SLK-Klinik in Löwenstein vor Aus: So erging es anderen Krankenhäusern in der Region
Mit der SLK-Klinik in Löwenstein schließt bereits das vierte Krankenhaus in der Region in den vergangenen Jahren. Die Gründe sind dabei von unterschiedlicher Natur, haben aber auch Parallelen.
Die Löwensteiner SLK-Klinik soll geschlossen, die dortigen Angebote auf andere Kliniken in der Region ausgeweitet werden. Die Begründung liegt in der medizinischen Entwicklung, in politischen Vorgaben und am Investitionsbedarf sowie wirtschaftlichen Auswirkungen. Damit ist die Klinik nicht alleine, denn bereits mehrere Krankenhäuser wurden in der Region aufgegeben beziehungsweise an andere Standorte verlegt.
Dabei handelte es sich allerdings nicht um Spezialkliniken, wie im Fall von Löwenstein, sondern um allgemeine Krankenhäuser. Trotzdem gibt es mehrere Parallelen zu den einzelnen Schließungen.
Aus für Klinik in Brackenheim: Krankenhaus schreibt rote Zahlen
Schon bei der Standortschließung in Brackenheim im Jahr 2017 hieß es, schärfere Vorgaben, wachsende Personalnot und steigende Defizite seien der Grund für das Aus des Krankenhauses. Rund zwei Millionen Euro lege die Stadt jährlich drauf, hieß es in der damaligen Begründung. Das habe vor allem daran gelegen, dass der Investitionsbedarf je Patient bei kleinen Häusern höher ausfalle, so der Gesundheitsexperte Boris Augurzky, der sich zu Schließungen von kleinen Krankenhäusern geäußert hat.

Dazu haben sich parallel die Strukturanforderungen durch eine Gesetzesänderung erhöht. Krankenkassen fordern seitdem eine Mindestmenge an Operationen, sonst gibt es kein Geld. Auch muss eine Mindestausstattung vorhanden sein. Das können kleine Kliniken aber oftmals nicht gewährleisten und finanzieren. So auch in Brackenheim. Hinzu kommt, dass eine kleine Klinik für hochqualifiziertes Personal weniger attraktiv ist, es gleichzeitig aber mehr Personal je Patient braucht.
SLK-Klinik in Möckmühl sanierungsbedürftig: Neubau lohnt sich nicht
Augurzky bringt es auf den Punkt: „Die Rahmenbedingungen kleiner Krankenhäuser haben sich so verschlechtert, dass sie keine Überlebenschance haben.“ Nicht nur Brackenheim ereilt deshalb das Schicksal der Schließung, auch in Möckmühl muss 2018 das Krankenhaus ebenfalls dicht machen. Aus den selben Gründen wie bereits in Brackenheim. Zudem bestand ein großer Sanierungsbedarf am Gebäude sowie der Technik. Auf lange Sicht wäre ein Neubau notwendig geworden. Das hätte die Stadt finanziell nicht stemmen können.
Krankenhaus in Künzelsau: Standort kann wirtschaftlichem Gesundheitswesen nicht standhalten
Über Jahrzehnte hinweg war das Künzelsauer Krankenhaus eine Institution. Über 100 Jahre war es das gesundheitliche Versorgungszentrum in der Stadt und in Hohenlohe. Bis 1995 hatte das Krankenhaus unabhängig agiert, wurde dann aber unter das Dach der Hohenloher Krankenhaus gGmbH gemeinsam mit dem Standort Öhringen vereint. Die Begründung damals: Den kommunalen Klinikbetrieb konkurrenzfähiger machen und den gestiegenen Anforderungen des immer wirtschaftlicher ausgerichteten Gesundheitswesen standhalten.
Zehn Jahre später tritt die HK gGmbH der Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken bei. 2017 trennen sich die Wege bereits wieder. Doch zuvor hat der Kreistag bereits beschlossen, den Standort Künzelsau zu schließen. Am 15. November 2019 endet die Geschichte des Krankenhauses. Eigentlich sollte die Klinik erst 2023 schließen, aber aufgrund von finanziellen Defiziten kam die Schließung früher als zuerst gedacht. Fortan ist der Standort in Öhringen federführend.
Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz will Leistungen bündelt
Für Brackenheim, Möckmühl und Löwenstein sind die SLK-Kliniken Gesundbrunnen in Heilbronn und Plattenwald in Bad Friedrichshall die Anlaufstelle. Dabei teilen sie sich auf in Maximal- (Gesundbrunnen) und Spezialversorger (Plattenwald) und sollen sich dahingehend auch weiterentwickeln. Der Grund für dafür ist das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das am 1. Januar 2025 in Kraft getreten ist. Dabei sollen medizinische Leistungen gebündelt, und Doppelstrukturen abgebaut werden.
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