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Schemelsbergtunnel vor Freigabe: Erst Festakt, dann freie Fahrt am Donnerstag

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14 Monate lang war der Schemelsbergtunnel zwischen Heilbronn und dem Weinsberger Tal voll gesperrt – nun wird Wiedereröffnung gefeiert. Ab wann der Verkehr durch die Röhre fließen soll. 


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Bis zuletzt wird am Schemelsbergtunnel zwischen Heilbronn und Weinsberger Tal geschafft. Am Dienstag wurden zum Beispiel noch Schutzplanken installiert. An diesem Donnerstag um 10 Uhr ist es dann am westlichen Eingang, also auf der Heilbronner Seite, so weit: Der Musikverein Binswangen eröffnet den offiziellen Festakt für geladene Gäste mit einem schmissigen Stück.

Auf dem Programm stehen diverse Ansprachen, unter anderem von Regierungspräsidentin Susanne Bay. Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart betreute die knapp 42 Millionen Euro teure Sanierung des 36 Jahre alten Tunnels und den Neubau des Fluchtstollens im Auftrag des Bundes. Susanne Bay fungierte als Tunnelpatin für das Großprojekt. Gleich zwei Pfarrer sind zur Segnung vor Ort. 

Schemelsbergtunnel-Wiedereröffnung: Freigabe für Verkehr als komplexer Vorgang

Wann dann tatsächlich wieder Fahrzeuge nach der 14-monatigen Vollsperrung durch das wichtige Verbindungsstück der B39 zwischen Heilbronn und dem Weinsberger Tal rollen dürfen, kann vorab nicht auf die Minute genau terminiert werden – voraussichtlich am Donnerstag in den frühen Abendstunden.

Die Umstellung sei ein komplexer Vorgang mit vielen Beteiligten, sagt RP-Projektleiter Alexander Metz. Zunächst einmal muss die Feier beendet sein und die Gästeschar den Tunneleingangsbereich wieder verlassen haben. Die Verkehrssicherung muss abgebaut werden, bis dato noch verhüllte Schilder werden freigemacht. Außerdem muss die Tunnelüberwachung an übergeordnete Leitstellen übergeben werden. 

Sanierter Schemelsbergtunnel: Einfahrbetrieb dauert vier Wochen

Sobald der Verkehr wieder durch den Tunnel rollt – üblicherweise sind es rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag – beginnt der vierwöchige Einfahrbetrieb: Die neu installierte Betriebs- und Sicherheitstechnik, die in den zurückliegenden Wochen auf Herz und Nieren geprüft wurde, wird unter fließendem Verkehr genau überwacht. Womöglich muss hier und da nachjustiert werden. Metz: „Das könnte zu einem kurzzeitig eingeschränkten Betrieb oder zu kurzzeitigen Sperrungen führen.“

Auch wenn die Fahrzeuge planmäßig am frühen Donnerstagabend wieder durch den Tunnel rollen können und nicht mehr die Umleitungsstrecke nutzen müssen: Ein wichtiges Teilstück der Umfahrung, nämlich der Einmündungsbereich der B39-Abfahrt in die L1101 bei Weinsberg wird eventuell erst am Freitag wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt. Denn Markierungen müssen herausgefräst werden, sagt RP-Projektleiter Alexander Metz. So lange bleibt dort die Vorfahrtsregelung bestehen, wie sie seit der Tunnelsperrung gilt. Erst wenn in dem Bereich alles erledigt ist, hat der Verkehr auf der L1101 wieder wie früher Vorrang.

Während der Schemelsbergtunnel-Sanierung wurden Zehntausende Meter Kabel verlegt

Zehntausende Meter Kabel wurden in den zurückliegenden Monaten im Untergrund des Tunnels verlegt, damit die 676 Meter lange Röhre den aktuellen betriebs- und sicherheitstechnischen Standards entspricht. Stetig wird im Tunnel gemessen und kontrolliert: Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeiten, Staus, Lichtdichte, Kohlenmonoxid oder Luftströmung – auf alles reagiert der programmierte Tunnel. An der Decke wurde ein neues Beleuchtungssystem installiert, die Wände erhielten eine neue Beschichtung – in der Röhre ist es nun viel heller.

Außerdem wurde parallel zum Tunnel ein Stollen in den Schemelsberg gegraben, 10.000 Kubikmeter Erde wurden herausgebaggert. Der Stollen ist inzwischen Vorschrift und dient als Fluchtweg, falls Verkehrsteilnehmer im Falle eines Brandes ihre Fahrzeuge verlassen müssen. Mit zwei Querschlägen ist der 431 Meter lange Fluchtstollen, der eine begehbare Breite von 2,25 Metern hat, an den Straßentunnel angedockt.

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