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Gewalt gegen Tiere: Schüsse auf Katze in Möckmühl wohl kein Einzelfall

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Der Fall einer erschossenen Katze in Möckmühl hat für Aufsehen gesorgt – offenbar gibt es weitere Fälle in der Region Heilbronn. Was die Polizei Tierhaltern rät.


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Eine Katze wird in Möckmühl schwer verletzt mit zwei Projektilen im Körper gefunden – und stirbt wenig später beim Tierarzt. Der Fall, über den unsere Redaktion berichtet hat, sorgt für Aufsehen: Die Tierschutzorganisation Peta hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die den Täter überführen. Denn die Katze wurde offenbar gezielt erschossen, Röntgenbilder zeigen zwei 4,5-Millimeter starke, spitze Projektile im Körper des Tieres.

Schüsse auf Katze in Möckmühl – und auch in Offenau

Als Michael Wollert von der Tat liest, macht ihn das betroffen. „Ziemlich genau vor einem Jahr ist uns mit unserer Katze Ricky Identisches widerfahren“, sagt er. Die Familie lässt Ricky an einem Freitagabend nach draußen – und wundert sich, als der Kater abends nicht nach Hause zurückkehrt.

„Das kam gelegentlich vor, deshalb sind wir davon ausgegangen, dass er am Samstagmorgen vor der Haustür stehen wird“, sagt Michael Wollert. Doch Ricky kehrt nicht zurück, weshalb die Familie sich samstagsmorgens auf die Suche macht.

Schütze gibt zwei Schüsse auf Kater Ricky in Offenau ab

Die Familie entdeckt Ricky schließlich maunzend bei einem Nachbarn. Weil er Schaum vor dem Mund hat, vermutet Wollert anfangs eine Vergiftung. „Erst mit dem Röntgenbild wurde die Ursache sichtbar: Ein Projektil hat ihn wohl an einem Nerven am Herzen getroffen.“ In der Nacht zu Sonntag schläft der Kater den Angaben zufolge in der Anicura-Tierklinik in Heilbronn ein und stirbt. 

Auf den Röntgenbildern ist deutlich zu sehen: Zwei spitze Projektile steckten im Körper von Kater Ricky.
Auf den Röntgenbildern ist deutlich zu sehen: Zwei spitze Projektile steckten im Körper von Kater Ricky.  Foto: privat

Die Familie trauert um Ricky, denn besonders der behinderte Sohn hatte eine innige Beziehung zu dem Kater. „Die beiden waren unzertrennlich“, sagt Wollert. Er zeigt die Röntgenbilder einem Nachbarn, der im Schützenverein aktiv ist. Dessen Urteil: Der Schütze habe die Schüsse mit einem Luftgewehr abgegeben und mit so hohem Druck, dass er die Katze wohl töten wollte. Wollert erstattet Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt. 

Schüsse auf Tiere: Heilbronner Polizei rät zur Anzeige

Das Polizeipräsidium Heilbronn erfasst Taten, bei denen Menschen auf Tiere schießen. Dabei wird jedoch nicht aufgeschlüsselt, um welches Tier es sich handelt. 2021 gab es neun Fälle in der Region, 2022 waren es 14 Fälle. 2023 listet die Polizei erneut neun Fälle und 2024 sind es 20 Fälle. „Die Tendenz in 2025 ist gleichbleibend“, bestätigt Polizeisprecherin Petra Rutz.

Ob die Täter in solchen Fällen ermittelt werden, hänge von vielen Faktoren ab: ob Anzeige erstattet wurde, ob es Zeugenhinweise oder Spuren wie Projektile und Hülsen gibt oder ob Video-Aufnahmen von der Tat existieren. „In Fällen ohne Zeugen oder verwertbare Spuren ist die Aufklärung erfahrungsgemäß schwierig.“

Die Polizei empfiehlt grundsätzlich, solche Fälle anzuzeigen. Nur so können Ermittlungen aufgenommen werden und womöglich Zusammenhänge zwischen einzelnen Taten erkannt werden. In der Regel sei die Bereitschaft, solche Taten anzuzeigen, bei Tierhaltern hoch, sagt Rutz. Besonders dann, wenn Tiere verletzt oder getötet werden. 

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