Studenten erstellen Umfrage: So zufrieden sind Heilbronner mit der Mobilität
In einem Projekt von DHBW-Studenten in Kooperation mit der Heilbronner Stimme werden Heilbronner zur Mobilität befragt. Was hinter dem Projekt steht.

Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) wollen eine Lücke bei Fragen rund um die Mobilität schließen: Wie zufrieden sind die Heilbronner, wie die Pendler? Dazu entwickeln sie einen Fragenkatalog, der online ab diesem Montag beantwortet werden kann. Die Heilbronner Stimme ist Kooperationspartner des Projekts und wird ausführlich über die Ergebnisse berichten.
"Wir haben eine vergleichsweise schlechte Datenbasis", sagt Professor Niels Biethahn, der das Projekt des Studiengangs BWL-Dienstleistungsmanagement, Consulting & Sales, Automotive betreut. Doch gerade eine gute Ausgangslage brauche man, wenn man beim Verkehr etwas ändern wolle.
Umfrage zur Mobilität: Das ist das Ziel der DHBW-Studenten
Die Studenten nehmen es genau, wälzten zur Vorbereitung wissenschaftliche Bücher und führten mit Mobilitätsexperten ausführliche Gespräche. Beispielsweise kam Stephan Tschierschwitz, der den Bereich Mobilitätslösungen der Schwarz Mobility Solutions GmbH leitet, vorbei. Und auch Hans-Martin Sauter vom Verkehrsclub Deutschland stand den Studenten Rede und Antwort. "Mobilität ist immer regional", sagt Niels Biethahn.
Da gebe es in Heilbronn zwar den Bahnhof als Mobilitätsknoten, doch wie genau sieht es auf der letzten Strecke bis zum Zuhause der Heilbronner aus? Oder wie genau kommen die Arbeitnehmer in die Büros? "Wir können zwar viel messen", sagt der Professor. Es sei aber unklar, wie das Empfinden der Menschen ist. "Die Stadt Heilbronn hat sich unheimlich toll entwickelt", sagt der Professor. Sie wachse, wird es zukünftig noch weiter tun - beispielsweise durch das Zentrum Künstliche Intelligenz (Park Artificial Intelligence, Ipai). Es gebe wohl kaum eine so dynamische Stadt wie Heilbronn, sagt er. Ob die Mobilitätswende in Heilbronn voranschreitet, wird wohl erst 2025 ersichtlich.
Teilnehmer: Verantwortliche hoffen auf eine rege Teilnahme
Die Studenten hoffen, dass sich viele Einwohner aus Heilbronn samt Stadtteilen und Pendler an der Umfrage beteiligen. Weil das Thema vielschichtig ist, interessieren sich die Studenten nicht nur für die Heilbronner Sicht. Tausende pendeln in die Stadt hinein. Ziel ist es, ein umfassendes Bild über die Situation in Heilbronn zu bekommen. Niels Biethahn sieht die Analyse nur als einen ersten Schritt an. Er hofft, mit diesem Ist-Zustand einen "gesellschaftlichen Diskurs" starten zu können. Im Anschluss sei die Kommunalpolitik gefordert, eigene Schwerpunkte zu setzen. Für Nils Biethahn ist dabei eines wichtig: "Am Ende muss man die Bevölkerung mitnehmen."
Den Studenten helfen in der Vorbereitung die Gespräche mit den Experten wie etwa Stephan Tschierschwitz, der seit mehreren Jahren bei der Schwarz-Gruppe tätig ist. "Es war interessant, einen Einblick in seine Erfahrungen zu bekommen", sagt Lisa Meyer. Ihrer Kommilitonin Susanne Majuntke sieht das ähnlich. Man lese so viel über die Mobilitätswende und darüber, dass Menschen umdenken müssten. Interessant zu sehen sei, wie dieses umgesetzt wird.
Bei der Umfrage engagieren sich Mobilitätsexperten
Stephan Tschierschwitz spricht mit den Studenten darüber, dass am Ende Mobilität bequem sein müsse. Dass es auf autonome Shuttle hinausläuft, weil Fachkräfte fehlen, um beispielsweise Busse in der gewohnten Frequenz fahren zu lassen. Autonome Mobilität ist seiner Ansicht nach eine Lösung, "die schneller kommt als später". Es geht auch um den Markt der E-Scooter, bei dem mittlerweile Anbieter aufhörten - was aber nicht unbedingt zum Nachteil für die Kunden werden müsse. Wichtig für ihn ist es zu wissen, wo der Bedarf der Menschen liege. Den müsse man kennen.
Als Experte steht Stephan Tschierschwitz den Studenten gern zur Verfügung, sagt er. Mit Mobilität befasse er sich den ganzen Tag. Zudem ist es ihm wichtig, "junge Menschen zu fördern". Er ist gespannt auf die Ergebnisse. Theoretisch könnte es schließlich möglich sein, dass die Heilbronner den neuen Mobilitätslösungen offen gegenüberstehen - aufgrund der Nähe zu den Vorreitern, beispielsweise im Ipai oder auf dem Bildungscampus. "Hier passiert so viel Zukunftsträchtiges", sagt Stephan Tschierschwitz.
Hier geht es zur Umfrage: https://ww3.unipark.de/uc/Mobility_Heilbronn/
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