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Gasspeicher nur halb voll – was Energie-Versorger aus dem Raum Heilbronn sagen

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Aufgrund der eisigen Tage zum Jahresbeginn ist Gas stärker nachgefragt als Anfang 2025. Bereits im vergangenen Herbst waren die Gas-Lager mit 75 Prozent weniger gut gefüllt als in den Vorjahren. Steht nun ein Energie-Mangel bevor?


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Die Sorge vor knapp vier Jahren war groß: Bringt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine auch die deutsche Energieversorgung in Bedrängnis? In der Tat liegt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland derzeit lediglich bei knapp über 50 Prozent. Das sind beispielsweise 22 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt im Zeitraum zwischen 2017 und 2021. Und bislang ist der Januar kälter als im vergangenen Jahr. In den zurückliegenden Tagen haben Eis und Schnee auch in der Region Heilbronn Einzug gehalten.

Bereits im November betrugen die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland gerade einmal 75 Prozent. Auch das ist ein geringerer Wert als in den Vorjahren. Droht also eine Unterversorgung, wenn die kommenden Wochen erneut winterlich kalt werden? Und wie gestaltet sich die Versorgungssituation in der Region Heilbronn-Franken?

Zum Vergleichszeitpunkt in den Vorjahren waren die Gas-Füllstände in Deutschland höher als aktuell.
Zum Vergleichszeitpunkt in den Vorjahren waren die Gas-Füllstände in Deutschland höher als aktuell.  Foto: Hauke-Christian Dittrich

Heilbronner Versorgungs GmbH: Kein Gas-Mangel in der Region

„Wir erwarten keinen Versorgungsengpass“, sagt Frank Schupp – und gibt damit Entwarnung. Neben verlässlichen Gas-Lieferungen aus Norwegen betont der Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH HNVG vor allem die Wichtigkeit der Gas-Lieferungen aus Norwegen sowie die LNG-Terminals. Diese Liquefied-Natural-Gas-Terminals sorgen dafür, dass Flüssigerdgas nach Deutschland importiert werden kann. 2025 wickelte Deutschland rund zehn Prozent seiner Gasimporte über Flüssigerdgas-Terminals ab. Schupp betont: „Auch die zusätzlichen Importwege über Frankreich und Belgien tragen zuverlässig zur Stabilität bei.“

Wenn alle Gas-Lagerstätten in Deutschland zu 100 Prozent gefüllt sind, reicht dieser Vorrat, um Deutschland zwei bis drei durchschnittliche Wintermonate sowohl im privaten als auch im industriellen Bedarf komplett zu versorgen. „Die HNVG bewertet die Lage analog der Einschätzung der Bundesnetzagentur: Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet. Aktuell stuft die Bundesnetzagentur das Risiko einer angespannten Versorgungslage als gering ein und überwacht die Situation kontinuierlich“, berichtet Schupp.

Trotz stabiler Versorgungssituation: Gas trotzdem nicht verschwenden 

Die Gründe für den geringen Gas-Füllstand sieht Schupp auch in veränderten Rahmen-Bedingungen auf dem Energie-Markt: „Aufgrund hoher Marktpreise im Sommer und gelockerter Füllvorgaben haben Gasspeicherbetreiber gezögert, die Speicher frühzeitig und vollständig zu befüllen. Dank verbesserter Importmöglichkeiten – insbesondere durch LNG-Terminals – ist eine vollständige Befüllung der Speicher jedoch auch nicht mehr in dem Maße erforderlich wie früher.“

Allerdings sollten Verbraucher dennoch nicht zu verschwenderisch mit den wertvollen Ressourcen umgehen. HNVG-Geschäftsführer Frank Schupp: „Ein sparsamer Gasverbrauch bleibt dennoch wichtig, da aufgrund der europäischen Importabhängigkeit bei Erdgas grundsätzlich Rest-Risiken bestehen.“

Das vergleichsweise geringe aktuelle Gas-Angebot sowie der aufgrund der Temperaturen relativ hohe Bedarf, können am Markt auch zu Gas-Verteuerungen führen. Für die Region haben diese möglichen Preisentwicklungen aber nur geringe Folgen, wie Schupp erklärt: „Die HNVG hat die benötigten Gasmengen für das Jahr 2026 bereits langfristig gesichert, sodass mögliche Preisschwankungen nur minimale Auswirkungen haben. Aktuell gehen wir nicht von steigenden Preisen für unsere Kunden aus.“




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