Handyverbot an Schulen: Ministerpräsident Kretschmann präsentiert neue Regeln
Baden-Württemberg will die Nutzung von privaten Handys an Schulen einschränken. Details werden diesen Dienstag präsentiert, denn Smartphones und Co. können im Schulalltag für Probleme sorgen.
Wie es mit den privaten Handys an Schulen zukünftig weitergeht, sollen alle Bildungsstätten im Land regeln müssen. Eine entsprechende Ankündigung hat das Kultusministerium vor wenigen Wochen gemacht. Nun wollen die sogenannte schulgesetzliche Regelung dazu Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Staatssekretärin Sandra Boser, Grüne Staatssekretärin im Kultusministerium, diesen Dienstag in Stuttgart vorstellen.
Ist es eine Grundschule, eine berufliche Schule für junge Erwachsene? Bei den Regeln der Schulen soll das jeweilige Alter berücksichtigt werden. Das jedenfalls kündigte das Kultusministerium vor einiger Zeit gegenüber Heilbronner Stimme an. Auch wenn verkürzt immer nur von Handyregeln die Rede ist: Es sollen alle digitalen Geräte umfasst werden.
Handyverbot an Schulen: Eppinger Gymnasium rudert auf Schüler-Initiative zurück
In der Region Heilbronn haben das Thema Handynutzung die meisten Schulen auf dem Schirm, viele haben sich klare Regeln gesetzt. Am Eppinger Hartmanni-Gymnasium ist sogar auf Initiative der Jugendlichen eine lasche Regelung zurückgenommen worden. Was älteren Jugendlichen nun positiv auffällt: In den Pausen ist seither auf dem Hof wieder viel mehr los. Das sagten Schülersprecher Ahmet Yörükce und Miriam Akyüz vor einiger Zeit. „Die Kleinen toben sich aus“, beobachtete er.
Am Gymnasium in Eppingen sind Handys wieder generell tabu. Ausnahme ist, wenn die Lehrer die Nutzung im Unterricht erlauben. Und Jugendliche der Oberstufe dürfen ihre Geräte in den Aufenthaltsräumen frei nutzen. Bis vor einem Jahr konnten die Schüler die Handys außerhalb des Unterrichts immer verwenden.
GEW zur Handyverbot: Lehrergewerkschaft begrüßt den Vorstoß
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Vorstoß des Landes, Vorgaben zu schaffen. Schulen haben zwar jetzt schon die Möglichkeit, eigene Regeln aufzustellen. „Für Schulen ist es aber hilfreich, wenn sie eine Orientierung haben“, sagt Jana Kolberg, GEW-Vorsitzende in Main-Tauber/Hohenlohe.
Für Jana Kolberg zählt mehr dazu, als nur Regeln aufzustellen, wann private Handys verwendet werden dürfen und wann nicht. Ihrer Ansicht nach geht es auch um Medienkompetenz: den Kindern zu vermitteln, wie man die Geräte sinnvoll nutzt. Schule sei nur ein Teil der Lebenswelt, Handys oft immer dabei.
Handys führen laut der GEW-Vorsitzenden immer wieder zu Schwierigkeiten, auch auf dem Schulweg. „Es gibt regelmäßig Probleme“, so Jana Kolberg gegenüber Heilbronner Stimme. Selbst Smartwatches seien nicht ohne: Eltern könnten über diese Uhren den Unterricht sogar heimlich mitverfolgen. „Es kommt alles vor“, sagt die GEW-Vorsitzende.
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