Etliche Straßen in Region Heilbronn bleiben wegen Hochwasser vorerst gesperrt
Aufgrund der dynamischen Lage bei den Pegelständen bleiben mehrere Straßen im Raum Heilbronn vorerst gesperrt. Am Montagmorgen wurde auch der Betrieb einiger Buslinien eingestellt.

Update Mittwoch, 5. Juni, 10.30 Uhr: Die Brückenstraße ist seit Dienstag wieder freigegeben. Das teilte die Stadt Neckarsulm mit. Dadurch können die Busse wieder den Fahrplan einhalten. Laut Mitteilung der Stadt Neckarsulm bleibt es bis Freitag bei kleineren Einschränkungen. Die Haltestellen "Mühlrain Nord" und "Neckargartacher Straße" können nicht angefahren werden. Außerdem fährt die Linie 695 nicht von Obereisesheim über die Neckargartacher Brücke.
Die Neckartalstraße in Richtung Heilbronn bleibt vorerst gesperrt. Als Alternativstrecke gibt die Stadt Neckarsulm die Neckargartacher Straße an.
Erstmeldung Montag, 3. Juni: Nach dem regenreichen Wochenende, das auch in der Stadt und dem Landkreis Heilbronn für Hochwasser sorgte, entspannt sich aktuell die Situation im Straßenverkehr wieder leicht. Auf den Bundesstraßen im Landkreis herrschte am Montagvormittag freie Fahrt, einige Landesstraßen sind dagegen weiterhin gesperrt.
"Die Lage ist sehr dynamisch und kann natürlich nur nach dem aktuellen Stand bewertet werden", sagt Larissa Kurtz, stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamts Heilbronn.
Hochwasser – Feuerwehr errichtet Quick-Damm bei Obereisesheim
Stand Montagmittag sind neben der Lauffener Ortsdurchfahrt (L1103) auch die Landesstraße 720 bei Kochertürn, die L1045 bei Kochersteinsfeld sowie die L528 in Heinsheim an der Schleusenbrücke Gundelsheim gesperrt. Auch die Sperrung der Neckartalstraße (L1100) auf Höhe Obereisesheim besteht nach wie vor. Dort hat die Feuerwehr einen sogenannten Quick-Damm errichtet, weil nach Angaben der Polizei das Wasser einen Hügel geflutet hatte. Die Brückenstraße zwischen Obereisesheim und Neckarsulm wurde nach Reinigungsarbeiten am Dienstagabend wieder für den Verkehr frei gegeben.
Kein Durchkommen ist nach wie vor zwischen Eichelberg und der Evangelischen Tagungsstätte auf der Kreisstraße 2108. Diese ist wegen Hangrutschen und notwendiger Baumfällarbeiten noch bis mindestens Ende dieser Woche gesperrt, so Kurtz. Die jeweiligen Umleitungsstrecken seien vor Ort ausgeschildert.
Lage auf Straßen in Heilbronn wird kontinuierlich beobachtet
Wie lange die Straßensperrungen noch gelten werden, sei aus Sicht des Landratsamts nicht zu sagen, "da teilweise noch steigende Flusspegel zu beobachten sind", sagt die Sprecherin. Es sei aber davon auszugehen, dass die Sperrungen bis mindestens Mittwoch andauern. "Die Verkehrslage wird jeweils in enger Zusammenarbeit mit der Leitstelle Heilbronn, den örtlichen Feuerwehren und Verkehrsbehörden, der Polizei und den Straßenmeistereien des Landkreises überwacht", erläutert Larissa Kurtz. Falls erforderlich, werde an den entsprechenden Abschnitten nachjustiert.
Inwiefern sich die Verkehrsteilnehmer auch an die eingerichteten Sperrungen halten, liegt indes im Zuständigkeitsbereich der Polizei. Die kann "aufgrund der Zahl der gesperrten Straßen natürlich nicht überall kontrollieren", wie Annika Schulz von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Heilbronner Polizei betont. Wer anschließend in einer überfluteten Straße liegenbleibe, sei selbst Schuld, "helfen werden wir dieser Person aber trotzdem", so Schulz.
Polizei in Heilbronn appelliert an "Hochwassertouristen"
Aktuell habe sich die Lage auf den Straßen nach Ansicht des Polizeipräsidiums Heilbronn im Vergleich zum Wochenende zwar etwas entspannt. "Wir haben aber immer noch etliche offene Einsätze im gesamten Zuständigkeitsbereich aufgrund der zahlreichen Sperrungen", so Annika Schulz.
Was der Polizei aber akut Sorgen bereite, sei vielmehr eine Häufung des "Hochwassertourismus". Zwar sei im Zuständigkeitsbereich der Heilbronner Polizei bisher noch niemand in eine Notlage geraten, weil er sich aus Neugier zu nah ans Hochwasser begeben hat. Die Beamten appellieren aber dennoch dringend an die Vernunft der Menschen, das Geschehen - wenn überhaupt - aus sicherer Entfernung zu betrachten und sich nicht in Gefahr zu begeben.
Keine Busse zwischen Neckarsulm, Obereisesheim und Untereisesheim
Bis auf Weiteres müssen auch ÖPNV-Kunden seit dem Betriebsbeginn am Montagmorgen mit spürbaren Einschränkungen bei den Busverbindungen rechnen: Wie der Heilbronner-Hohenloher-Haller-Nahverkehr (HNV) mitteilt, wurde in Abstimmung mit der Stadt Neckarsulm und dem Landratsamt Heilbronn der Busverkehr zwischen dem Halt Bahnhof West in Neckarsulm und Obereisesheim sowie Untereisesheim wegen der Hochwasserlage komplett eingestellt.
Weiterhin planmäßig verkehren dagegen die Verbindungen zwischen dem Aquatoll und Bahnhof West in Neckarsulm. Während die Buslinie 94A komplett entfällt, beginnen und enden alle Fahrten der Busse 94 und 694 an der Haltestelle Bahnhof West.
HNV bedauert Situation aufgrund Sperrung von Neckartalstraße
Die HNV bedauere die Situation, aufgrund der Sperrung der Neckartalstraße und der Baustelle auf der üblichen Umleitungsstrecke in Heilbronn gebe es aber "keine Möglichkeit, einen auch nur ansatzweise verlässlichen Busverkehr zwischen Neckarsulm und Obereisesheim anzubieten", teilt das Unternehmen mit. Die Regelung gelte "bis auf Weiteres", so die HNV, aktuelle Informationen und Verkehrsmeldungen werde man den Kunden über die HNV-Homepagemitteilen.
Am Wochenende waren die Busse der Linien 94, 94A, 694 und 695 über Heilbronn umgeleitet worden, was zum Teil zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde führte.
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