Nach riskanten Szenen bei Faschingsumzug: So reagieren Bad Wimpfen und Eppingen
Nach dem Faschingsumzug in Talheim am vorigen Wochenende steht die Sicherheit für Teilnehmer sowie junge und erwachsene Zuschauer im Fokus. Verantwortliche in Eppingen und Bad Wimpfen erklären, wie Unfälle vermieden werden sollen.
Es muss nicht gleich zu so tragischen Folgen kommen, wie beim nächtlichen Hexenumzug in Eppingen im Jahr 2018, als eine junge Teilnehmerin infolge eines Unfalls schlimme Verbrühungen erlitt. Organisatoren der Umzüge treffen auch Vorkehrungen, dass niemand sprichwörtlich unter die Räder gerät. Jüngst hat ein SWR-Bericht über Kinder, die während des Faschingsumzugs in Talheim dieses Jahr angeblich gefährliche Aktionen starteten, um an begehrtes Wurfmaterial wie Süßigkeiten zu gelangen, für Aufmerksamkeit gesorgt.
Eine Abfrage bei Veranstaltern zeigt: Die Umzüge sind sicherheitstechnisch auf hohem Niveau abgesichert, ein Restrisiko bleibt aber.
Eppinger Leiergassenumzug setzt auf „Wagenengel“ und Eigenverantwortung der Gäste
Peter Wieser von der Kolpingsfamilie in Eppingen, die den Leiergassenumzug seit fast 30 Jahren maßgeblich mitorganisiert, verweist auf das Sicherheitskonzept, das alle aktiven Teilnehmer unterschreiben müssen. Darin ist etwa geregelt, dass die Räder der Zugmaschine sowie des Anhängers und die Deichsel von den Umzugsteilnehmern „durch ausreichende Begleitpersonen, sogenannte „Wagenengel“,, gesichert werden müssen. Ferner geregelt: Der Umzug verläuft in Schrittgeschwindigkeit und der Abstand zur vorderen Gruppe sollte etwa 15 Meter betragen. „Die Gruppen sind angehalten, die Kamellen so unters Publikum zu bringen, dass keine Kinder auf die Umzugsstrecke gelockt werden“, so Wieser.
Der erfahrene Umzugs-Mitorganisator legt aber auch große Wert auf Eigenverantwortung der Gäste. Er bedauert, dass das insgesamt positive und fröhliche Gesamtbild der Faschingsveranstaltungen durch fragwürdige Aktionen Einzelner ins Hintertreffen gerät.
Faschingsumzug in Bad Wimpfen: 111 Seiten langes Sicherheitskonzept
Laut dem Bad Wimpfener Umzugsleiter Markus Weyhing ist auf der Umzugsstrecke in der Stauferstadt so viel abgesperrt, wie noch nie. Dennoch lasse es sich nicht hundertprozentig verhindern, dass Einzelne die Sperren auf der Jagd nach Süßigkeiten überwinden. Wie Peter Wieser in Eppingen, appelliert auch Markus Weyhing in Bad Wimpfen zu Eigenverantwortung. Es gelte immer noch „Eltern haften für ihre Kinder“, so der Umzugsleiter.
Das Sicherheitskonzept nehmen die Bad Wimpfener Narren demnach sehr ernst. Das entsprechende Dokument sei auf 111 Seiten angewachsen und werde ständig fortgeschrieben. So ist zum Beispiel geregelt, dass jeder Wagen von mindestes sechs Aufpassern geschützt wird. „Die haben einen geschulten Rundumblick, mit Schwerpunkt nach vorne“, so der Umzugsleiter. Ein Mindestabstand lasse sich nicht einhalten und sei wegen des Umzugscharakters auch nicht erwünscht.
Polizei, Sicherheitsdienst und Veranstalterteam sind laut Markus Weyhing per Funkgerät im ständigen Austausch. „Wir haben sogar Megaphone parat, um die Leute informieren zu können, selbst wenn kein Strom da ist.“
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