Zum Vatertag haben viele die Sonne genossen

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Ob aufs Fest oder wandern - hauptsache draußen: Viele Menschen verbringen den Himmelfahrt-Feiertag im Freien und genießen den Frühlingstag.

Von unserer Redaktion
Viele Väter nutzen den Feiertag und das sonnige Wetter auch für eine Wanderung mit der Familie wie hier bei Haberschlacht.
Viele Väter nutzen den Feiertag und das sonnige Wetter auch für eine Wanderung mit der Familie wie hier bei Haberschlacht.  Foto: Berger, Mario

So wie für viele Menschen im Kraichgau am Maifeiertag ein Abstecher auf den Eppinger Ottilienberg zum Brauch gehört, zieht es traditionell auch an Himmelfahrt viele Menschen auf den Hausberg der Stadt. Schon um die Mittagszeit, nach dem Ende des evangelischen Gottesdienstes, hat sich vor der Essenausgabe eine lange Schlange gebildet. Der Odenwaldklub und der Deutsche Alpenverein kümmern sich gemeinsam um die Bewirtung und können sich über viele Besucher freuen. Immer mehr Gäste, die meisten kommen mit dem Rad, finden den Weg.

 


Mehr zum Thema

Während Pfarrer Grützmacher vorsichtig Cailans Kopf ins Wasser taucht, hält seine Mama die Brille trocken. Das Tauffest am Breitenauer See kommt gut an.
Foto: Kunz
Stimme+
Obersulm
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Massentaufe am Breitenauer See: Fast wie einst im Jordan


Großer Andrang

Um die Mittagszeit herrscht auf dem Ottilienberg reges Treiben.
Um die Mittagszeit herrscht auf dem Ottilienberg reges Treiben.  Foto: Theuer, Franz

"Himmelfahrt auf dem Ottilienberg, das gehört für uns einfach dazu", erklärt Sven Meister, der mit seinem Kumpel Klaus Schneider mit dem Rad gekommen ist. Kaum erblicken die Freunde die vielen hungrigen Menschen, die auf ihr Essen warten, haben sie es eilig. "Schnell an die Kasse", ruft Meister Schneider, der noch sein Fahrrad sichern möchte, zu. "Das kannst Du später machen, hier klaut dir in den nächsten Minuten keiner dein Rad." Während die beiden Männer überlegen, was sie Essen möchten, haben es sich Gertrud Müller und Martha Kramer im Gras unter den Obstbäumen bequem gemacht. "Wir machen an Himmelfahrt immer eine gemeinsame Radtour", erzählt Müller, "unsere Männer machen mit Freunden eine Tour, daher haben wir vor einigen Jahren beschlossen, wir bleiben nicht zu Hause sitzen, sondern machen selbst auch was zusammen."

Neuer Boxenstopp

Der Boxenstopp der Siglinger Fußballer liegt direkt am Radweg, ideal für ein Päuschen.
Der Boxenstopp der Siglinger Fußballer liegt direkt am Radweg, ideal für ein Päuschen.  Foto: Pfäffle, Stefanie

Zufall oder Absicht? "Zufall", erklären die vier Herren in voller Radmontur, die sich am Sportplatz von Siglingen gerade mit Erfrischungsgetränken und Steak eindecken. Solche Gäste gibt es viele, kein Wunder, denn die SGM Neudenau-Siglingen hat zum ersten Mal ihren Boxenstopp am Vatertag organisiert. "Die Lage direkt am Radweg ist halt optimal, wir sehen viele, die vorbeifahren, merken, da ist was und dann gleich umdrehen", erzählt Joshua Schmitt, zweiter Vorsitzender des SV Siglingen. Im Einsatz sind die Fußballer der ersten und der zweiten Mannschaft, die nicht nur rote Würste grillen und Bier zapfen, sondern auch den Kampf gegen die Windböen aufnehmen, die immer wieder ihr Zelt davonblasen wollen.


Mehr zum Thema

An den Essensständen ist bis in den Nachmittag hinein viel los − aber nicht nur kulinarisch genießen die Besucher: Die "Windpferde", der so genannte Walking Act am Donnerstag, ziehen viele Blicke auf sich.
Fotos: Götz Greiner
Stimme+
Öhringen
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Hohenloher Genießerdorf lockt in den Öhringer Hofgarten


Festle mit Charme

Klein, gemütlich, unaufgeregt. Sebastian Hendel und sein Kumpel Christoph aus Untergriesheim finden das genau das Richtige. "Ich finde es toll, wenn die Vereine am Fahrradweg entlang so kleine Feste machen, das hat Charme", meint Hendel. Das Duo ist mit dem Fahrrad unterwegs und hat den Boxenstopp in die kleine Runde integriert. Für Familie Waczowicz aus Siglingen war es das Ziel ihrer Wanderung. "Wir wollen die Fußballer und den Sport unterstützen, außerdem seinen Geburtstag feiern", verrät Nicole Waczowicz den doppelten Jubeltag ihres Gatten Sven. Der findet das neue Fest super.

Gute Infrastruktur

Auch bei den HSG-Handballern in Neckargartach ist ordentlich was los.
Auch bei den HSG-Handballern in Neckargartach ist ordentlich was los.  Foto: Ralf Schick

Ein beliebtes Ausflugsziel ist auch das Vatertagsfest der Heilbronner HSG-Handballer in und vor der Neckargartacher Neckarhalle. Das Fest hat zwar schon eine lange Tradition, findet aber erst zum zweiten Mal bei der Neckarhalle statt, davor mehr als zehn Jahre lang beim Hundeheim in den Böllinger Höfen und früher bei einer Feldscheuer auf Neckargartacher Gemarkung. "Hier haben wir jetzt eine gute Infrastruktur mit Sanitäranlagen, Strom und Küche", sagt HSG-Vorstand Matthias Künzel.

Der 34-jährige Berufsfeuerwehrmann leitet seit der Fusion der Handball-Abteilungen von TSG und SV Heilbronn im Jahr 2020 den HSG-Verein. Derzeit, so Künzel, gibt es 469 aktive Mitglieder, darunter viele junge Handballer. Die Einnahmen aus dem Vatertagsfest und der Faschingsfeier im Februar fließen in die Vereinsaktivitäten, dazu gehören die Anschaffung von Trikots oder auch mal die Unterstützung für ein Trainingslager, erzählt der Vorstand. An einem der vielen Biertische sitzt die Familie von Jochen Täuscher aus Neckargartach. "Wir sind eigentlich, wenn wir können, immer hier beim Vatertagsfest", erzählt Täuscher, während es sich die Familie samt Bekanntschaft bei leckerem selbstgemachten Kartoffelsalat, Steaks, Pommes und Currywurst gut gehen lässt.

Günstige Lage

"Zu uns kommen viele Neckargartacher, Sontheimer und Frankenbacher", sagt Vorstand Künzel. Aber auch viele Vatertagsausflügler, die mit dem Rad einen Zwischenstopp machen. "Wir liegen hier ja auch günstig an der Neckartalachse", sagt Künzel.

39 Tage nach Ostern

An Christi Himmelfahrt feiern Christen die Rückkehr von Jesus als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel. Es wird jedes Jahr 39 Tage nach dem Ostersonntag begangen, daher fällt es immer auf einen Donnerstag. Der Feiertag leitet sich aus der Bibel ab, in der erzählt wird, dass sich der auferstandene Jesus 40 Tage lang den Jüngern und anderen Zeitzeugen zeigte und dann in den Himmel erhoben wurde. Ein neuerer Brauch ist der Vatertag. Dessen Ursprung liegt vermutlich in der Imitation des Gangs der Jünger zum Ölberg für ihre Aussendung.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben