Personalmangel in SLK-Kinderklinik – Folgen für die Versorgung von Frühgeborenen
Die SLK-Kinderklinik in Heilbronn hat durch eine Stiftung einen starken Partner an der Seite. Trotzdem ist die Lage schwierig.
In einer Hinsicht ist die SLK-Kinderklinik in einer besseren Lage als viele andere vergleichbare Einrichtungen: Seit 15 Jahren unterstützt die Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ die Klinik. 10 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren in die Ausstattung mit modernen Geräten geflossen, die Stiftung hat Umbau- und Sanierungsprojekte mitfinanziert und engagiert sich bei der Aus- und Weiterbildung von Personal.
Zu wenig Personal für die Versorgung von Frühgeborenen in SLK-Kinderklinik: Erweiterung der Neonatologie 2018
Im Jahr 2018 ist der Erweiterungsbau an der Kinderklinik für die Neonatologie in Betrieb gegangen. Dort werden Früh- und Neugeborene versorgt, die eine besondere Überwachung und Pflege benötigen. Durch die Erweiterung wurden neue Betten auf der neonatologischen Station und der Kinderintensivstation geschaffen. Die Stiftung half bei der Anschaffung von Geräten und Mobiliar.

Durch den Hilferuf, den der Leitende Oberarzt Norbert Geier im August an die Öffentlichkeit gesandt hatte, wurde bekannt, dass inzwischen Betten auf der Station regelmäßig gesperrt sind, weil das Personal fehlt. Peter Ruef bestätigt das und sagt: „Das stimmt leider.“ Viele Kinderkliniken hätten Schwierigkeiten, den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel zu erfüllen.
Frühchenversorgung ist gut vergütet
Ein weiteres Problem droht im Bezug auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge für die Frühgeborenenversorgung von 25. Diese könnte im laufenden Jahr unterschritten werden. „Wir müssen wahrscheinlich kämpfen, um auf die Mindestmenge von 25 Kindern unter 1250 Gramm zu kommen“, sagt Thomas Weber. Die Mindestmenge ist ein vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Gesundheitswesen festgelegtes Qualitätskriterium für die Versorgung von Frühgeborenen.
Es ist erwiesen, dass Mindestmengen für Behandlungen im Krankenhaus das Risiko für Komplikationen senken. Damit droht einer der wenigen gut vergüteten Bereiche in der Kindermedizin wegzufallen. Weber sagt: „Wir hoffen, dass unser Status nicht gleich wackelt.“ In den Vorjahren habe die Zahl immer deutlich über 50 gelegen.
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