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Vogelgrippe-Ausbruch in Spanien: Kehren manche Störche nicht ins Zabergäu zurück?

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Die Störche kehren aus ihrem Winterquartier zurück in die Region, etwa ins Zabergäu. Viele überwintern in Spanien, wo zuletzt Vogelgrippefälle gemeldet wurden – mit Folgen für die Tiere?


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Der Rückweg aus dem Winterquartier ist für viele Störche nicht mehr so lang wie früher. Denn Weißstörche überwintern heutzutage nicht mehr in Afrika, sondern in Spanien. Das liegt an den milderen Wintern.

Und manch ein Vogel hat Deutschland gar nicht verlassen, weiß Marco Lutz, Bezirksgeschäftsführer des Naturschutzbund (Nabu) in Heilbronn-Franken: „Wir sehen vermehrt, dass Störche in Baden-Württemberg überwintern, denn im Rheintal oder am Bodensee gibt es durchaus milde Temperaturen.“ Von einem Storch, der in Kupferzell nistet, ist sogar bekannt, dass er weitgehend in der Region geblieben ist oder nur sehr kurz weg war.

Vogelgrippe-Ausbruch in Spanien: Kehren manche Störche nicht in die Region Heilbronn zurück?

Die Rückkehr der Vögel in ihre deutsche Heimat ist aktuell in vollem Gange. „Nabu-Kollegen aus dem ganzen Land berichten, dass die Störche wieder da sind.“ Sorgen bereitet Lutz, dass in Spanien die Vogelgrippe ausgebrochen ist, die auch Weißstörchen zusetzt. Es könnte also sein, dass manche Tiere daran gestorben sind.

Ob sich die Krankheit merkbar auf die Zahl der Störche ausgewirkt hat, wird aber erst in ein paar Jahren sichtbar sein. „Die Entwicklung der Population war in den vergangenen Jahren auf jeden Fall sehr positiv.“

Hotspots in der Region sind Cleebronn und Tripsdrill, weitere Storchenpaare gibt es in Kupferzell und seit vergangenem Jahr in Gochsen. Im Rest der Region bleiben die Störche fern. Warum sie sich im Zabergäu wohlfühlen? Lutz schätzt, dass es an der hohen Lebensqualität sowie dem Nahrungsangebot für die Tiere liegt.

Fehlen Flächen in der Natur, nisten Störche auf Dächern

Zurück in der Heimat beginnen die Störche mit dem Nestbau, um die Brutzeit vorzubereiten. Diese beginnt ab Anfang April. Den Nestbau bekommen die Tiere selber hin, weiß Lutz. Die Frage ist eher, ob sie genug Nestgrundlagen in der Natur finden.

Falls nicht, bauen die Tiere ihr Nest auf Hausdächern, Schornsteinen und anderen Flächen. „Dabei gibt es immer gewisse Sorgen, ob die Statik passt. Ein Storchennest kann mit der Zeit sehr schwer werden“, sagt Lutz. In Deutschland sei ihm aber kein Fall bekannt, in dem tatsächlich ein Dach wegen eines Storchennests eingestürzt ist.

Hilfreich wäre es, wenn in der Natur mehr Plattformen geschaffen werden, auf denen Störche ihre Nester ungestört bauen können. „Dann würden sie von uns Menschen fern bleiben.“

In Cleebronn Storchennest von Funkmast entfernt

Allerdings sind die Tiere ohnehin streng geschützt. „Wenn ein Storch mal angefangen hat zu bauen, dann gebietet es die Rechtslage, dass man den Storch dort auch brüten lässt“, betont Lutz. Entfernt werden darf ein Nest nur mit Ausnahmegenehmigung. In Cleebronn hatte ein Fall für Aufsehen gesorgt, bei dem Mitarbeiter einer Funkmast-Firma ein Nest illegal entfernt hatten. 

Wer sich für die Tiere interessiert, kann Storchenbetreuer werden

Storchen-Liebhaber können sich beim Nabu dafür engagieren, die Bedingungen für die Tiere zu verbessern. Die Organisation bildet ehrenamtliche Storchenbetreuer aus. Die Nester in der Region seien bereits betreut.

„Landesweit können wir auf jeden Fall Storchenbetreuer-Nachwuchs gebrauchen“, sagt Marco Lutz. Für das Ehrenamt wird man von Fachleuten von Nabu und Land geschult, Vorkenntnisse sind nicht nötig. „Das kann jeder Vogelinteressierte machen.“

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