Stimme+
Gastronomie

Crunchy Kebab in Heilbronn muss schließen: Was das Baurechtsamt dazu sagt

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

In Heilbronn ist die Crunchy-Kebab-Filiale in der Pfühlstraße kurz nach der Eröffnung geschlossen worden. Das sind die Gründe. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Der Konflikt um die Schließung der Crunchy-Kebab-Filiale in der Heilbronner Pfühlstraße geht weiter. Inzwischen hat sich die Stadt Heilbronn detaillierter zu den Gründen geäußert, warum das Restaurant kurz nach der Eröffnung vom städtischen Baurechtsamt wieder geschlossen wurde

Fehlende Baugenehmigung für Gastronomie sorgt für Schließung der Heilbronner Crunchy-Kebab-Filiale

„Die Schließung war nicht ungerechtfertigt, da keine baurechtliche Genehmigung für den Betrieb eingeholt wurde“, erklärte die Stadt nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde unter dem Instagram-Post von Mazlum Bavli, dem Gründer der Crunchy-Kebab-Kette, der den Fall ins Licht der Öffentlichkeit trug.

Die Eröffnung der Crunchy-Kebab-Filiale in Heilbronn stand bisher unter keinem guten Stern.
Die Eröffnung der Crunchy-Kebab-Filiale in Heilbronn stand bisher unter keinem guten Stern.  Foto: Wieland, Tobias

Auf Stimme-Anfrage erklärte der stellvertretende Leiter des Planungs- und Baurechtsamtes, Volker Schoch: „In den Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Pfühlstraße 9 ist nach aktuellem Stand nur eine Nutzung als Bäckereibetrieb genehmigt.“

Bei einer vorherigen Kontrolle seitens der Behörde war das Restaurant geschlossen

Diese Tatsache wird von den Crunchy-Kebab-Betreibern auch nicht in Abrede gestellt. Wie Schoch weiter erläutert, sei seine Behörde bereits vor Monaten darauf hingewiesen worden, dass an der Adresse ein Restaurant mit Balkan-Spezialitäten betrieben werde. Bei einer Kontrolle vor Ort sei das Restaurant aber bereits geschlossen gewesen. „Ab da war die Adresse auf dem Schirm und es war bekannt, dass bei einem neuen Betreiber eine neue Genehmigung eingeholt werden müsse“, schreibt die Stadt auf der Instagram-Seite von Crunchy Kebab.

Wer allerdings nichts davon wusste und darüber auch nicht informiert wurde, war Yüksel Bavli. Die Schwester von Crunchy-Kebab-Gründer Mazlum Bavli und Frau von Diyar Bamarni, dem Betreiber der Heilbronner Filiale, hatte sich um die Anmeldungen und Genehmigungen gekümmert. „Bei der Gewerbeanmeldung im August kam absolut kein Hinweis“, erklärte Bavli gegenüber der Stimme

Unterschiedliche Darstellungen zu einer Beratung seitens des Baurechtsamts 

Schoch erklärt dazu: „Bei der Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt wird generell darauf hingewiesen, dass baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Belange bei den entsprechenden Behörden abzufragen sind.“ Das tat Yüksel Bavli. Im Dezember nahm sie zunächst Kontakt zum Ordnungsamt auf, das auf die „Sicherstellung der Nutzung“ hinwies.

Daraufhin meldete sich Bavli nach eigenem Bekunden telefonisch beim Bauamt. Sie teilte mit, dass sie vom Vorbesitzer eine Gastronomiefläche ohne größere Umbauten übernommen hätten. Ihr wurde daraufhin mitgeteilt, dass in dem Fall keine Abnahme notwendig sei. Obwohl behördlicherseits also bereits bekannt war, dass unter der Adresse keine Genehmigung zum Betreiben eines Restaurants vorlag, schrillten keine Alarmglocken.

Schoch widerspricht dieser Darstellung: „Eine Beratung des Antragstellers durch das Service Center der Baurechtsbehörde kann nicht bestätigt werden.“ Dass in der Pfühlstraße 9 ein neuer Gastronomiebetrieb eröffnet, erfuhr die Behörde laut Schoch durch den entsprechenden Stimme-Bericht zur Eröffnung. Einen Tag später standen Mitarbeiter des Baurechtsamts bei Crunchy Kebab auf der Matte und verlangten die Schließung. 

Aussicht auf Öffnung, Skepsis der Betreiber

Allen Ungereimtheiten zum Trotz, sieht Schoch Licht am Ende des Tunnels: „Der Antrag für den Gastronomiebetrieb ging am 19. März bei der Baurechtsbehörde ein und ist derzeit in Prüfung. Die Fachbehördenbeteiligung und die Nachbarbeteiligung sind bereits in der Durchführung. Sollten keine weiteren Mängel oder nachbarschützende Belange beziehungsweise Nachforderungen der Fachbehörden erforderlich sein, wird über den Antrag schnellstmöglich entschieden.“ 

Bavli ist weniger optimistisch. „Am Status unseres Antrags hat sich gar nichts geändert. Es hat sich keiner darum gekümmert. Wir kriegen weder eine Antwort auf unsere E-Mails, noch wissen wir, wie es weitergehen soll.“  




Gastro Abonnieren Gastro Abonnieren Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben