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Boom mit Leihwagen: Carsharing erreicht in Heilbronn neue Höchstwerte

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Mehr Fahrzeuge, mehr Kilometer: Im Ausschuss des Heilbronner Gemeinderats geht es um Möglichkeiten, die Mietwagen in die Stadtteile zu bekommen. Das schlägt das Rathaus vor.

Per App zum Auto: Auch in Heilbronn können Nutzer Fahrzeuge stundenweise mieten. Das Geschäft mit den Leihwagen erlebt derzeit einen regelrechten Boom.
Per App zum Auto: Auch in Heilbronn können Nutzer Fahrzeuge stundenweise mieten. Das Geschäft mit den Leihwagen erlebt derzeit einen regelrechten Boom.  Foto: Foto: Eva March/stock.adobe.com

Vier Unternehmen bieten in Heilbronn Carsharing an, und insgesamt erlebt dieses Geschäft mit Leihwagen einen Boom. Das ist einer Auswertung zu entnehmen, die das Rathaus diesen Dienstag, 20. Februar, ab 15 Uhr den Stadträten im Bau- und Umweltausschuss präsentiert. Vorausgegangen war eine entsprechende Anfrage der SPD- und Grünen-Fraktionen. Das Thema passt in die Zeit, denn erst kürzlich haben Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn erste Zwischenergebnisse einer nichtrepräsentativen Umfrage zur Mobilität in der Stadt vorgelegt. Die Details waren teilweise sehr ernüchternd.

Die Carsharing-Zahlen wachsen. Waren im Jahr 2021 noch 52 Fahrzeuge in Heilbronn stationiert, die fast 670.000 Kilometer gefahren wurden, waren es ein Jahr später bereits fast 300.000 Kilometer mehr. Und das, obwohl nur vier Fahrzeuge hinzugekommen sind. Die beiden Fraktionen wollen von der Verwaltung wissen, wie der Ausbau in weniger attraktiven Lagen wie den Stadtteilen gelingen kann.

Carsharing in Heilbronn: Wie die Fahrzeuge auch in Stadtteile kommen können

Dazu sieht das Rathaus in seiner Antwort auch die Einwohner in der Pflicht, um die Anbieter von Nachfrage und Wirtschaftlichkeit zu überzeugen: "Eine Bürgerinitiative mit ausreichend Zulauf könnte die Entscheidung für einen oder mehrere Standorte erleichtern." Damit sich ein Fahrzeug lohnt, seien pro Monat 100 bis 120 Buchungsstunden nötig. Dann spreche man von einer "ausreichenden Auslastung", so die Stadtverwaltung in der Antwort an den Ausschuss.

Das Rathaus will Carsharing derzeit erst dann einsetzen, wenn bei den eigenen Dienstfahrzeugen die Kapazitäten fehlen. Die Verwaltung lehnt Finanzspritzen an die Carsharing-Anbieter ab und verweist dabei unter anderem auf die aktuelle Haushaltslage. Die Stadt will dennoch mit den Anbietern Zeag und Stadtmobil darüber sprechen, wie deren Angebote stufenweise ausgebaut werden können.

Fürs Carsharing wird 2026 ein wichtiges Jahr

Außerdem will die Verwaltung prüfen, weitere Standorte zu erschließen. Im Jahr 2026 folgt die nächste Ausschreibung von Carsharing. Dabei solle überlegt werden, sogenannte Standortbündel auf den Markt zu bringen. Sie bestehen aus "wirtschaftlich attraktiven und weniger attraktiven Standorten", so die Stadtverwaltung in der Stellungnahme an die Kommunalpolitiker. Mit diesem Weg will das Rathaus sicherstellen, dass beispielsweise auch Stadtteile berücksichtigt werden.

Die dualen Studenten hatten sich Anfang des Jahres bei einer Online-Umfrage dazu umgehört, wie zufrieden Menschen aus der Region mit der Mobilität sind. Von der Mobilitätswende ist in Heilbronn nichts zu spüren, so die Einschätzung der DHBW, Busse und Bahnen gelten als zu teuer, Carsharing-Angebote lassen sich nicht bewerten. Im Internet bewegt die Berichterstattung darüber die User. Eine Kommentatorin findet, dass man in Heilbronn kein eigenes Auto benötige. Dem widersprechen andere. So heißt es: Dass Heilbronn vom Image einer Autostadt weg möchte, gefalle vielleicht jungen Studenten, den anderen aber nicht.




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