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Teure Urlaubsreisen: Heilbronner Tourismusexperten verraten Trends

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Trotz steigender Preise und globaler Unsicherheit setzen immer mehr Menschen auf kürzere Trips. Auch die Region Heilbronn profitiert von dieser Entwicklung. 


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Krisen, Kriege, angespannte Wirtschaft: Angesichts der weltpolitischen Lage herrscht bei vielen Deutschen derzeit große Unsicherheit – auch in Bezug auf ihre Finanzen. Urlaubsreisen bieten zwar die Möglichkeit, dem turbulenten Weltgeschehen für eine Weile zu entfliehen. Doch die Preise für die schönsten Wochen des Jahres sind deutlich gestiegen.

„Als Familie mit zwei Kindern kommen Sie heute bei Reisen für 14 Tage Urlaub inklusive Flug nicht mehr unter 4.000 Euro“, sagt Tourismusexperte Christian Buer von der Hochschule Heilbronn. Insbesondere Fernreisen mit Zielen wie Bali oder den Malediven seien für viele Deutsche nicht mehr finanzierbar.

Teure Urlaubsreisen: Mittelmeerregion bleibt beliebt

Beliebt bleiben daher nach wie vor die Angebote in der Mittelmeerregion. „Das sind die Standardziele wie Spanien, Italien, Griechenland, die Kanarischen Inseln, die Türkei und auch Ägypten“, unterstreicht Claus Böhm. „Etwas günstiger ist noch Bulgarien, die haben sehr gute Angebote“, ergänzt der Geschäftsführer vom gleichnamigen Reisebüro in Heilbronn.

„Was sehr gut läuft, sind auch unsere Kreuzfahrten, sowohl Hochsee- als auch Flussfahrten. Dabei gibt es auch gute Angebote für Familien, bei denen Kinder in der Kabine der Eltern frei sind“, so Claus Böhm. Vor allem Donau, Rhein, Rhone und Seine seien beliebt. „Auch der Douro in Portugal ist im Kommen“, ergänzt sein Kollege Tim Schäfer. Er stellt durchaus auch ein verändertes Reiseverhalten fest.  

Tourismus boomt trotz steigender Preise: Deutschland liegt nach wie vor im Trend

„Es wird nicht mehr ganz so häufig verreist, dafür aber richtig, oder man verteilt das Budget auf mehrere Kurzreisen“, betont der Geschäftsführer des Reisebüros Schäfer. Dabei bleibt Deutschland im Trend, obwohl auch in der Heimat die Preise im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich gestiegen sind. „Das Land wird unverändert gut gebucht, vor allem Süddeutschland, Bayern und Städtereisen“, stellt Schäfer fest. Norddeutschland sei dagegen spürbar teurer geworden, Schnäppchen gebe es generell kaum noch. „Am ehesten noch, wenn man flexibel bei Zeit und Ziel ist“, hat der Reisespezialist festgestellt.

Doch die meisten Bürger wollen Preis- und Planungssicherheit. „Bevor sie spekulieren, buchen sie lieber früher und können mit einem sicheren Budget planen“, hat Christian Buer festgestellt. Trotz der angespannten Weltlage ist der Tourismusexperte sicher: „Der Deutsche spart am Ende nicht am Urlaub. Auch in Krisenzeiten sind ihm Reisen wichtig.“ 

Region Heilbronn als Urlaubsziel: Breites Angebot 

Das gilt auch für die Region. „Nach einem massiven Einbruch der Gästezahlen während der Corona-Pandemie hat sich der Tourismus inzwischen wieder erholt“, erklärt Sabine Hübel, Geschäftsführerin bei Neckar-Zaber-Tourismus. „2021 gingen die Übernachtungszahlen auf 80.000 im Jahr zurück, inzwischen sind wir wieder bei knapp 140.000 – das hat sich gut entwickelt.“

Die  Übernachtungszahlen in der Region Heilbronn steigen wieder.
Die Übernachtungszahlen in der Region Heilbronn steigen wieder.  Foto: Baum Maya

Ob Radeln im Neckartal, Wandern im Stromberg und Heuchelberg oder ein Ausflug in den Freizeitpark Tripsdrill: Die Region hat so einiges zu bieten. Beliebt sind laut Hübel vor allem authentische Erlebnisse – etwa die Begegnung mit einem Winzer im Weinkeller. „Alles, was man mit dem Thema Wein verknüpfen kann, ist so das i-Tüpfelchen.“

Darauf setzt auch die Stadt Heilbronn, die die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2024 auf 549.000 steigern konnte. Das ist ein Zuwachs von rund 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu beigetragen haben die Entwicklung des Bildungscampus und die Entstehung des Innovationsparks Künstliche Intelligenz (IPAI). Auch die neuen Hotels in der Stadt haben für wachsende Übernachtungszahlen gesorgt.

Urlauben in der Region Heilbronn: Authentische Erlebnisse

Authentische Erlebnisse finden Kurzurlauber auch in Bad Wimpfen, wie Ulrike Bauschert, Sachgebietsleiterin Tourismus, erklärt. In den malerischen Gassen der Altstadt gebe es einiges zu entdecken. „Unsere Stadtführungen erfreuen sich nach wie vor einer sehr hohen Nachfrage. Im Jahr nehmen etwa 20.000 Menschen an unseren Führungen teil.“

Auch die Kulinarik liege im Trend. „Beliebt ist beispielsweise unsere neue Stadtführung Sekt and the City.“ Dabei seien ein Getränkestopp, Häppchen und ein geselliger Abschluss im Vinosseum mit im Paket. „Im Trend liegen außerdem Aktivitäten, Entspannung und Kultur.“ Großer Beliebtheit erfreue sich auch ein Outdoor-Escape-Game, bei dem Kleingruppen mit dem Rucksack an acht Stationen in der Innenstadt Bad Wimpfens spielerisch entdecken können – „ein gutes Produkt in Richtung nachhaltiger Tourismus“.

Hintergrund: Angesichts stark gestiegener Flugpreise gehe der Trend laut Christian Buer in Richtung Reisen mit dem Auto in Deutschland, das immer noch „das beliebteste Urlaubsland der Deutschen ist“, so der Experte. „Der deutsche Tourismus hat in den vergangenen Jahren dadurch gelitten, dass er relativ teuer geworden ist, während andere Destinationen günstig geblieben sind“, sagt Buer. Vergleichsweise günstig seien zum Beispiel sogenannte Mittelstrecken-Destinationen wie Ägypten oder die Türkei. Günstig urlauben könne man derzeit auch im nordafrikanischen Raum. „Marokko ist bereits sehr beliebt, aber auch in Tunesien kann man günstig Urlaub machen“, betont Buer. Auf Urlaub verzichten will jedoch niemand. „Man gönnt sich das Reisen auch, im Einzelnen geht man vielleicht ein wenig kürzer“, stellt Claus Böhm fest. Für Tim Schäfer ist beim Preis das Ende der Fahnenstange erreicht: „Deutlich teurer wird es nicht mehr“, lautet seine Prognose.    

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