Nach Chaos am Stocksberg: Mit Flatterband und Sperrungen gegen Rodlerandrang
Verwaltung, Straßenmeisterei und Polizei wollen ein erneutes Chaos wie am Wochenende verhindern. Zur Not sollen die Zufahrtsstraßen zum Stocksberg schnell abgeriegelt werden.
Tausende Menschen sind am Sonntag auf den Stocksberg bei Beilstein gekommen, um mit Schlitten und Bob den schneebedeckten Hang hinunterzufahren. Das hatte Folgen: Lange Staus auf den Zufahrtswegen, zahlreiche Parkverstöße - am Nachmittag sperrte die Polizei sämtliche Straßen ab, um den Zustrom an Menschen zu stoppen. Ein Szenario, das Stadt, Polizei und Straßenmeisterei verhindern wollen - sie haben ein Konzept erarbeitet, um die Situation beim nächsten Mal schneller und besser in den Griff zu bekommen.
Mehr Schilder und Flatterband
Zwar sei der Stocksberg schon in der Vergangenheit ein beliebtes Ausflugsziel bei Schnee gewesen, meint der Beilsteiner Bürgermeister Patrick Holl. "Das Ausmaß von Sonntag war mir aber neu. Selbst heute sind einige Menschen auf dem Stocksberg zum Rodeln", sagt Holl am Montagnachmittag nach einem Treffen mit Polizei und Straßenmeisterei. Gemeinsam will man einem Chaos wie am Sonntag vorbeugen. So sollen Bereiche abseits der regulären Parkplätze deutlich abgesperrt werden - mit Schildern und Flatterband. "Außerdem halten wir die Sperrungen in Bereitschaft, damit wir schnell reagieren können", sagt der Bürgermeister.
Von vorneherein die Zufahrten blockieren wolle man aber möglichst nicht. "Das wäre im Vorhinein sicherlich das allerletzte Mittel, das nur zum Einsatz kommt, wenn andere Maßnahmen gar nicht funktionieren sollten."
Die Folgen von Sperrungen betreffen auch den Nachbarort Prevorst. Der Ort gehört zu Oberstenfeld im Landkreis Ludwigsburg. „Bauhof und Feuerwehr waren am Sonntag hier im Einsatz, um den vielen Tagesausflüglern die Rückfahrt zu ermöglichen, die nicht mehr bis Stocksberg weiterfahren konnten“, sagt Bürgermeister Markus Kleemann.
Mögliche Orte für Sperrungen
An drei Stellen sind am vergangenen Wochenende die Straßen Richtung Hang abgeriegelt worden: In der Nähe des Ortseingangs von Prevorst in Richtung Stocksberg, am Abzweig Richtung Stocksberg mit Parkplatz aus Richtung der Landesstraße nach Löwenstein und von Neulautern kommend, nahe der zu Wüstenrot gehörenden Lohmühle. "Dort war am Wochenende gesperrt. Ob es beim nächsten Mal exakt dieselben drei Orte sein werden, ist noch nicht entschieden", sagt Patrick Holl - zumal im Bereich Prevorst auch die Ludwigsburger Verwaltung und Polizei involviert seien. An diesen drei Orten seien erneute Sperrungen aber denkbar und möglich.
Es sei auch wichtig, erläutert der Bürgermeister weiter, dass die Sperren, so sie denn von der Ortspolizeibehörde angeordnet werden, auch personell besetzt sind. "Die Erfahrung zeigt, dass ein einsames Schild nur begrenzt etwas bringt. Es muss schon jemand an der Sperre stehen und die Zufahrt kontrollieren", sagt der Bürgermeister. Zumal es durchaus Menschen gebe, die passieren dürften - etwa Anwohner des 150-Seelen-Ortes Stocksberg oder Rettungskräfte.

Ähnliches Problem wie am Breitenauer See
Man führe derzeit viele Gespräche mit den beteiligten Behörden vor Ort, sagt der Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums, Gerald Olma, auf Nachfrage. Er sieht am Stocksberg ein ähnliches Problem wie am Breitenauer See im Sommer. "Wenn Appelle und Aufrufe nichts bringen, wird es schwierig. Dann kann es sein, dass nur die Sperrung hilft", führt er aus. Auch die eindeutige Markierung von Stellen, an denen nicht geparkt werden darf, sei wichtig. "Klar ist, dass es so wie am Sonntag nicht noch einmal ablaufen darf", sagt Olma.
"Am Katzenbuckel im Odenwald haben es die Verantwortlichen mit Einbahnstraßenregelungen probiert", erläutert der Sprecher weiter. "Allerdings mit überschaubarem Erfolg." Am besten sei am Ende, wenn die Menschen ein Einsehen hätten und sich ein anderes Ausflugsziel suchten.
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