Die Kabelschwerlasttransporte für Stadt Neuenstadt am Kocher beginnen jeweils im Kabelzwischenlager in Heilbronn. Die zwei Kilometer langen Kabel werden mit Schwerlastentransporten größtenteils über die Autobahn A6 bis zur Abfahrt Bretzfeld, von dort weiter über Landesstraßen und schließlich über aufgerüstete Schwerlaststraßen transportiert. In der Stadt Neuenstadt am Kocher verläuft der Schwerlasttransport auf der L1088 von Brettach kommend über die Westallee bis zur L1088 und darüber die Industriestraße weiter zum Abspulplatz. Während dieses Zeitraums sind auch die Ortsdurchfahrten von Neuenstadt am Kocher, Kochertürn und Stein am Kocher betroffen.
Kritik an „Umweltsauerei“ bei Züttlingen – Suedlink stellt Havariekonzept vor
Bei Züttlingen ist Bentonit aus einer Suedlink-Bohrung ausgetreten. Grund waren geologische Hohlräume. Die Folgen sind sichtbar – und sorgen für Kritik.
Anfang Februar ist auf der Suedlink-Baustelle bei Züttlingen zu einer größeren Ausblasung des Bohrmittels Bentonit gekommen. Reiner Schweikert aus Oberkessach spricht von einer „Umweltsauerei“. Die ausführenden Firmen würde nicht fachgerecht arbeiten, so der ehemalige Bauunternehmer.
Hinter Suedlink steckt eine 700 Kilometer lange Gleichstromleitung, die Energie vom windreichen Norden in den industrie-intensiven Süden leiten soll. Im Raum Heilbronn und Möckmühl ist TransnetBW für den Bau verantwortlich. Projektsprecherin Louisa Oeltjenbruns erläutert das Havariekonzept, wie mit dem Austritt von Bentonit umgegangen wird.
Kritik an Suedlink-Baustelle bei Züttlingen: Verschlammte Felder
Aufgrund von geologischen Zerklüftungen wie zum Beispiel Karsthöhlen im Gestein könne es sein, dass das als Spülsuspension verwendete Bentonit „ausgeblasen“ wird. Dies führt zu weithin sichtbaren Verschlammungen der Felder. „Bentonit ist ein Tonmineral, das häufig in der Erdkruste vorkommt und kein stoffliches Gefahrenpotenzial beinhaltet“, erklärt Oeltjenbruns.
Dem zuständigen Landratsamt müssen solche Verunreinigungen gemeldet werden. Zudem werden die Bohrungen „stetig mit Messgeräten überprüft. Darüber hinaus finden Sichtbeobachtungen statt“, stellt die Sprecherin fest. Meldet ein Messgerät einen Druckabfall oder es wird ein Ausbläser gesichtet, wird das austretende Gemisch mit Sandsäcken, Strohballen und Platten zurück gehalten und mit einem Saugwagen aufgesaugt.
Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen wurden schon vor dem Baustart fertig gestellt. Konkret handelt es sich hierbei um Hecken und Waldränder für Brutvögel, Blühstreifen und Schwarzbrache, Nistkästen für Haselmäuse, Fledermäuse und Höhlenbrüter, sowie Wiederherstellung der Gehölze: entnommene Bäume werden ersetzt.
Schwertransporte, Kabelverlegung und logistische Herausforderungen im Bauabschnitt
„Die betroffenen Landwirte werden informiert und entschädigt“, betont die TransnetBW-Sprecherin, die auch klarstellt, dass vor den Sprengungen im Schacht Kochendorf die Anlieger jeweils informiert worden seien. Auch der Befürchtung, dass Feldwege und Straßen kaputt hinterlassen werden, tritt Louisa Oeltjenbruns entgegen:
„Der Rückbau erfolgt, sobald wir die ausgebauten Straßen nicht mehr benötigen.“ Der Abschluss der offenen Bauweise im Bereich um Möckmühl sei im Sommer 2026 geplant. Der Abschluss der Bohrungen an Jagst und Seckach sei aktuell auf Mitte 2027 terminiert.
Die Kabelzüge in der Region beginnen im April und ziehen sich bis Anfang 2027. Aktuell wird der Abspulplatz beim Buchhof vorbereitet. Für die 42 Meter langen und fast 180 Tonnen wiegenden Kabel-Schwertransporte werden Straßen und Kreisverkehre unter anderem in Neuenstadt am Kocher fit gemacht. Um besonders enge Stellen wie in Widdern manövrieren ferngesteuerte „Selbst-Fahrer“. Später werden die nicht mehr gebrauchten Straßen und Abspulplätze sukzessive rückgebaut.
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