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Weniger Baugenehmigungen
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Im Raum Heilbronn erwerben weniger Menschen Wohneigentum – „Invest muss sich lohnen“

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Wohnbau-Genehmigungen sind in Stadt- und Landkreis Heilbronn rückläufig. Der Verein Haus und Grund kritisiert hohe Standardvorgaben.


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Die Bauindustrie hat auf der BAU-Messe in München vor einer Woche die aktuelle Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt kritisch betrachtet. Laut einer jüngsten Studie des Pestel-Instituts, das zu aktuellen gesellschaftlichen Themen forscht, ist der Traum von einer eigenen Immobilie oftmals ausgeträumt. Zumindest sind die entsprechenden Entwicklungen schon seit vielen Jahren rückläufig.

Rückgang des durchschnittlichen Eigentümeranteils auch in Baden-Württemberg

Demnach wird nicht nur bundesweit, sondern auch in Baden-Württemberg ein Rückgang des durchschnittlichen Eigentümeranteils verzeichnet. Während die Quote im Jahr 2011 noch bei 52,1 lag, sank die Zahl laut der Studie bis 2022 auf 50,6.

„Der Wohnungsbau ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Rechtsanwalt Albrecht Berroth, Vorsitzender des Vereins Haus und Grund Heilbronn. Er hofft darauf, dass sich die Lage nach den Bundestagswahlen mit einer neuen Regierung verbessern wird.    

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn zeigen die Daten laut statistischem Landesamt Baden-Württemberg ebenfalls nach unten. Lag die Zahl der Baugenehmigungen für Wohngebäude im Landkreis im Jahr 2011 noch bei 655, so ging es seitdem in einer Wellenbewegung zunächst auf und ab, erreichte aber 2023 mit 429 den mit Abstand niedrigsten Stand in diesem Zeitraum. 

Wohnraum wird auch in der Region Heilbronn dringend benötigt. Die Nachfrage ist groß, die Baugenehmigungen sind jedoch rückläufig.
Wohnraum wird auch in der Region Heilbronn dringend benötigt. Die Nachfrage ist groß, die Baugenehmigungen sind jedoch rückläufig.  Foto: Uli Deck

Baugenehmigungen im Raum Heilbronn: Vergleich zu 2022 gravierend

Auch im Stadtkreis Heilbronn zeigt sich laut Landesamt eine Wellenbewegung. Hier ist die Lage ein wenig anders als im Landkreis. Gab es 2011 insgesamt 70 Baugenehmigungen, so waren es 2023 mit 77 ein wenig mehr. Allerdings ist hier, ähnlich wie im Landkreis, der Vergleich zu 2022 gravierend. Da lag die Zahl der Baugenehmigungen noch bei 128 Gebäuden. Auch im Landkreis Heilbronn wurden 2022 noch 718 Einheiten genehmigt. 

„Ein Invest muss sich lohnen“, sagt Albrecht Berroth. „Wenn Sie bei einem Neubau hohe Standards erfüllen müssen, wird es schwierig.“ Er sieht vor allem ein Problem: „Als Vermieter müssen Sie mit den Bestandsmieten zurechtkommen.“ Dies passe mit den energetischen Auflagen jedoch nicht zusammen. Die neue Grundsteuerregelung sei dagegen keine Hürde für potenzielle Wohneigentümer.

Stadt Heilbronn: Zahl der Genehmigungen geht zurück

Bei der Stadt Heilbronn kümmert sich Thomas Hille in der Stabsstelle Strategie und Stadtentwicklung um dieses Thema und liefert eine Übersicht der Baugenehmigungen von 2010 bis zum dritten Quartal 2024.  

Danach sind die Wohnungsgenehmigungszahlen im dritten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahres-Quartal um 73 Prozent gesunken. Von Januar bis September 2024 lag die Zahl der Genehmigungen bei 125 Wohnungen. Im Vorjahreszeitraum wurden 455 Wohnungen zum Bau freigegeben. Auch die Genehmigungen von Einheiten in Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohnungen sind in diesem Zeitraum zurückgegangen, und zwar um 328.

Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser in Heilbronn nahezu gleich

Dagegen sind die 18 genehmigten neuen Ein- und Zweifamilienhäuser zum Vorjahr fast gleich (21 Gebäude) hoch. Zum größten Teil liege dies, so vermutet der Stratege, an der Erschließung der Baugebiete Bernhäusle und Klingenäcker. Diese sind ausschließlich für Ein- und Zweifamilienhäuser geplant.

Die aktuellen Zahlen vom vierten Quartal 2024 liegen der Stadt Heilbronn noch nicht vor. Doch Thomas Hille geht davon aus, dass es bis zum Jahresende 2024 keine wesentliche Steigerung der Genehmigungszahlen geben wird. Das bedeutet, dass die Zahl der genehmigten Wohnungen in 2024 deutlich unterhalb des Wertes von 2023 liegen dürfte. 

Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, übt Kritik an den politisch Verantwortlichen. „Viele Menschen haben Angst, heute ein Haus zu bauen, weil sie befürchten, dass künftige gesetzliche Anforderungen Investitionen nötig machen, die sie sich nicht leisten können“, sagt er. Das wiederum könne dazu führen, dass weniger Menschen Wohneigentum erwerben – ein Trend, der nicht nur die Eigentumsquote, sondern auch die Altersvorsorge gefährde. 

Stichwort Rückgang

Katharina Metzger ist Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Baustoff-Fachhandels (BDB) und blickt sorgenvoll auf den Einbruch bei den Baugenehmigungen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser seien die Zahlen unter der Ampelkoalition und Bauministerin Klara Geywitz laut einer Prognose von 126 000 im Jahr 2021 auf 50 000 im Jahr 2024 abgestürzt – ein Rückgang von rund 60 Prozent. Auch bei Mehrfamilienhäusern sehe es nicht besser aus. 

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