Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sperrungskonzept am Stocksberg geht auf

   | 
Lesezeit  4 Min
Erfolgreich kopiert!

Nach dem großen Andrang von Ausflüglern am Beilsteiner Stocksberg geht es am Feiertag vergleichsweise ruhig zu. Zwischen 11 und 14.30 Uhr sperrten Feuerwehr und Polizei die Zufahrten zum Rodelhang, damit der Andrang auf die Parkplätze am Hang reguliert werden konnte.

von Alexander Klug und dpa

Nach dem großen Andrang von Ausflüglern samt Verkehrschaos rund um den Beilsteiner Stocksberg geht es am Mittwoch vergleichsweise ruhig zu. Wer am Feiertag auf dem Stocksberg rodeln und nicht weit laufen wollte, musste entweder früh da sein oder bis in den Nachmittag warten. Über die Mittagszeit sperrten Weinsberger Polizei und Beilsteiner Feuerwehr die Zufahrtsstraßen zum Rodelhang ab. „So wollten wir verhindern, dass der Andrang auf die Parkplätze am Hang zu groß wird“, sagt ein Feuerwehrmann. Zusammen mit einem Kameraden hält er Autofahrer an, um sie entweder auf den Parkplatz zu lotsen oder zum Umkehren zu bewegen. Am Abzweig Richtung Stocksberg aus Richtung Löwenstein hat die Feuerwehr ihre Barriere zur Seite gestellt - auch aus Richtung Prevorst und Neulautern war die Zufahrt  nicht möglich.

Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, dass die Anzahl der Tagesausflügler die Kapazitäten der Parkmöglichkeiten überschreiten würde – am Ende kamen aber deutlich weniger Menschen zum Stocksberg als am Sonntag. Tausende Besucher hatten für ein Verkehrschaos gesorgt, die Polizei hatte zahlreiche Verwarnungsgelder verhängt.

„Wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Zum Glück sind wir nicht so früh losgefahren, wie wir eigentlich wollten“, sagt Inga Nowikow und setzt Sohn Anton auf den Schlitten – Ehemann und Vater Sascha holt eine rote Plastikwanne aus dem Kofferraum des Kombis. Vom Parkplatz weiter unten am Berg machen sich viele zu Fuß auf den Weg Richtung Rodelhang. „Die paar Meter machen doch nichts, wenn es schon mal Schnee hat“, sagt Gerhard Dressel, er ist zum Spazierengehen aus Spiegelberg gekommen.

Sperrung verhindert Überlastung und Chaos

Der späte Vormittag war die spannendste Zeit des Tages am Fuße des langgezogenen Hangs. Als die Parkplätze voll waren und nicht klar war, wie viele Ausflügler noch den Stocksberg erreichen würden – habe man sich entschlossen, die Straßen zu sperren, sagt Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl. Von halb 12 bis zirka 14.30 Uhr war die Zufahrt gesperrt. „Das hat gewirkt. Ein paar haben umgedreht, ein großer Teil ist möglicherweise gar nicht erst hergekommen.“ Für die Verantwortlichen vor Ort sei das Konzept der Sperrungen ein schmaler Grat: „Auf der einen Seite wollen wir nicht ganz zumachen, aber gleichzeitig eine Überlastung und Chaos vermeiden.“ Außer der Polizei waren rund zehn Mann der Beilsteiner Feuerwehr im Einsatz – um die Vorbereitungen hatten sich Abstatter Straßenmeisterei und Beilsteiner Bauhof gekümmert. „So wollen wir auch die nächsten Tage und vor allem das nächste Wochenende angehen“, erläutert Holl. „Zumal es weiter schneien und auch kälter werden soll.“

Nicht als Spielverderber will auch sein Kollege aus Oberstenfeld, Markus Kleemann, dastehen – zumal die Zeiten gerade für Menschen mit Kindern schwierig seien. „Ich kann gut verstehen, dass viele raus wollen. Aber wenn die Wege derart zugeparkt werden, müssen wir eingreifen. Da geht die Sicherheit vor.“ Ungefähr zeitgleich mit den Beilsteinern sperrte die Oberstenfelder Feuerwehr die Straße Richtung Stocksberg.

Trübes und bewölktes Wetter

„Der heutige Tag war kein Vergleich mit Sonntag“, sagt ein Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums. Viel weniger Leute, keine Staus, keine Parkverstöße, kein Verwarnungsgeld. Dazu hätte sicher das bewölkte und trübe Wetter beigetragen, einige hätten sich schon recht früh wieder auf den Heimweg gemacht. „Aber auch das Konzept mit den Sperrungen über die Mittagszeit hat gut funktioniert.“ Der eine oder andere habe sich womöglich auch durch die Verkehrsmeldungen abhalten lassen, erläutert der Beamte.

Die Polizei war den ganzen Tag über mit einer Streife des Reviers in Weinsberg im Einsatz. Freilich hoffe man auch auf die Vernunft der Menschen, doch verlasse man sich nicht darauf. „Die Abläufe und Maßnahmen haben sich bewährt und werden bei Bedarf am Wochenende wieder zum Einsatz kommen.“


Mehr zum Thema

Winterimpressionen aus der Region
Stimme+
Beilstein
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Nach Chaos am Stocksberg: Mit Flatterband und Sperrungen gegen Rodlerandrang


Landesregierung appelliert an Vernunft der Winter-Ausflügler

Statt mit Spaß im Schnee endet der Winterausflug zuletzt für viele im Stau oder an einem überfüllten Parkplatz. Auch am Dreikönigstag rechnet die Polizei mit großem Andrang. Die Regierung appelliert an die Vernunft - doch strengere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen.

Bilder wie am vergangenen Wochenende soll es aus Sicht der Landesregierung am Dreikönigstag nicht erneut geben. Doch trotz der negativen Erfahrungen der vergangenen Tage setzen die Politiker zumindest vorerst weiter auf Appelle. „Bei allen Regeln gilt: Ohne Eigenverantwortung, Rücksicht und die Einsicht, dass es unsere gemeinsame Aufgabe und Pflicht als Gesellschaft ist, Gesundheit und Leben zu schützen, wird es nicht funktionieren“, erklärte eine Sprecherin von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag.

Auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) appellierte an die Vernunft: „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen - trotz der Sehnsucht nach Freiheit, Freizeit und Vergnügen - sich an die Regeln halten und ihren Aktionsradius einschränken.“ Mit Blick auf die hohen Infektionszahlen sei der Massenauflauf an den Ausflugsorten weder hilfreich noch sinnvoll. Das Sozialministerium werde die Situation am Feiertag mit Blick auf mögliche Verschärfungen genau beobachten, hieß es von einer Sprecherin.

Die Polizei stellt sich auf einen erneut großen Andrang ein

Die Polizei im Land stellte sich auf einen erneut großen Andrang von Winter-Ausflüglern im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb ein. So möchte das Polizeipräsidium Offenburg am Dreikönigstag noch mehr Beamte an die Schwarzwaldhochstraße schicken, wo die Verkehrsprobleme zuletzt besonders schlimm waren. Im Nordschwarzwald gab es zuletzt vielerorts chaotische Szenen auf Parkplätzen und Staus - auch wegen am Straßenrand geparkter Autos. 

Am Königstuhl bei Heidelberg reihte sich zuletzt ebenfalls Auto an Auto. Die Polizisten des Präsidiums Mannheim hätten hier ein Auge darauf und würden die Zufahrten bei Bedarf zeitweise sperren, sagte ein Sprecher. Neben Rettungswegen müsse schließlich auch der Busverkehr weiter ermöglicht werden.

Auch an den Rodelhängen und auf den Loipen der Schwäbischen Alb rechnet die Polizei erneut mit großem Andrang. Die Beamten würden verstärkt Streife fahren und darauf achten, dass Rettungswege frei bleiben, sagte ein Sprecher des Präsidiums Reutlingen. Die Gemeinde Sonnenbühl auf der Alb hat nach dem großen Ansturm der vergangenen Wochenenden erstmal genug. Tagesgäste sind gebeten, bis zum Ende des Lockdowns nicht mehr anzureisen. Neben überfüllten Parkplätzen seien achtlos weggeworfener Müll und zerstörte Loipen die Folge der vielen Winterausflügler gewesen, heißt es von der Gemeinde.


Mehr zum Thema

Blick auf den Harzort Schierke. Nach dem großen Ansturm am vergangenen Wochenende blieb es laut Polizei am Dreikönigstag relativ ruhig.
Stimme+
Oberwiesenthal/Wernigerode/Olpe
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Lage in Wintersport-Regionen trotz Feiertag etwas ruhiger


Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben