Security hat am Breitenauer See viel zu kontrollieren – Reihe von Verboten
Am Breitenauer See in Obersulm kommt es immer wieder zu Regelverstößen. Der Zweckverband setzt deshalb auf Kontrollen durch Sicherheitsleute.
Wo befindet sich was? Das ist am Breitenauer See übersichtlich ausgeschildert. Welche Regeln gelten, und was verboten ist, ist in Wort und Bild, sprich mit Icons, ebenfalls nicht zu übersehen. Und doch hat der Naherholungszweckverband Breitenauer See nun im Wasser zusätzliche Schilder angebracht. Denn Stand-up-Paddler „verirren“ sich immer wieder in den Badebereich. Das ist nicht erlaubt, weil zu gefährlich für Kinder im Wasser. Für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Badegäste braucht es deshalb Security.
24 Punkte führt die Polizeiverordnung des Landratsamts Heilbronn in Paragraph 2 „Untersagung störenden Verhaltens“ für die Benutzung des Seeufers und des Naherholungsgebiets auf. Und 22 davon werden immer wieder verletzt, sagt Silke Vosbein, Geschäftsführerin des Naherholungszweckverbands Breitenauer See – nur das Reiten und Ausübung eines Gewerbes seien vernachlässigbar.

Grill einfach in einen Abfallcontainer am Breitenauer See geschmissen
Da kogelt ein Grill am gegenüberliegenden Ufer des Badebereichs schon eine Wurzel an. Die Hungrigen vergnügen sich wohl im Wasser. Rechtzeitig habe die Security ein Feuer verhindern können. Seit 2021 gilt Grillverbot im Naherholungsgebiet. Zuvor hatte die Obersulmer Feuerwehr öfters ausrücken müssen, um glühende Asche zu löschen. „Dieses Jahr ist schon wieder ein Grill in einen Abfallcontainer geschmissen worden“, berichtet Vosbein. Durch einen aufmerksamen Besucher habe man ebenfalls rechtzeitig eingreifen können. „Das kostet richtig Geld“, weist Vosbein auf die Folgen hin, wenn die Kunststoffwanne erneuert werden muss.
Laute Musik, Shisha- und Cannabis-Rauchen: „Das unterbinden wir“, macht Vosbein deutlich. Allerdings seien diese Belästigungen, die verboten sind, nicht mehr so massiv.

Auch Katzen sind im Badebereich des Breitenauer Sees nicht erlaubt
In Sachen Hundeverbot entbrenne des öfteren Streit. „Manche Leute nehmen ihren Hund dann auf den Arm. Das geht aber nicht“, weist Vosbein darauf hin, dass man trotzdem gegen das Verbot, das von 15. April bis 30. September gilt, verstößt. Ein Gast aus Belgien, der es sich am See mit einer Katze an der Leine gemütlich gemacht hatte, musste das Tier ins Wohnmobil bringen. Die Geschäftsführerin weiß, dass im Campingpark teils massive Beschwerden von Urlaubern wegen dieses Verbots landen.

Der See sei wie ein Freibad zu sehen, in diesem seien Hunde auch nicht erlaubt, macht Vosbein deutlich. Und viele Badende wollten nun mal nicht neben Tieren schwimmen. Dabei sei nicht der komplette Uferweg für Hunde, für die auch außerhalb der Saison Leinenzwang gilt, tabu, sondern nur großräumig um die Badebuchten. „Dass Leute sich nicht daran halten, ist ärgerlich“, sagt Vosbein. Diese machten richtig Stress und seien uneinsichtig. In diesem Fall, wie bei allen anderen Verstößen, droht eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit.
Aggressiver Ton gegenüber Security – auch rassistische Vorfälle bekannt
„Der Ton ist schon sehr aggressiv. Die Security muss sich vieles anhören“, weiß Vosbein vom beauftragten Dienstleister. Sogar rassistische Äußerungen fielen – einer der Sicherheitsleute ist dunkelhäutig. „Das kann nicht sein“, stellt die Geschäftsführerin klar. „Wir verfolgen das“, die Polizei werde eingeschaltet.
Die ruft die Security auch, wenn betroffene junge Frauen es wünschen, die von Männern fotografiert werden. Auf Voyeurismus zu achten und ihn zu unterbinden, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Aufsicht. Von sexuellen Belästigungen ist Vosbein, die seit Mai Geschäftsführerin ist, jedoch nichts bekannt.
Verkehrsverstöße im Fokus: Halteverbot und Rettungswege werden überwacht
„Parkplatzmanagement muss sein“, kommt Vosbein auf einen anderen Bereich zu sprechen, in dem neben den Parkplatzeinweisern – am Wochenende sind es meistens vier – auch die Security gefragt ist. Dann, wenn im Halteverbot geparkt wird und damit Rettungswege versperrt sind. Per App gelangen Fotos und die notwendigen Daten an den Zweckverband, der den Verstoß an das Obersulmer Ordnungsamt weiterleitet. Bei großem Andrang können es 10 bis 20 Anzeigen pro Tag sein.
Je nach Frequenz der Badegäste ist der Personaleinsatz der Security am Breitenauer See gestaffelt. Wenn viel los ist, etwa an heißen Wochenenden, sind vier Sicherheitsleute im Einsatz, bis auf sechs kann laut Silke Vosbein, Geschäftsführerin des Naherholungszweckverbands, aufgestockt werden. Das sei in diesem Sommer noch nicht nötig gewesen. Dass es im Naherholungsgebiet relativ ruhig gewesen sei, schreibt sie ausschließlich dem schlechten Wetter im Juli und zum Teil im August zu. Im Juli wurden 13.000 Parkvorgänge registriert, im August 20.000. Vosbein widerspricht, dass die Beliebtheit des Ausflugsziels nachgelassen habe. An heißen Tagen habe sich der Verkehr aus Richtung Affaltrach und Willsbach gestaut.
2024 kostete der Sicherheitsdienst knapp 96.000 Euro, wie Obersulms Kämmerin Margit Birkicht mitteilt. Die hohen Personalkosten waren der Grund, warum das Online-Ticket-System wieder abgeschafft und durch ein kamerabasiertes System ersetzt wurde, gleichzeitig aber kein Eintritt mehr verlangt wird. Für 2025 sind deshalb im Etat nur 32.000 Euro für die Security eingeplant, bis Ende August wurden rund 22.000 Euro gebraucht.


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