Roigheim setzt Sandra Schöll als Bürgermeisterin ein und verabschiedet Michael Grimm
In Roigheim wurde Sandra Schöll offiziell als neue Bürgermeisterin eingesetzt – ihr Ziel: die Eigenständigkeit der Gemeinde bewahren. Gleichzeitig verabschiedete sich Michael Grimm nach 23 Jahren voller Engagement und Weitblick aus dem Amt.
Zwölf aktive und noch ein paar ehemalige Bürgermeister – das hat der Heilbronner Landrat Norbert Heuser noch nie bei der Einsetzung einer neuen Amtskollegin gesehen. Wohl aber in der fast voll besetzten Authenrieth-Halle in Roigheim, wo am Samstag in einem Aufwasch die neue Bürgermeisterin Sandra Schöll in ihr Amt eingesetzt und ihr Vorgänger Michael Grimm nach fast 23 Jahren verabschiedet wurden.
Roigheim hatte eine echte Wahl mit zwei fachlich ausgebildeten Bewerbern
Selten beginnt eine Gemeinderatssitzung mit Musik, aber der Musikverein Eintracht Roigheim umrahmt die gesamte Feier. Die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Hoffmann nimmt Sandra Schöll, die am 12. Oktober mit 60 Prozent der Stimmen gewählt wurde, den Amtseid ab. „Als Michael Grimm verkündete, dass er vorzeitig Abschied nehmen will, waren wir gar nicht so hoffnungsvoll optimistisch, dass sich überhaupt ein Kandidat findet, aber am Ende hatte Roigheim sogar eine echte Wahl mit zwei fachlich ausgebildeten Bewerbern“, erinnert Melanie Hoffmann. Als Kämmerin kannte Schöll die finanziellen Herausforderungen der 1500-Seelen-Gemeinde gut. Jetzt gehe es nicht mehr nur darum, mit erhobenem Zeigefinger auf das Geld hinzuweisen, sondern auch um Ideen, wie man die lebens- und liebenswerten Aspekte erhalten und vielleicht sogar ausbauen könne.
Um 18.18 Uhr schließt Sandra Schöll denn auch schon die öffentliche Gemeinderatssitzung, doch bevor es zum gemütlichen Teil übergehen wird, sollen noch zweieinhalb Stunden mit vielen Reden und Glückwünschen, vor allem für den scheidenden Michael Grimm vergehen. Es ist an Siegfried Schwab als dienstältestem Gemeinderat, ihn offiziell zu verabschieden.

Roigheim verabschiedet Altbürgermeister Grimm: 20 Jahre Einsatz mit Weitblick
Einen Bürgermeister, der den Ort über zwei Jahrzehnte mit hohem Engagement und Weitblick geführt, Projekte nicht nur angestoßen, sondern langfristig geprägt habe. Die Sicherstellung der Eigenwasserversorgung, Baugebietserweiterungen, die viel diskutierte Restaurierung eines alten Fachwerkhauses zum Bürgerhaus oder auch der Radweg nach Möckmühl, der zumindest auf Roigheimer Seite vorbildlich ausgebaut sei, nennt er als Beispiele. „Im Gemeinderat und in der Verwaltung haben wir Sie für Ihre hohe Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit und den trockenen Humor geschätzt.“
In ihren Grußworten verraten die Redner so einiges über den Altbürgermeister. Dass Grimm, der weiterhin Mitglied des Kreistags bleibt, noch Vorsitzender vom Krankenpflegeförderverein, dem Heimatverein, der DRK Ortsgruppe und vom Förderverein Kalkofen ist, Uhren und einen guten Tropfen schätzt, mit guter Laune auch seine Kollegen rettet oder mal schnell Kopieren geht, weil das Rathaus näher an der Halle liegt als die Kirche.
Den Humor durfte er gleich beweisen, als er die Glückwunschkarten der Grundschulkinder entgegen nahm. „Nicht böse sein, der Unterschied zwischen Ruhestand und Altersheim war nicht allen klar“, meint der kommissarische Schulleiter Dirk Schwarz augenzwinkernd. Herzhaft lachten Grimm und Schöll über den Film der Kita, in der alle Kinder mit Masken der beiden auftraten. Es sei eine sehr bereichernde, sehr erfüllende Zeit gewesen mit vielen Herausforderungen, betont Michael Grimm. Seine Gefühlslage bewege sich zwischen Dankbarkeit, Reflexion und Wehmut.
Sandra Schöll startet als Bürgermeisterin in Roigheim: Eigenständigkeit im Fokus
Verantwortung übernehmen, die eigene Komfortzone verlassen und das Beste für die Gemeinde erreichen, heißt es ab sofort für Sandra Schöll. Ihr oberstes Ziel: die Eigenständigkeit Roigheims erhalten. „Dazu müssen wir uns zukunftsfähig aufstellen, und die interkommunale Zusammenarbeit ist ein Baustein.“ Mit einem eigens für sie getexteten Lied heißen ihre früheren Kollegen die neue Chefin willkommen, und von Feuerwehrkommandant Nico Büttner gibt es eine Einsatzweste mit Kennzeichnung, damit sie nicht mehr wie beim ersten Einsatz „wie Freiwild auf der Straße rumhopft“.
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