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Gemeinderat Heilbronn gibt grünes Licht für den Bahnbogen Böckingen Süd

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Der Bereich beim Rangierbahnhof in Böckingen wird neu gestaltet. Wie hoch die Kosten sind, ab wann gebaut wird und wie die Heilbronner Stadträte das Projekt bewerten.

Blick auf den südlichen Teil des Böckinger Bahnbogens mit leerstehenden Gebäuden und der Spitze der Stadtkirche. Für rund 5,6 Millionen Euro soll der etwa 600 Meter lange Streifen unterhalb der Leonhardstraße (rechts) gestaltet werden.
Foto: Christiana Kunz
Blick auf den südlichen Teil des Böckinger Bahnbogens mit leerstehenden Gebäuden und der Spitze der Stadtkirche. Für rund 5,6 Millionen Euro soll der etwa 600 Meter lange Streifen unterhalb der Leonhardstraße (rechts) gestaltet werden. Foto: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

Das Gestaltungskonzept, von der neuen Böckinger Mitte, vorbei am Eisenbahnmuseum bis zum Alten Friedhof bei der Pankratiuskirche eine attraktive Grünzone zu schaffen, nahm der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig zur Kenntnis. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben des Grünflächenamts auf rund 5,6 Millionen Euro, von denen der Bund aus dem Programm "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" 4,8 Millionen Euro beisteuert.

Für das Projekt hatten sich wie berichtet die Bundestagsabgeordneten Michael Link (FDP), Alexander Throm (CDU) und Josip Juratovic (SPD) stark gemacht. Angenommen wurde der von den SPD-Stadträten Rainer Hinderer, Herbert Tabler und Harald Pfeifer eingebrachte Antrag, im Rahmen der Planung die Bürger einzubeziehen. Vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung soll das Vorhaben 2024 bis 2026 umgesetzt werden.

 


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Neuer Standort für den Recyclinghof

Ebenfalls einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, ein europaweites Verfahren bezüglich der Freilandplanung durchzuführen. Ferner erhielt die Verwaltung den Auftrag, den erforderlichen Grunderwerb zu tätigen und einen neuen Standort für den Recyclinghof zu suchen.

"Diesem Projekt kann man bei dieser Förderquote nur zustimmen", freut sich schon heute Herbert Tabler (SPD) auf den Baubeginn. Bei allem Hochgefühl sieht er aber ein Problem: "Die Grundstücksverhandlungen mit der Bahn werden nicht einfach werden." Für erhaltenswert stuft er das Backsteingebäude im südlichen Bereich des Bahnbogens ein, und appellierte an die Verwaltung, den Wirt der ehemaligen Gaststätte "Zum Güterbahnhof", in der er derzeit lebt, bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Unstreitig ist für Tabler, dass der dortige Recyclinghof verlegt werden muss. Als möglichen neuen Standort sieht er die Viehweide: "Sie muss sowieso umgestaltet werden, weil hier ein wichtiger Zugang nach Böckingen vorbeiführt."

Große Flächen werden entsiegelt

Zweifel an der Verlagerung des Recyclinghofs hat CDU-Stadträtin Susanne Schnepf. Sie hält vielmehr eine Aufwertung des Spielplatzes für angebracht. Gut findet sie, dass aus dem Bahnbogen ein Ort der Begegnung werden soll. Für Ulrike Morschheuser (Grüne) ist bei der Gesamtbewertung des Projekts wichtig, dass die Flächen entsiegelt werden und eine neue Radwegverbindung geschaffen wird: "Jetzt haben wir die Chance, das Quartier besser an den Klimawandel anzupassen."

"Ich hoffe, dass die Grünanlage im Bahnbogen Süd nicht erst in 20 Jahren realisiert wird", mahnte Alfred Dagenbach (Pro) zur Eile. Ärgerlich findet er, dass am Sonnenbrunnen die versprochene Dampflok bis heute nicht aufgestellt wurde. Das Gestaltungskonzept des städtischen Grünflächenamts lobte Stadtrat Michael Link (FDP): "Der gesamte Bereich wird lebens- und wohnenswerter." Für Eugen Gall (FWV) steht fest: "Bei dieser Fördersumme von 4,8 Millionen Euro muss man zugreifen." Nach Auffassung von Marion Rathgeber-Roth (UfHN) benötigt der Bahnbogen Süd "dringend mehr Grün und mehr Qualität". Dass die Bürger eingebunden werden sollen, findet sie gut: "Die Menschen vor Ort wissen am besten Bescheid."

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