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Bahnbogen Süd in Böckingen: Verbindungsweg soll grüne Klima-Oase werden

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Das Grünflächenamt der Stadt Heilbronn plant entlang der Schiene in Böckingen eine grüne Verbindung zwischen dem ehemaligem Eisenbahnmuseum und dem Altem Friedhof. Das Projekt soll 2026 fertig sein.

Der Bahnbogen Süd in Böckingen ist im Laufe der Jahre verwahrlost. Die Stadt Heilbronn will die Strecke mit einem Begrünungsprogramm aufwerten.
Der Bahnbogen Süd in Böckingen ist im Laufe der Jahre verwahrlost. Die Stadt Heilbronn will die Strecke mit einem Begrünungsprogramm aufwerten.  Foto: Seidel, Ralf

Böckingen soll grüner werden. Zumindest am sogenannten Bahnbogen Süd. Vom ehemaligen Eisenbahnmuseum bis zum Alten Friedhof plant die Stadt Heilbronn auf insgesamt knapp 18.000 Quadratmetern eine Grünverbindung entlang der Bahngleise. "Wir wollen hier für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen", sagte Michael Schmid, stellvertretender Leiter des Grünflächenamts am Donnerstagabend vor.

Eingeladen hatte die Stadtverwaltung interessierte Bürger. Rund 15 Böckinger haben das Angebot angenommen, um sich die Planung vor Ort anzuhören und eigene Ideen vorzuschlagen.

Bahnbogen Süd: Asphaltierte Strecke ist gespickt mit Kratern

Derzeit gleicht der Bahnbogen Süd ab dem ehemaligen Eisenbahnmuseum Richtung Süden eher einem heruntergekommen Lost Place als dass er zum Verweilen einladen würde. Die asphaltierte Strecke zwischen dem Recyclinghof und dem abbruchreifen Bahnhofsgebäude unmittelbar vor dem Alten Friedhof ist gespickt mit Kratern und Rissen. Mit Graffiti überzogene Garagen auf der einen Seite stehen schrottreifen Lokomotivenwracks auf der anderen Seite gegenüber.

Der Bolzplatz, der tagsüber gut von Kindern- und Jugendlichen angenommen wird, werde laut einem Anwohner mit Einbruch der Dunkelheit zur Anlaufstelle für die Drogenszene. Schüsse habe er schon gehört. "Aber die Polizei sagt, sie kann nichts machen", so der Anwohner.

Bund stellt 4,8 Millionen Euro Fördermittel in Aussicht

Das soll jetzt anders werden. Die Stadt will die Strecke in "einen attraktiven Aufenthalt- und Erholungsort" verwandelt, so der Leiter des Grünflächenamtes. Die rund 5,6 Millionen Euro teure Maßnahme soll bis 2026 fertiggestellt sein. Laut Dana Fischer, Projektleiterin des Bahnbogens beim Grünflächenamt der Stadt, hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Herbst vergangenen Jahres Fördermittel von rund 4,8 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das wären laut Planung rund 85 Prozent der Gesamtkosten. Demnach verblieben 15 Prozent bei der Stadt Heilbronn.

Der erste Bauabschnitt vom Sonnenbrunnen bis zum ehemaligen Eisenbahnmuseum ist bereist seit 2020 fertiggestellt. Jetzt wird im zweiten Bauabschnitt eine Grünverbindung zwischen der Böckinger Mitte und dem alten Friedhof konzipiert. Neben der Aufenthaltsqualität stehe dabei eine langfristige Verbesserung des Kleinklimas an. Darüber hinaus beinhalte die Planung ein nachhaltiges Regenwassermanagement sowie eine neue Fuß- und Radwegeverbindung.

Stadt führt Grundstücksverhandlungen mit der Deutschen Bahn

"Böckingen ist dicht besiedelt", sagte Dana Fischer. Die Ortsmitte sei eine von vielen sogenannten Hitzeinseln, so die Projektleiterin. Bei heißen Sommertemperaturen wolle sicher keiner den ganzen Tag in seiner Wohnung verbringen, vermutete die Mitarbeiterin des Grünflächenamts. Sogenannte Klima-Oasen auf dem Bahnbogen Süd sollen den Bewohner der benachbarten Quartiere eine abkühlende Alternative unter freiem Himmel bieten.

Der Großteil der überplanten Fläche gehört der Stadt, ein kleinerer Teil befindet sich im Eigentum der Deutschen Bahn. Die Stadt verhandelt derzeit über Grundstücksverkäufe. Wie weit diese bereits gediehen sind, wollen die Verwaltungsmitarbeiter aus verhandlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Anwohner bringen sich bei einer Ideenwerkstatt ein

Die Idee, aus dem Bahnbogen Süd einen Grünstreifen zu machen, entstand im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie von 2004 für die Bundesgartenschau 2019. "Böckingen ist damals leider hinten runtergefallen", sagte Michael Schmid.

Bevor die Planungen für die Neugestaltung des Bahnbogens Süd in Böckingen in trockenen Tüchern sind, will das Grünflächenamt Anregungen von den anliegenden Bürgern sammeln. Dazu hat die Verwaltung am Donnerstagabend zu einer Ideenwerkstatt eingeladen. Rund 15 Böckinger haben sich beteiligt. Sie schlugen unter anderem einen Trinkwasserbrunnen, eine insektenfreundliche Bepflanzung, Mitmach-Aktionen zu Klima und Stadtgrün, einen Generationengarten, Sitzgelegenheiten und interkulturelle Aktionen vor.




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