"Karacho-Ursel" ist seit den frühen Tagen Tripsdrills mit der "Altweiber-Mühle" Dauergast. Ihre Liebe zum Freizeitpark ist unübersehbar: T-Shirt, bestickter Rollator, Jutebeutel und ein Buch mit der Aufschrift "Unser Tripsdrill" gehören zu ihrem festen Inventar. In diesem Buch dokumentiert sie alle Fahrten und Erlebnisse im Park. Seit 2014 hat sie 3275 Fahrten mit der "Karacho" und ab 2020 weitere 2800 Fahrten mit "Hals über Kopf" verzeichnet. Hinzu kommen etwa 400 Fahrten mit der "Mammut". "Insgesamt war ich dann ungefähr 24.000 Mal über Kopf bei diesen Fahrten", sagt Dees und lacht. Langweilig wird es ihr dennoch nie: "Es wird immer schöner", meint sie.
Looping-Legende in Tripsdrill: "Karacho-Ursel" fährt mit 85 Jahren noch Achterbahnen
Bis zu 50 Fahrten absolviert Ursel Dees wöchentlich in den Achterbahnen "Karacho" und "Hals über Kopf" in Tripsdrill. Über 6000 Fahrten mit 24.000 Überschlägen hat sie insgesamt schon verzeichnet.
Mit voller Vorfreude, fast schon hibbelig, wartet sie am Eingang des Erlebnisparks Tripsdrill. Sie sitzt auf ihrem Rollator, auf dem vorn der Schriftzug "Karacho" prangt. Wer den als besten Themenpark Europas ausgezeichneten Freizeitpark häufiger besucht, kennt die 85-jährige Dame, liebevoll "Karacho-Ursel" genannt. Ursula Dees aus Böblingen ist im Park längst eine lebende Legende und macht ihrem Spitznamen alle Ehre.
Mit 85 Jahren Achterbahnen fahren: "Karacho-Ursel" über ihre Passion und "Medizin" in Tripsdrill
"Nicht Ursula, ich war schon immer die Ursel, und in Tripsdrill bin ich die 'Karacho-Ursel'", sagt die sympathische Dame. Fast wöchentlich kommt sie nach Cleebronn und dreht trotz ihres hohen Alters bis zu 50 Runden auf den Achterbahnen des Parks. Besonders kurios wird es, wenn man sieht, auf welche Attraktionen Dees mit ihrem Rollator zusteuert: die Katapultachterbahn "Karacho", die in 1,6 Sekunden auf 90 km/h beschleunigt und vier Loopings bietet, sowie die Hängeachterbahn "Hals-über-Kopf" mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und ebenfalls vier Überschlägen.
Den wilden Achterbahnfahrten kann die "Karacho-Ursel" einiges abgewinnen: "Das ist pure Lebensfreude", sagt sie strahlend. Doch hinter ihrer Leidenschaft steckt mehr. "Ich habe angeborene Hüftprobleme", erklärt die 85-Jährige. Schmerzmittel, starke Medikamente und eine Operation standen für sie im Raum. "Zum Glück kam es nicht dazu", sagt sie erleichtert.
"Tripsdrill bewirkt Wunder": Ursel Dees ist seit Tag eins Dauergast
"Ich bin schon mit meinem Enkel Markus nach Tripsdrill gefahren, als er noch ein Kind war", erzählt sie. Ihr Enkel, heute 26 Jahre alt, begleitet sie noch immer, schiebt seine Oma im Rollator zur Achterbahn. "Nach über 40 Jahren hatte ich plötzlich wieder Lust, Achterbahn zu fahren, und bin in
die Holzachterbahn 'Mammut' gestiegen", berichtet Dees. Ihr Arzt bemerkte die Begeisterung und empfahl ihr, auch "Karacho" zu fahren – es würde ihr guttun.
"Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, vor allem wegen der vielen Überschläge", sagt "Karacho-Ursel" lachend. "Aber nach der ersten Fahrt habe ich sofort gemerkt, dass es mir gut tut. Der ganze Körper wird ja gedehnt." Ihr Geheimnis? "Ich sitze ganz locker drin – für mich ist das die beste Medizin." Das Resultat: Seit Jahren lebt sie schmerzfrei. Nach den Fahrten fühle sie sich "frei". "Tripsdrill wirkt Wunder", sagt sie mit einem Augenzwinkern. "Früher war es der Jungbrunnen, heute ist es Karacho." Während der Winterpause des Freizeitparks mache sie Dehnübungen – bis der Park im Frühling wieder öffnet, spüre sie keine Verschlechterung.
Bis zu 50 Fahrten in der Woche: "Karacho-Ursel" in Tripsdrill Dauergast
Ursel Dees geht durch den Hintereingang direkt zur Karacho-Achterbahn. Das Personal weiß Bescheid, hält vorn einen Platz frei und hilft ihr freundlich beim Einstieg. "Sie ist eine lebende Legende", sagt eine Mitarbeiterin der Verwaltung. Deshalb darf sie sogar für mehrere Fahrten im Wagen sitzen bleiben. "Ich fahre bis zu 50 Mal mit der Achterbahn, sonst würde ich auch keinen Effekt spüren", erklärt Dees. "Mein Dank gilt vor allem den Parkbesitzern."
Während der Fahrt strahlt Dees wie ein kleines Kind, sitzt entspannt im Sitz und lässt sich vom Fahrtwind treiben. Ein obligatorisches "Viel Spaß" an den Nachbarn vor dem wilden Ritt darf natürlich nicht fehlen. Nach fünf Fahrten wurde Stimme-Videovolontär Paul Glaser, der die Achterbahnfahrten filmisch begleitete, sichtlich übel. Doch "Karacho-Ursel" hatte noch lange nicht genug.

Fans und Autogrammkarten: Ursel Dees ist eine Legende in Tripsdrill
Die Mitfahrer staunen kurz, freuen sich dann aber mit der lebensfrohen "Karacho-Oma" in der Achterbahn. Einige wollen unbedingt neben ihr sitzen, manche fragen sogar nach Selfies. Zweimal passierte dies während des Besuchs, bei dem sie von der Heilbronner Stimme begleitet wurde. Eine Frau aus Freiburg kniete sogar vor ihr nieder. Enkel Markus ließ sich nicht lumpen und druckte Autogrammkarten. "Einige Hundert sind schon weg, wir mussten nachbestellen", sagt er stolz. Kein Wunder – Dees ist inzwischen auch in Funk und Fernsehen bekannt.
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