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Massentaufe am Breitenauer See: Fast wie einst im Jordan

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Die Verbundkirchengemeinde Obersulm feiert erstmals ein großes Tauffest am Breitenauer See. Etwa 300 Menschen besuchen an Himmelfahrt den Gottesdienst im Grünen. Kinder lassen sich auch im kalten Wasser taufen.

Während Pfarrer Grützmacher vorsichtig Cailans Kopf ins Wasser taucht, hält seine Mama die Brille trocken. Das Tauffest am Breitenauer See kommt gut an.
Während Pfarrer Grützmacher vorsichtig Cailans Kopf ins Wasser taucht, hält seine Mama die Brille trocken. Das Tauffest am Breitenauer See kommt gut an.  Foto: Kunz, Christiana

Ein wahres Bild für die Götter bietet sich den Besuchern einer Premiere am Donnerstag (18.05.) am - und im - Breitenauer See. Barbara Wirth und Dirk Grützmacher stehen in schwarzer Soutane, der Affaltracher Pfarrer in dunklen Socken, die Pfarrerin des Verbunds Eschenau-Weiler-Eichelberg in weißen Flipflops, im See und bitten ihre Täuflinge zu sich ins Wasser: Die Verbundkirchengemeinde Obersulm See feiert erstmals ein Tauffest im Rahmen ihres traditionellen Himmelfahrtsgottesdiensts im Grünen.

Zwischen Null und elf Jahre alt sind die fast 30 Kinder, die der Einladung der Obersulmer Kirchen gefolgt sind. Besonders einige der Älteren nutzen die besondere Gelegenheit, sich nicht nur im Freien vor der Seekulisse taufen zu lassen, sondern wie einst Jesus im Jordan ganz ins Wasser einzutauchen.

 


Das Wasser ist ein wenig kälter als im Jordan

Kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied zum Fluss in Asien: die Temperatur. "Sch...", entfährt einem Jungen der nicht zitierfähige Fluch, als er dem sehr kühlen Nass entsteigt. Pfarrerin Wirth hat ihn dreimal komplett unter die Wasseroberfläche komplimentiert. Seine Mutter wirft ihm gleich ein buntes Badetuch mit Keith-Haring-Motiven über, starr vor Kälte nimmt er seine Taufurkunde entgegen, bevor ihn seine Familie zum Umziehen schnell wieder hügelaufwärts begleitet.

Art der Taufe ist mal was ganz anderes

Dort ist auf einem Plateau der provisorische Altar aufgebaut, davor drei Stehtische mit Taufgeschirr aus den Kirchen in Affaltrach, Eschenau und Weiler-Eichelberg. Mindestens 300 Gottesdienstteilnehmer sowie der aus allen Obersulmer Teilorten einschließlich Löwenstein zusammengestellte Posaunenchor finden auf Bierbänken Platz. Darunter die Familie Gruber aus Eschenau. "Wir fanden die Idee nett mit der Taufe am See", sagt Andrea Gruber, "weil das mal etwas anderes ist."


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Sohn Mika ist fünf Jahre alt und hat selbstständig entschieden, dass er getauft - und dabei auch eingetaucht - werden will. "Er hat das eingefordert", erzählt Vater Markus Gruber: "Er möchte getauft werden, weil er dazugehören will." Seine drei älteren Geschwister seien auch erst zu einem Zeitpunkt getauft worden, zu dem sie das Ereignis schon bewusst mitbekamen.

Patin wird Teil der Familie, Täufling Teil der Kirchengemeinschaft

Mikas Patin Nadine Massa freut sich, dass sie durch das Patenamt nun von der Freundin quasi zum Teil der Familie befördert wird: "Ich finde, das ist eine große Ehre, so eine Vertrauensperson zu sein." Und die ungezwungene Atmosphäre bei diesem Tauffest findet Massa toll.

"Warum wir Kirchen haben, ist nicht, damit wir glauben können, sondern damit wir Gemeinschaft haben", so deutet Barbara Wirth den Akt der Taufe "zweite Geburt" - in die große Kirchenfamilie.


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Pfarrer mit Entertainerqualitäten

Ein festlicher und auch sehr fröhlicher Akt, was auch den Entertainerqualitäten Dirk Grützmachers zu verdanken ist. Seine Herkunft von der Nordseeküste sowie seine Australienerfahrung kommen dem Pfarrer beim Einstimmen von "Ich lass mich taufen" nach der Melodie von "Walzing Matilda" sowie seiner Kaltwassertauglichkeit zugute.

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