Neue Tripsdrill-Saison: Mit der Karacho-Oma in die Achterbahn
Passend zum Saisonstart am Samstag in Tripsdrill empfangen Sonne und milde Temperaturen die Besucher. Vor allem die schnellen Fahrgeschäfte erfreuen sich großer Beliebtheit.
Wie ein Astronaut beim Raketenstart muss sich derjenige fühlen, der in die Katapult-Achterbahn "Karacho" einsteigt: In 1,6 Sekunden beschleunigt das Gefährt auf 100 Stundenkilometer. Zu denen, die es schon nicht mehr erwarten konnten, bis der Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn endlich seine Tore für die Sommersaison wieder öffnet, gehört die neunjährige Lena aus Walheim. "Da will ich gleich unbedingt rein", sagt sie. "Da kriegen mich keine zehn Pferde rein", stellt unterdessen ihr elfjähriger Bruder Marcel klar. Und ihre Mutter Sandra Gottwald weiß: "Lena ist unsere mutigste." Die Familie hat sich spontan entschieden, am Samstag gleich am Eröffnungstag hinzugehen.
22 Konfirmanden
Zu einem solchen frühzeitigen Besuch haben sich auch 22 Konfirmanden aus Winterbach entschlossen. "Hier können wir etwas gemeinsam erleben", erzählt die 13-jährige Thea, während die Gruppe gerade eine Fahrt im Tausendfüßler, einer beliebten Achterbahn, in der auch kleine Kinder ihre Freude haben. "Ich freue mich schon auf Karacho", sagt die 13-jährige Frieda.
Während es in den ersten Stationen gemächlich und ruhig bleibt, geht bei den schnellen Fahrgeschäften im hinteren Parkbereich die Post ab. Hier sitzt Ursula Dees in ihrem Rollator und genießt die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht. Die 78-Jährige ist so etwas wie ein Star in Tripsdrill. Sie ist bekannt, und Menschen machen Fotos von und mit ihr.
Achterbahn-Junkie mit 78 Jahren
Das liegt daran, dass sie ein Achterbahn-Junkie und eine begeisterte Karacho-Fahrerin ist. "2130 Fahrten habe ich bisher in der Katapult-Achterbahn gemacht", sagt die Böblingerin, die mit einem Hüftschaden lebt. Doch besonders die Loopings in der Stahl-Achterbahn tun ihrem Rücken gut. "Der Rücken wird dadurch gedehnt und die Schmerzen sind weg. Das ist meine Therapie", lacht sie und ist wöchentlich in Tripsdrill. Ihr Arzt habe ihr einst nahegelegt, dies zu probieren. "Und wenn die Rückenmuskulatur kräftig ist, fragt mich mein Physiotherapeut, ob ich vorher in Tripsdrill gewesen bin." Volker Dees fährt seine Mutter in den Freizeitpark, doch sein Fall ist die Achterbahn nicht.
Familiär
Eine mehrstündige Autofahrt hat die dreiköpfige Familie Buljevic aus dem saarländischen Landsweiler-Reden für Tripsdrill auf sich genommen. "Das ist noch ein richtig familiärer Park. Andere sind einfach zu groß für die Kids und stellen oft irgendwelche Attraktionen in die Gegend", sagt Marko Buljevic, der die Authentizität hier schätzt. Sein fünfjähriger Sohn Fabian freut sich "auf jedes Karussell".
Überschläge im Höhenflug
Die jüngste Attraktion - seit Pfingsten 2017 in Betrieb - haben Richard und Monika Kramer mit den beiden zehnjährigen Fabian und Ronja genossen. Da sie aus dem schweizerischen Kreuzlingen kommen, haben sie sich über das Wochenende in einem Baumhaus im benachbarten Wildparadies einquartiert. Jetzt steigen sie froh gelaunt aus dem "Höhenflug". Er erinnert an den Schneider von Ulm, der 1811 versucht hat, mit Hilfe eines mit eigenen Armen angetriebenen Fluggeräts zu fliegen, jedoch vom Dach der Adlerbastei in die Donau stürzte. Im "Höhenflug" kann man sich mit interaktiven Flügeln - vorausgesetzt es gelingt dem Fluggast - um die eigene Achse drehen.
Liebe zum Detail
René Decker ist ein Spezialist. Der Mitarbeiter des Freizeitparks hat 42 Überschläge in der zweiminütigen Fahrzeit geschafft. "Sobald man eine Drehung geschafft hat, muss man die Bewegung gleich mitnehmen und fortsetzen und nicht bremsen", verrät er. In diesem Themenbereich soll sich der Besucher in die Altstadt von Ulm versetzt fühlen. Die Liebe zum Detail wird - wie bei anderen Attraktionen im Park - auch hier sichtbar. Der Besucher durchschreitet ein Schneider-Atelier mit Nähmaschinen, Scheren, sowie Garnrollen in Gelb-Rot, den originalgetreuen Farben des einstigen Flugmodells. "Wir wollen es vom Thema her rund machen, und nicht irgendeine Attraktion hinstellen", sagt Birger Meierjohann, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
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