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Nordumfahrung und Neckartalstraße in Heilbronn: Bau, Kosten und Zeitplan im Überblick

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Das 57-Millionen-Euro-Projekt in Heilbronn dient der Verkehrsanbindung von Ipai und Böllinger Höfe. Der erste Bauabschnitt der Nordumfahrung dauert bis Sommer 2028. Wann Autofahrer mit Einschränkungen rechnen müssen.


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Am Donnerstag (26. März) um 10 Uhr ist es so weit: Der Startschuss für eines der größten Straßenbauprojekte Heilbronns der vergangenen Jahrzehnte erfolgt offiziell. Mit dem Spatenstich an der Alexander-Baumann-Straße/ Einmündung Grundäckerstraße läutet Oberbürgermeister Harry Mergel den Bau der Nordumfahrung sowie den vierspurigen Ausbau der Neckartalstraße ein. Das in drei Phasen gegliederte Projekt wird die Stadt voraussichtlich die nächsten mindestens sieben Jahre beschäftigen. Allein der erste Bauabschnitt ist mit 57 Millionen Euro veranschlagt.

Nordumfahrung in Heilbronn: Worum geht es bei dem Projekt?

Die Nordumfahrung soll im Endausbau einen direkten Anschluss von der B39 zur Neckartalstraße schaffen. Der Industriepark Böllinger Höfe sowie der in der Entstehung begriffene Innovationspark für Künstliche Intelligenz (Ipai) sollen darüber besser an das übergeordnete Straßennetz angebunden werden. Der gewünschte Nebeneffekt dieser Maßnahme ist eine spürbare Reduktion des Durchgangsverkehrs in den Stadtteilen Frankenbach und Neckargartach. Mit der Nordumfahrung einher geht der vierspurige Ausbau der Neckartalstraße, über die das größere Verkehrsaufkommen fließen soll.

Nordumfahrung in Heilbronn: Wie lange wird gebaut?

Der erste Bauabschnitt soll im Sommer 2028 fertig sein. Als erster Meilenstein bis dahin gilt der Anschluss des Ipai ans Straßennetz, der im Juni 2027 erfolgen soll. Die Bauabschnitte zwei und drei sollen unmittelbar folgen. Läuft alles nach Plan, stehen die Finanzierungen, gibt es keine bösen Überraschungen im Untergrund, keine größeren wetterbedingten Verzögerungen, dann könnte die komplette Nordumfahrung der Stadtteile Frankenbach und Neckargartach 2033 fertiggestellt sein.

Auch im Bereich der Buchener Straße beim ehemaligen Landliebe-Gelände wird die Neckartalstraße ausgebaut.
Auch im Bereich der Buchener Straße beim ehemaligen Landliebe-Gelände wird die Neckartalstraße ausgebaut.  Foto: Seidel, Ralf

Warum verschlingt der Bau der Heilbronner Nordumfahrung so viele Millionen?

Ein wesentlicher Grund ist bereits im ersten Bauabschnitt von 1,5 Kilometern Länge der zu überwindende Höhenunterschied von 66 Metern. Hinzu kommt der notwendige Bau von zwei Brücken. Die rund 80 Meter lange Wächtelesbrücke überspannt im Westen den Wächtelesgraben und ist Teil der Nordumfahrung. Die Feldwegbrücke „Am Näpfle“ überspannt dagegen die Nordumfahrung, damit insbesondere der landwirtschaftliche Verkehr, aber auch Fahrräder und Fußgänger eine Nord-Süd-Verbindung besitzen. Im Rahmen des Projekts wird zwischen der Böllinger Straße und der Wimpfener Straße zudem ein neues Regenüberlaufbecken errichtet.

Nordumfahrung in Heilbronn: Wer baut vor Ort?

Für das Projekt bilden mehrere Unternehmen der Wolff & Müller Gruppe mit Hauptsitz in Stuttgart eine Arbeitsgemeinschaft. Zu dieser gehören die Wolff & Müller Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG, die Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH und die PST Spezialtiefbau Süd GmbH.

Welche Einschränkungen resultieren aus den Bautätigkeiten? 

Im Augenblick praktisch noch gar keine. Erst ab den Sommerferien werden auf der Neckartalstraße Geschwindigkeiten reduziert, Fahrspuren verengt oder zeitweise gesperrt werden. Grundsätzlich soll der Verkehr aber über die gesamte Zeit durchgängig in beide Richtungen fließen. Der Baustellenverkehr wird größtenteils über Nebenstraßen abgewickelt, um die Neckartalstraße nicht noch zusätzlich belasten. Die Stadt hat im Vorfeld versichert, jeweils aktuell über Veränderungen zu informieren. 

Ist das Projekt Verlängerung der Saarlandstraße damit endgültig gestorben?

Auf längere Sicht – ja. Die Verlängerung der Saarlandstraße ist eine Frankenbacher Uralt-Forderung, weil sie die zeitweise überlastete Ortsdurchfahrt entlasten würde. Realisiert ist nur der erste Bauabschnitt zwischen Neckartal- und Römerstraße, der Saarlandkreisel. Von hier sollte die Trasse tiefergelegt bis zur Heidelberger Straße verlaufen. Die finanziellen Mittel für diesen zweiten von drei Bauabschnitten wurden jetzt in das Projekt Nordumfahrung umgeschichtet. Im planerischen Bestand bleibt die Verlängerung der Saarlandstraße allerdings enthalten, könnte also eines fernen Tages wieder hervorgeholt werden.




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