen, wie Sport-Bürgermeisterin Agnes Christner klarstellte.

Die größten Bedenken zu diesem Projekt hatten die Volksvertreter bereits in den Sitzungen des Verwaltungs- und des Sportausschusses unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgeräumt. Voraussetzung für die klare Mehrheit war das Bekenntnis der Stadt zum Erhalt und der Sanierung der Laufbahn bis Ende des Jahres 2027. „Es ging um beides: den Erhalt unseres Frankenstadions als Multifunktionsstadion und zugleich die Schaffung von Strukturen für den Profifußball. Die Investitionen in Flutlicht, Tribünen und Infrastruktur kommen am Ende allen zugute“, sagte CDU-Stadtrat Christoph Troßbach, der auch Vorsitzender des Stadtverbands für Sport ist.
Risiken des Projekts sind aus Sicht Mergels „plan- und steuerbar“
Von einer „echten Win-win-Situation für alle Nutzer des Stadions“ sprach Ferdi Filiz. Mit Blick auf die knappe Bauzeit stünde der härteste sportliche Wettkampf jedoch noch bevor, fügte der Grünen-Stadtrat hinzu. Bereits Anfang August ertönt der Anpfiff zur Fußball-Saison 2026/27 – unabhängig davon, ob Freiberg in die 3. Liga aufsteigt.
Die sportliche Entwicklung zählte sogar Mergel als eines der Risiken des Projekts auf, betonte aber zugleich: „Die Risiken sind bekannt, plan- und steuerbar.“ Restlos überzeugt waren allerdings längst nicht alle Stadträte. „Bei mir ist der Funke der Begeisterung noch nicht richtig übergesprungen“, sagte Rainer Hinderer. „Wir werden nicht nur von der Fußballwelt beobachtet. Wenn beim Stadion ein Bau-Turbo zugeschaltet werden kann, dann sollte das auch möglich sein, wenn es um Schultoiletten geht“, legte der SPD-Fraktionsvorsitzende nach.
Frankenstadion: Eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen steht noch aus
Bürgermeisterin Christner hielt dagegen: „Für das Frankenstadion wird keine Schulsanierung verschoben.“ Daher sei ja die WTZ GmbH als hundertprozentige Tochter der Stadtsiedlung mit der Umsetzung des Projekts betraut worden. Um Zeit zu gewinnen, hatte die Verwaltung den üblichen Vorprojektbeschluss und den Baubeschluss zusammengefasst. Mit den 4,3 Millionen Euro steht jetzt ein Kostenrahmen zur Verfügung, mit dem es auszukommen gilt.
Weitere Kosten folgen, denn eine Anzeigetafel fehlt ebenso wie genügend Medienarbeitsplätze oder auch ein Vip-Zelt. Die hauptamtlichen SGV-Mitarbeiter brauchen im Falle eines Drittligaaufstiegs Büros. Hier würde sich eine Containerlösung anbieten. Damit aber nicht genug: Auch ein zusätzlicher Gästeeingang muss her, in der 3. Liga gibt es dank vieler Traditionsvereine mehr Auswärtsfans. Die Sanitärinfrastruktur im gesamten Stadion ist nicht zeitgemäß. Es braucht auch Bratwurst- und Getränkestände.
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