„Kostet unnötig Menschenleben“: SLK-Facharzt bezieht Stellung zum Rauchen
Jedes Jahr im September machen die Deutsche Krebshilfe, Krebsforschungszentrum und Krebsgesellschaft auf die Krankheit aufmerksam. Dieses Jahr liegt das Thema Rauchen im Fokus.
Rauchen ist tödlich. So tödlich, dass jeder siebte Todesfall in Deutschland durch Rauchen verursacht wird. Das geht aus dem aktuellen Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg hervor, der anlässlich der Krebspräventionswoche 2025 vorgelegt wurde. Die Aktion soll auf Gefahren aufmerksam machen, die die Krankheit begünstigen, dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Rauchen (und Nichtrauchen).
131.000 Menschen sind 2023 durch Rauchen gestorben. Neben Lungenkrebs verursacht Rauchen weitere Krebsarten im Mund, im Rachen, in der Speiseröhre und im Kehlkopf, ebenso wie in Darm und Magen. Außerdem erhöht Rauchen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle massiv.
Etwas weniger Todesfälle durch Rauchen in Baden-Württemberg als bundesweit
In Baden-Württemberg sehen die Zahlen nur etwas besser aus als bundesweit: Der Anteil der Todesfälle durch Rauchen liegt im Land bei 14,7 Prozent, der niedrigste Wert aller Bundesländer. Im deutschlandweiten Schnitt verursacht Rauchen 17,5 Prozent aller Todesfälle.

Je nach Datengrundlage rauchen rund 20,1 Prozent der Deutschen regelmäßig, Männer häufiger als Frauen. Dieser Anteil ist langfristig zwar stark gesunken, geht in den vergangenen Jahren aber nur noch langsam zurück.
SLK-Lungenklinik-Chefarzt: „Rauchen ist eine Erfindung der Tabakindustrie“
Im Gegenteil: In der Corona-Pandemie haben vor allem junge Menschen wieder vermehrt angefangen zu rauchen. Ein Treiber sind E-Zigaretten, die vor allem von jungen Menschen oft genutzt werden. Das zeigen Erhebungen der „Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA)“. In Belgien und Großbritannien wurden die sogenannten Vapes deshalb bereits gesetzlich verboten und dürfen nicht mehr verkauft werden.
Dr. Axel Kempa, Chefarzt der SLK-Lungenklinik in Löwenstein, hat bereits im vergangenen Herbst gegenüber unserer Redaktion deutlich Stellung gegen das Rauchen bezogen. „Rauchen ist eine Erfindung der Tabakindustrie, die unnötig Menschenleben kostet.“ Der Mensch habe weder ein natürliches Bedürfnis zu rauchen noch sei es eine jahrtausendealte Tradition, stellte er klar. „Wir Lungenärzte sind der Meinung, dass man das Rauchen auf Null zurückführen könnte.“
Sorgen über zunehmenden Anteil junger Raucher – E-Zigaretten als Ursache
Nichts sei so gesundheitsschädlich wie Zigaretten zu rauchen, sagte Kempa. Außerdem gebe es einen klaren Zusammenhang zwischen Rauchen und Herzinfarkten bei älteren Menschen. Durch Maßnahmen für den Schutz von Nichtrauchern seien diese Fälle über die Jahre zurückgegangen. „Man weiß, dass gesetzliche Maßnahmen, auf gut deutsch Verbote, wirklich helfen.“
„Wir finden das besorgniserregend, dass die Zahlen nicht deutlicher runter gehen“, sagt Kempa über den zunehmenden Anteil junger Raucher. Der Verkauf von Einweg-E-Zigaretten müsste auch in Deutschland strenger eingeschränkt werden, findet der Experte. Vape-Verbote wie in Großbritannien seien vorbildlich.
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