Bildungspolitik: So reagiert Heilbronn auf das neue G9 und das mittelfristige Aus des Werkrealschul-Abschlusses

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Das neunjährige Gymnasium kommt zurück, der Werkrealschulabschluss fällt mittelfristig weg: Heilbronn prüft bauliche Anpassungen. Erste Prognosen zeigen: Große Bauprojekte sind nicht notwendig. Es gibt eine Ausnahme.

Zurück zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium: Die meisten Fünftklässler an Gymnasien in Baden-Württemberg streben die Allgemeine Hochschulreife nach insgesamt 13 Schuljahren an, nicht mehr nach zwölf.
Zurück zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium: Die meisten Fünftklässler an Gymnasien in Baden-Württemberg streben die Allgemeine Hochschulreife nach insgesamt 13 Schuljahren an, nicht mehr nach zwölf.  Foto: Armin Weigel

Der Landtag in Stuttgart entscheidet, die Städte und Gemeinden müssen reagieren. Die Stadtverwaltung Heilbronn hat den Mitgliedern des Bildungsbeirats kürzlich aufgezeigt, wie sich bevorstehende bildungspolitische Entscheidungen auf die Arbeit auswirken werden.

Eltern und Kinder jubeln, dass das Abitur an allgemeinbildenden Gymnasien wieder nach neun Jahren gemacht wird. Die jetzigen Fünfer sind die ersten, die für den Abschluss mehr Zeit haben. Die älteren Kinder und Jugendlichen machen das Abitur weiterhin nach acht Jahren an Gymnasien.

Zurück zum neunjährigen Gymnasium in Heilbronn: Stadt erwartet keine größeren Umbauten

Wie sich diese zusätzliche Schulzeit auf die Anzahl der benötigten Klassenzimmer auswirkt, wird in der Stadt gerade erarbeitet. Die Raumkapazitäten werden derzeit geprüft. Erstes Fazit: "Wir gehen nicht von größeren baulichen Maßnahmen aus", sagte Karin Schüttler, die im Rathaus das Schul-, Kultur- und Sportamt leitet. Eine Ausnahme sei die Mensa fürs Robert-Mayer-Gymnasium. 

Der Werkrealschulabschluss fällt langfristig weg. Alle Kinder, die derzeit Werkrealschulen besuchen, können ihn noch machen, die kommenden Fünfer nicht mehr. Das Land lässt offen, wie die Verantwortlichen vor Ort darauf reagieren: Werkrealschulen können nur den Hauptschulabschluss anbieten, sich mit Real- oder Gemeinschaftsschulen zu Verbünden zusammenschließen oder zu Real- und Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln.

In Neckarsulm lobt Kultusministerin Schopper Verbundschulen

In Heilbronn haben sich Verwaltung und Schulen erstmals zu dem Thema getroffen. "Es gibt keinen Druck", beruhigte Karin Schüttler. In Neckarsulm lobte kürzlich Kultusministerin Theresa Schopper, dass die Franz-Binder-Verbundschule die Schularten Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschule unter einem Dach anbietet. Zugleich weiß sie, dass solche Verbundlösungen nur dann funktionieren können, wenn die Schulen in der Nachbarschaft liegen.

Genau das macht solche Kooperationen in Heilbronn schwierig - weil die Schulen an unterschiedlichen Stellen in der Stadt liegen. Verbünde seien in Heilbronn "sehr aufwendig zu organisieren", ergänzte in der Sitzung des Bildungsbeirats Bürgermeisterin Agnes Christner, deren Dezernat unter anderem für Bildung zuständig ist. Eines ist offenbar gesetzt, die Standorte stünden nicht zur Disposition. "Wir halten an den Schulen fest."

Wohin nach Klasse 4? Das sind die neuen Regeln für den Übergang

Interessant wird sein, wie sich die neue Grundschulempfehlung auf das Anmeldeverhalten der Eltern auswirkt. Bislang entscheiden allein die Eltern über die weiterführende Schulart, das gilt nicht mehr für die Viertklässler. Um an ein Gymnasium zu kommen, müssen zwei von drei Kriterien für diese Schule sprechen: Elternwunsch, Empfehlung der Lehrer oder Kompetenztest "Kompass 4". Sollte das nicht der Fall sein, Eltern dennoch ein Gymnasium wollen, können die Kinder dort einen Potenzialtest ablegen.




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