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Heilbronn wird KI-Standort: Ministerin Olschowski sieht Vorteil für Unternehmen

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Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai), Graduiertenzentrum, Max-Planck-Schools: Forschungszentren, Hochschulen und Universitäten wollen Spitzenforscher anziehen. Das hat die Region Heilbronn davon.


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Der Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) hat schon über 100 Mitgliedsunternehmen und Organisationen. Der Bildungscampus wächst mit neuen Gebäuden, weil die darin untergebrachten Forschungseinrichtungen immer mehr Platz benötigen. Mit finanzieller Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung bringen das Land und die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nun zusätzlich noch das sogenannte Graduierten- und Forschungszentrum Conn-AIx für angewandte KI in die Region. Die ersten Professuren sollen in den kommenden Wochen berufen werden.

Graduiertenzentrum Heilbronn als Erfolgsmodell für Wissenschaft und Wirtschaft

Die Hoffnung für alle ist eindeutig: Vom System Heilbronn mit allen Akteuren soll unterm Strich auch die Wirtschaft profitieren, die hier Fachkräfte erhalten. Ein weiteres Standbein soll das Graduiertenzentrum sein. Mit dem geht das Land einen neuen Weg, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski im Stimme-Gespräch. „Es ist auch ein Experiment, weil es an drei Universitäten angebunden ist, aber eigenständig agiert“, sagt sie. „Ich bin aber zuversichtlich, dass das ein Erfolgsmodell wird.“

Beim Graduiertenzentrum setzt das Land auf die Nähe zur Wirtschaft

Das Land setzt bei der Ansiedlung des Graduiertenzentrums auf die Nähe zur Wirtschaft. „Es geht um die Stärkung der Forschung zusammen mit der Wirtschaft, und wenn die Forscher, die da rauskommen, exzellent sind, dann ist es ein Standortvorteil für große Firmen in Heilbronn und Baden-Württemberg“, so Petra Olschowski.

Die ersten Zeichen stimmen die Verantwortlichen positiv, obwohl es für eine abschließende Bewertung zu früh ist. „Imec hat ein hohes Interesse daran, dass wir quasi eine Top-Nachwuchsschmiede zum Chip-Design direkt in Heilbronn aufbauen“, betont die Ministerin. 

Der Bildungscampus ist Heimat für viele wissenschaftliche Institutionen.
Der Bildungscampus ist Heimat für viele wissenschaftliche Institutionen.  Foto: Kunz\, Christiana

 KI-Forschung: Keine Konkurrenz zur Hochschule Heilbronn

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel fordert eine Universität fürs Land, die den Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz legt. Petra Olschowski lehnt das aus mehreren Gründen ab. KI-Forschung habe das Land dennoch auf dem Schirm. Gut 600 Professoren beschäftigten sich im Land damit, sagt sie. Deshalb spricht die Ministerin zugleich von einem weiteren Puzzlestein, der die Region in diesem Bereich ergänzt. Petra Olschowski sieht das Zentrum deshalb auch nicht als Konkurrenz zur bestehenden Hochschule Heilbronn.

Klar ist zugleich: Viele Menschen in Heilbronn blicken auf die Entwicklungen mit Sorgen, erwarten steigende Mieten und fehlenden Wohnraum. Von solchen Sorgen weiß auch die Landesregierung. Petra Olschowski betont gegenüber der Stimme: „Das verändert und fordert eine Stadt, und das ist natürlich auch eine Entscheidung der Stadt Heilbronn und ihrer Bürgerinnen und Bürger, wie sie mit so einer Veränderung umgehen, ob sie sie als Chance begreifen.“

Graduiertenzentrum in Heilbronn: Das erhofft sich die Dieter-Schwarz-Stiftung

Drei Unis und das Land stehen hinter dem Graduiertenzentrum, die Federführung liegt beim KIT. Professor Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des KIT, unterstrich diese Woche bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung die Ambitionen der Neugründung: „Die drei Universitäten verknüpfen ihre vorhandene Expertise in zahlreichen Forschungsfeldern gezielt mit angewandter KI.“ Laut einer Pressemitteilung  betonte er zudem: „Es wird vor allem entscheidend sein, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft zu übertragen.“ Das Zentrum werde einen „wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und zur technologischen Souveränität Europas leisten“.

Professor Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, ist sicher: „Wir bieten dabei weit mehr als nur Räume: Wir garantieren den Talenten direkten Zugang zu den entscheidenden Playern unseres Ökosystems – vom Ipai über die Campus Founders bis hin zu Weltmarktführern.“ Durch diese Einbettung könnten KI-Lösungen „sofort unter realen Bedingungen validiert und in die Anwendung gebracht werden“.

Im Vollausbau ab dem Jahr 2029 wird Baden-Württemberg Conn-AIx mit rund 30 Millionen Euro jährlich fördern. Die Dieter-Schwarz-Stiftung unterstützt das Land und die Universitäten mit der kostenfreien Bereitstellung von Flächen und Infrastruktur in Heilbronn. Zehn Professorinnen und Professoren mit Schwerpunkt Promotionsbetreuung sollen laut einer Pressemitteilung 60 internationalen Promovierenden und 20 Postdoktorandinnen und -doktoranden zusammenarbeiten. Sie werden sich vornehmlich um die Steuerung und Entwicklung der nächsten Generation von KI wie beispielsweise humanoide Roboter oder Maschinen beschäftigen.




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