Führerscheinbetrug: Heilbronner beauftragt Ghostwriter für Theorieprüfung
Weil er offenbar nicht lesen und schreiben kann, wollte ein 47 Jahre alter Asylbewerber aus Heilbronn seine theoretische Führerscheinprüfung nicht selbst machen. Das Amtsgericht hat den bisher unbescholtenen Mann dafür verurteilt.
Ein 47 Jahre alter afghanischer Staatsbürger ist vom Amtsgericht Heilbronn wegen Missbrauchs von Ausweispapieren zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt worden. Weil der in Heilbronn lebende Asylbewerber offenbar Analphabet ist, habe er sich nicht in der Lage gesehen, den theoretischen Teil der Führerscheinprüfung selbst zu absolvieren.
Er beauftragte deshalb bereits im November 2023 einen sogenannten Ghostwriter und übergab ihm seine Ausweispapiere, damit der in seinem Namen den Test schreiben konnte. Bezahlt hat er dafür offenbar 1600 Euro. Diesen Betrag hatte er sich zuvor nach eigenen Angaben von seinem ebenfalls in Deutschland wohnhaften Bruder geliehen.

Führerscheinbetrug in Heilbronn: Angeklagter lebt mit seiner Familie von Sozialleistungen des Staates
Der Angeklagte, der seit 2022 in Deutschland ist, hat ein zwölfjähriges behindertes Kind, das auf einen Rollstuhl angewiesen sei und der Pflege bedürfe. Auch vor diesem Hintergrund sei es ihm nicht möglich gewesen, den Führerschein auf legalem Wege zu erwerben, so der Angeklagte. Er lebt mit vier Kindern und seiner Frau von Sozialleistungen des Staates.
Aufgeflogen ist der Schwindel, nachdem der Prüfer in der Heilbronner Salzstraße das vorgelegte Ausweisdokument des Angeklagten und den anwesenden Prüfling abglich und Abweichungen festgestellte.
Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrem Plädoyer eine Geldstrafe von 600 Euro. Wie Presserichter Michael Reißer mitteilt, ist der Angeklagte bislang noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Der Ghostwriter ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
Heilbronner Gericht hat im vergangenen Jahr zwei Ghostwriter zu je drei Jahren Haft verurteilt
Das Amtsgericht Heilbronn beschäftigt derzeit unter anderem der organisierte Betrug von sogenannten Ghostwritern für theoretische Führerscheinprüfungen. Ende vergangenen Jahres hatte Richter Michael Reißer zwei Angeklagte zu jeweils drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie unter falscher Identität theoretische Fahrprüfungen absolviert haben.
Im Laufe dieses Jahres wird das Landgericht voraussichtlich einen Prozess wegen bandenmäßigen Betrugs starten. Darin verstrickt soll auch eine Fahrschule in Heilbronn sein.
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