Waldbrandrisiko und Wasserrettung: Hitze fordert Feuerwehr Heilbronn
Es ist heiß im Raum Heilbronn. Die Menschen kühlen sich in Gewässern ab – das bringt mehr Feuerwehreinsätze mit sich. Aber auch an Land steigen die Gefahren durch die Hitze.
Die Menschen schwitzen in diesen Tagen. Es war so heiß, dass sogar Temperatur-Rekorde im Raum Heilbronn und in Öhringen wackelten. Für bestimmte Berufsgruppen bringt die Hitzewelle besondere Herausforderungen mit sich. Eine von ihnen: Feuerwehrleute. Sie sind im Sommer anders gefordert.
Diese Hitze-Einsätze fordern die Feuerwehr Heilbronn
In den wärmeren Monaten nehmen sogenannte Wassereinsätze wie am Dienstag am Katzenbachsee zu, als ein Mann vermisst wurde. Bei dem Großeinsatz suchten Feuerwehrleute das Ufer ab, Drohne, Hubschrauber und Boot waren im Einsatz. Der Vermisste wurde letztlich in See-Nähe gefunden. Jürgen Vogt weist auf die Schwierigkeit hin, ganze Seen abzusuchen, vor allem „wenn es keinerlei Anhaltspunkte gibt, wo jemand reingegangen ist“.
Am Donnerstag waren die Kollegen laut des Pressesprechers der Berufsfeuerwehr Heilbronn dann in Richtung Neckar ausgerückt. Anrufer hatten gemeldet, dass drei Personen im Bereich des Theaterschiffs ins Wasser gesprungen seien. Laut Vogt eine unklare Situation, da nicht ersichtlich sei, ob tatsächlich eine Gefahrenlage vorliegt – „oder ob sie einfach auf der einen Uferseite reinspringen und auf der anderen wieder rausklettern“.
Letzteres war am Donnerstag der Fall, die Feuerwehr konnte den Einsatz abbrechen. Anfang Juni hingegen wurde eine Person tot aus dem Neckar in Heilbronn geborgen.
Immer wieder komme es vor, dass Menschen von Brücken in den Neckar springen. „Wenn dann gerade ein Autofahrer vorbeifährt, macht der sich natürlich Gedanken.“ Vogt weist auf die Gefahren hin. „Es kann zum Beispiel gerade Treibholz angeschwemmt werden. Wenn man darauf landet, zieht man sich Verletzungen zu. Eine Brücke ist ja kein Sprungturm.“
Mehr Feuerwehr-Einsätze an Seen und Flüssen im Sommer auch im Raum Heilbronn
Ganz klar: Wenn sich Menschen mehr abkühlen, hat die Feuerwehr mehr rund um die Gewässer zu tun. Die Hitzewelle bringt weitere Aufgabenfelder mit sich. In dieser Sommersaison habe es zwar „noch keinen größeren Flächenbrand gegeben“, sagt Vogt. „Durch die zunehmende Trockenheit haben wir aber grundsätzlich häufiger Vegetationsbrände.“ Dazu tragen achtlos weggeworfene Zigarettenstummel und auch die startende Erntezeit bei. Es sei absehbar, „dass wieder ein Stoppelacker brennt“. Ausgelöst etwa durch Funkenflug der Erntemaschinen.
In Osten Deutschlands haben bereits Wälder gebrannt. Eine hohe Waldbrandgefahr besteht auch im Raum Heilbronn/Hohenlohe. Der Waldbrand-Gefahrenindex liegt laut Vogt für Heilbronn gerade bei Stufe vier von fünf. „Wir haben das Glück, dass wir viel Mischwald haben“, sagt der Feuerwehr-Pressesprecher. In reinen Nadelwaldgebieten sei die Gefahr größer, dass es intensiv brennt. Dennoch sei auch hierzulande die Gefahr „durch viel Totholz und trockene Bäume in den Wäldern erhöht“.
Gewässereinsätze, mögliche Wald- und Flächenbrände – ist die Feuerwehr gerade besonders in Alarmbereitschaft? „So wie immer, aber anders“, betont Vogt. Die Fahrzeuge sind etwa anders ausgerüstet als im Winter. Am Sommeranfang verstärken die Kollegen zudem die Bootausbildung. „Wir haben rund zehn Wasserrettungseinsätze im Jahr – darauf sind wir vorbereitet.“
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