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Car-Freitag

Kampf gegen Raser-Szene im Raum Heilbronn: Polizei kontrolliert am „Car-Friday“

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Bei den verstärkten Polizeikontrollen gehen im Gebiet der Polizeidirektion Heilbronn einige Raser und Fahrzeuge ohne ordnungsgemäße Betriebserlaubnis ins Netz. Der Karfreitag steht als „Car-Friday“ in der Autotuning-Szene als Start in die Saison.


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Wer in Heilbronn abends über die Oststraße fährt oder durch die Allee schlendert, trifft fast täglich auf hochmotorisierte Autos, die über die Straßen rasen, Fehlzündungen provozieren und rechtzeitig vor dem nächsten Blitzer das Tempo drosseln, um keinen Strafzettel zu riskieren. Die Raser und Poser sind seit einigen Jahren ein gefährliches, manchmal auch tödliches Phänomen, wie der Wollhaus-Raser mit seiner schrecklichen Tat in Heilbronn vor Augen geführt hat. Ihnen hat die Polizei verstärkt den Kampf angesagt.

Verstärkte Kontrollen am „Car-Friday“: Polizei Heilbronn geht gegen Poser und Raser vor

Dazu dient seit vier Jahren auch der „Car-Friday“, an dem bundesweit verstärkt gegen die Poser- und Tuner-Szene vorgegangen wird. Hintergrund ist, dass die Szene seit Jahren ausgerechnet den Karfreitag auserkoren hat, um sich erstmals im Frühling zu präsentieren.

Deshalb hat auch die Polizeidirektion Heilbronn im gesamten Zuständigkeitsbereich verstärkte Kontrollen angekündigt. „Unser Kompetenzteam PuR ist heute überall im Einsatz, um die Null-Toleranz-Strategie durchzusetzen“, erläutert Annika Schulz, Sprecherin der Polizeidirektion. PuR steht in der Polizeisprache für Poser und Raser.


Hotspots, an denen sich die Szene trifft, sind in Heilbronn beispielsweise die Parkplätze des Möbelhauses Bierstorfer, am Kaisersturm und im Wohlgelegen. „Die typischen Hotspots sind heute alle noch leer“, stellt Polizeikollege Manuel Unser am Freitagmittag gegen 16 Uhr fest. An bestimmten Tagen kann es vorkommen, dass sich allein im Wohlgelegen bis zu 300 Fahrzeuge aus der Szene treffen.

BMW fällt an „Car-Friday“ durch Knallgeräusche in Heilbronn auf

Kurz nach 16 Uhr meldet sich Streife fünf aus Böckingen. Die Beamten haben einen 4er-BMW angehalten, der zuvor mehrfach auffällig geworden ist. Das blaue Cabrio mit rund 400 PS war in der Stadt durch laute Knallgeräusche aufgefallen. Zudem war der Fahrer verbotswidrig links abgebogen.

In Böckingen stellt ihn die Streife. „Wir haben festgestellt, dass am Fahrzeug Änderungen vorgenommen wurden, die nicht im Fahrzeugschein eingetragen sind. Damit ist die Betriebserlaubnis erloschen“, erläutert Einsatzleiter Jonas Pfitzenmaier. Ein Ordnungsverfahren wird eingeleitet, den Fahrer erwartet ein Bußgeld im niedrigen vierstelligen Bereich.

Verstöße am „Car-Friday“: Polizei Heilbronn kontrolliert mit Blitzern

Die mobile Geschwindigkeitsmessanlage an der Neckartalstraße weist inzwischen 27 Verstöße auf. Spitzenreiter in der 50er-Zone ist ein Fahrer mit netto 85 km/h. Ihn erwarten ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 339 Verstöße festgestellt. „Wir haben ja erst um 15:30 Uhr angefangen“, sagt der Beamte lächelnd.

In Tauberbischofsheim geht unterdessen ein getunter BMW mit einem Heckspoiler ins Netz, dessen Betriebserlaubnis gefälscht ist. Weil das als Straftat gilt, wird er erkennungsdienstlich behandelt. So geht ein relativ ruhiger Nachmittag zu Ende. „Erfahrungsgemäß nimmt das am Abend zu“, sagt Michael Unser. „Außerdem wissen wir noch nicht, was in der breiten Fläche los ist“, ergänzt er. Eine endgültige Bilanz des „Car-Fridays“ könne ohnehin erst nach dem Osterwochenende gezogen werden.




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