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Eingezogenes Raserauto in Heilbronn: Beschuldigter legt Widerspruch ein

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Immer wieder fiel der Fahrer eines weißen Mercedes in Heilbronn durch Rasen auf – bis Stadt und Polizei sein Auto einzogen und beschlagnahmten. Nun wehrt sich der Mann offenbar vor Gericht.


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Die Stadt Heilbronn und das Heilbronner Polizeipräsidium gehen aktuell gegen Raser vor. Erst am Freitag wurden zwei hochmotorisierte Mercedes von der Polizei beschlagnahmt und abgeschleppt. Die Fahrer hatten immer wieder gegen Verkehrsregeln verstoßen, seien durch die Stadt gerast und hätten unbeteiligte Fahrer bedrängt, erklärt die Polizei in einer Mitteilung. Die waghalsigen Fahrmanöver wurden anschließend im Internet zur Schau gestellt.

Stadt Heilbronn zieht weißen Mercedes ein: Beschuldigter wehrt sich

Dass Autos von Rasern eingezogen werden, ist in Heilbronn allerdings eine neue Maßnahme. Zum ersten Mal sind Polizei und das städtische Ordnungsamt diesen Schritt Ende Oktober gegangen: Sie kassierten einen weißen Mercedes Benz CLS 500 4Matic ein, dessen Fahrer über Monate zu schnell und mit gefährlicher Fahrweise unterwegs war.

Diesen weißen Mercedes Benz CLS 500 4Matic hat die Heilbronner Polizei bereits im Oktober beschlagnahmt und abschleppen lassen. Nun hat der Besitzer offenbar Widerspruch eingelegt.
Diesen weißen Mercedes Benz CLS 500 4Matic hat die Heilbronner Polizei bereits im Oktober beschlagnahmt und abschleppen lassen. Nun hat der Besitzer offenbar Widerspruch eingelegt.  Foto: privat

Nach Informationen unserer Redaktion gehört der Mercedes dem Cousin des verurteilten Wollhaus-Rasers. Der sogenannte Wollhaus-Raser wurde wegen Mordes und dreifachen versuchten Mordes zu neun Jahren Haft verurteilt, nachdem er in der Wollhausstraße – dort gilt Tempo 40 – mit rund 100 km/h unterwegs war und dabei das Auto einer Familie rammte. Der Familienvater war sofort tot. 

Polizei beschlagnahmt Raser-Fahrzeug in Heilbronn: Widerspruch eingelegt

Im Oktober 2025 wurde der weiße Mercedes des Cousins zunächst für 14 Tage von der Polizei beschlagnahmt – mit dem Ziel, ihn auch nach dieser Zeit nicht an den Fahrer zurückzugeben. Laut Stadt soll somit verhindert werden, dass von dem Fahrzeug in Zukunft eine „Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht“.

Das baden-württembergische Polizeigesetz erlaubt das in Paragraf 39: Wenn die Polizei ein Raserauto beschlagnahmt hat, kann die Stadt es dauerhaft einziehen und versteigern – sofern die Gefahr besteht, dass es künftig erneut beschlagnahmt werden könnte. Der Verkaufspreis steht dem Eigentümer zu, abzüglich der Verfahrenskosten.

Genau darum geht es jetzt: Die Stadt hat den PS-starken Mercedes nach der Beschlagnahme der Polizei mit Bescheid vom 19. Dezember 2025 dauerhaft eingezogen. Der nächste Schritt ist, den Wagen zu versteigern. Doch der Betroffene wehrt sich nun offenbar vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht. Nach Stimme-Informationen läuft dort momentan ein Verfahren, bei dem Widerspruch gegen die Einziehung des Fahrzeugs eingelegt wurde.

Raserauto in Heilbronn soll verkauft werden, um Straftaten zu verhindern

Welches Auto genau betroffen ist, bestätigen offizielle Stellen zwar nicht – aber, dass es in dem Fall um ein in Heilbronn eingezogenes Auto geht und dass es sich um einen Mercedes CLS 500 handelt. Solange das Widerspruchsverfahren läuft, wird das Fahrzeug nicht verkauft. Wann in dem Prozess entschieden wird, ist laut eines Sprechers des Verwaltungsgerichts in Stuttgart noch offen.

Es war das erste Mal, dass die Stadt zu diesen drastischen Mitteln griff, wie Rathaussprecherin Claudia Küpper erklärt. Zwölf Gesetzesverstöße im Jahr 2025 seien der Grund gewesen, den Mercedes einzuziehen. „Viele der Verstöße sind typisch für die Autoposer-Szene“, sagt Küpper. „Die Einziehung des Eigentums auf der Grundlage des Polizeigesetzes soll wahrscheinliche, künftige Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten verhindern.“

Auch die zwei am Freitag beschlagnahmten Luxus-Autos stammen laut Polizei aus dem Umfeld der Wollhaus-Raser-Familie.  




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