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Am 1. Februar

Cleebronn wählt: Was sich Vereine und Ehrenamtliche vom neuen Bürgermeister wünschen

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Mit dem Ende der Amtszeit von Thomas Vogl steht Cleebronn vor einem Wechsel. Die Bürger sind gefragt und auch Vereine und Ehrenamtliche melden sich mit klaren Anliegen.


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Es wird spannend in Cleebronn: Am 1. Februar wird ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin gewählt. Nach 24 Jahren tritt der amtierende Bürgermeister Thomas Vogl nicht mehr zur Wahl an.

Gleich vier Personen bewerben sich um seine Nachfolge: Eugen Raile, Hauptamtsleiter in Cleebronn, Timo Wenzel, Hauptamtsleiter in Erligheim, Ingrid Schmidt, Geschäftsführerin des Nachhilfeinstituts „Studienkreis“, und Eugen Sokolkov, Leiter der Beruflichen Schulen Heilbronn.

Kunstrasen, Tourismus, Ehrenamt: Das bewegt Cleebronn vor der Wahl

Spätestens nach dem Stimme-Wahlforum, bei dem sich die Kandidaten den Fragen der Redakteure Linda Möllers und Ben Ferdinand stellten, scheint eine Vorentscheidung gefallen zu sein – den Bürgermeisterposten machen Timo Wenzel und Eugen Raile wohl unter sich aus.

Die vier Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Cleebronn 2026: Eugen Sokolkov (v. l.), Ingrid Schmidt, Timo Wenzel und Eugen Raile.
Die vier Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Cleebronn 2026: Eugen Sokolkov (v. l.), Ingrid Schmidt, Timo Wenzel und Eugen Raile.  Foto: Seidel, Ralf

Doch abseits von Wahlversprechen, Applaus und Kandidatenantworten stellt sich eine andere Frage: Was wünschen sich Cleebronner Vereine und Ehrenamtliche vom neuen Rathauschef?

TSV Cleebronn wünscht sich Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit neuem Bürgermeister

„Wir hatten mit dem bisherigen Bürgermeister immer einen sehr guten Austausch“, sagt Thomas Ellwein, erster Vorstand des TSV Cleebronn. „Das möchten wir mit dem neuen Amtsinhaber gerne fortführen.“ Auch die Pläne und Bedürfnisse des TSV sprechen dafür: Die in die Jahre gekommene TSV-Halle soll renoviert werden, zudem wünscht sich der Verein einen Kunstrasenplatz, der einen der beiden Rasenplätze ersetzen soll.

„Das sind natürlich Investitionen, aber sie haben viele positive Auswirkungen“, betont Ellwein. Der Verein sei das Herz der Kommune: „Wir haben immerhin 1.300 Mitglieder – jeder Zweite ist beim TSV.“

Ortsbauernverband Cleebronn: „Nicht viel reden, sondern anpacken“

Für Timo Staiger, Vorsitzender des Ortsbauernverbands, und seine Mitglieder steht fest: „Wir haben einen Favoriten, der für uns Landwirte ideal wäre. Er hat sich bei uns auch schon vorgestellt.“ Mit der bisherigen Verwaltung war man nicht immer zufrieden: „Uns wurden teilweise fertige Baubeschlüsse vorgelegt, die uns betroffen haben – ohne dass wir ein Mitspracherecht hatten“, kritisiert Staiger.

Er fordert bessere Kommunikation, Verständnis und einen respektvollen Umgang mit den Landwirten. „Und er sollte, wie wir, nicht viel reden, sondern anpacken.“ Handlungsbedarf sieht Staiger vor allem bei den Feldwegen: „Die verfallen zunehmend und sehen immer schlimmer aus.“

Volles Haus beim Stimme-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Cleebronn 2026.
Volles Haus beim Stimme-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Cleebronn 2026.  Foto: Seidel, Ralf

Vergebenes Potenzial im Cleebronner Tourismus

Rosemarie Seyb, die Weinerlebnisführungen in Cleebronn anbietet, sieht ein klares Defizit in der Außenwirkung der Kommune. „Stellen Sie sich vor – Cleebronn hat nicht mal einen Flyer“, beklagt sie. Nur Neubürger erhalten eine kleine Infomappe. „Wie sollen sich Menschen, die hier neu sind, über das Angebot vor Ort informieren?“ Auch im Neckar-Zaber-Tourismusprospekt werde Cleebronn nicht einmal erwähnt. „Da ist deutlich mehr möglich“, meint Seyb.

Allein die Weinkultur biete viel Potenzial. Sie befürchtet, dass durch die schwache Außendarstellung Zugezogene Cleebronn nur als Schlafort sehen und sich nicht im Ort engagieren oder Veranstaltungen besuchen. „In diese Richtung bewegen wir uns leider“, kritisiert sie.

Musikverein Cleebronn: „Ehrenamt soll wieder mehr Anerkennung erfahren“

„Wichtig für uns ist eine offene, wertschätzende Kommunikation“, sagt Melanie Fuchs, Vorstandsmitglied und Jugendleiterin im Musikverein Cleebronn. „Das Ehrenamt soll wieder mehr Anerkennung erfahren.“ Der Musikverein unterstütze zahlreiche Veranstaltungen im Ort und organisiere selbst mehrere. „Es ist bereits viel geboten – noch mehr Feste, wie es manche Kandidaten vorschlagen, brauchen wir nicht“, so Fuchs.

„Wir freuen uns sehr auf den neuen Bürgermeister – und es ist ein Geschenk, dass sich gleich vier Kandidaten zur Wahl stellen.“ Es sei kein leichtes Amt: „Hochachtung vor allen, die sich das zutrauen“, lobt Fuchs, die auch in der Kirchengemeinde aktiv ist.

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