Parkchaos hier, Rodelspaß dort
Neuer Schneefall sorgt nicht nur für Rummel auf dem Stocksberg, sondern auch für weiße Landschaften bis ins Flachland. Der Schnee in der Region lockt viele Menschen ins Freie.
Die Schneefläche ist schon von zahlreichen Kufenspuren durchzogen, trotzdem strömen immer mehr Menschen auf den Hang des Stockbergs. Der 539 Meter hohe Berg bei Beilstein ist seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel, sobald das Gras unter Schnee verschwindet. In diesem Jahr scheint der Bedarf besonders groß zu sein: Erst, als die Polizei die Zufahrtsstraßen absperrt, versiegt der Strom immer weiterer Fahrzeuge. Die Beamten klemmen zahlreiche Strafzettel unter die Scheibenwischer - die Zufahrtstraßen zum Stocksberg mussten zwischenzeitlich gesperrt werden.
"Wir sind früh losgefahren und haben noch einen guten Parkplatz bekommen", sagt Maik Enzle. Der 21-Jährige ist mit seinem Kumpel Leon aus Obereisesheim auf den Stocksberg gekommen. "Wir haben uns schon gedacht, dass es hier voll wird. Aber es ist halt einfach ein cooler Hang zum Rodeln." Wie die beiden sehen das viele andere - von kompletten Familien bis zu einzelnen Rodlern.
Polizei verteilt viele Strafzettel

"Es ist ja verständlich, dass die Leute raus wollen, wenn Schnee liegt", sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, Werner Lösch. Trotzdem sorge die große Zahl "unvernünftiger Aktionen" für einiges an Aufwand. Die bis zu acht Beamten vor Ort verteilten zahlreiche Verwarnungsgelder. "Den einen oder anderen Uneinsichtigen haben sie auch abgewiesen", sagt der Beamte. Um die Parksituation in den Griff zu bekommen, habe man in Absprache mit der Straßenmeisterei und dem Beilsteiner Bürgermeister die Zufahrten zum Stocksberg unterbrochen. "Nur noch Anwohner dürfen passieren."
Man sei auf die Situation durchaus vorbereitet gewesen, sagt Polizeisprecher Lösch. "Die Interessen gehen in so einer Situation einfach auseinander." Auch Lautsprecherdurchsagen durch die Streifenbesatzungen vor Ort und Meldungen über den Verkehrsfunk, dass die Parkmöglichkeiten erschöpft seien, hätten wenig Erfolg gehabt. "Es ist wie am Breitenauer See im Sommer. Irgendwann sind die personellen Möglichkeiten erschöpft."

Spaß mit Bob und Schlitten
Ruhiger geht es an anderen verschneiten Orten zu. Wie auch andere Biberacher Eltern sind Silka und Adrian Potempa an einen Hang in der Nähe des Förstlesparks gekommen - ihre Söhne Leon (7) und Jonas (5) sind mit von der Partie. Auf Bob und Schlitten rutschen und rodeln Groß und Klein den spärlich mit Schnee bedeckten Hang hinunter. "Optimale Schneebedingungen sind es nicht, aber Spaß haben wir trotzdem", sagt Adrian Potempa. "Und Schwierigkeiten, die Abstandsregeln einzuhalten, haben wir hier auch nicht."
Am Neckarsulmer Scheuerberg liegt auf den meisten Weinbergwegen kein Schnee mehr. Über einen der wenigen verschneiten Wege zieht Gerhard Lederer seinen Sohn Philip auf einem Schlitten. "Wir haben uns beeilt, rauszukommen, bevor alles weggetaut ist", sagt der 41-jährige Neckarulmer. Außer den beiden sind nur vereinzelt Fußgänger auf dem Neckarsulmer Hausberg unterwegs.

"Früher hatte oft jemand Glühwein dabei"
Mehr los ist auf einem Hang an der Straße Am Teuerbrünnle im Heilbronner Stadtteil Kirchhausen. Dort nutzt eine Schar Kinder die Schneeschicht auf einem unbebauten Grundstück zum Rodeln. "Wer weiß, wie lang das noch geht, da sind Pflöcke für ein Haus gesetzt", sagt ein Kirchhausener, der nicht mit Namen in der Zeitung stehen will. "Früher hatte oft jemand Glühwein dabei, das war gemütlich. Aber in Coronazeiten geht das leider nicht", erinnert sich eine Kirchhäusenerin.



Stimme.de
Kommentare
Rüdiger Peters am 03.01.2021 19:26 Uhr
Man hat doch gewusst dass es nichts bringt an die Vernunft zu appellieren, es bringt einfach nichts, die Leute halten sich halt nicht dran. Es kann nur noch über den Geldbeutel gehen vielleicht kapieren sie es dann.
Die Polizei kann nicht sagen man habe sich nicht entsprechend darauf vorbereitet und eingestellt. Man hat es ja im Schwarzwald gesehen. Warum kann man nicht rechtzeitig sowohl die Zufahrtsstraßen als auch die Hänge sperren?
difoni Niedernhall am 03.01.2021 18:08 Uhr
von Ischgl dürfen sich nicht wiederholen - sprachen die Politiker.
Kann man sich an den Breitenauer See im Sommer nicht mehr erinnern?
Ist halt Wahljahr, da will keiner anecken!
nico wenzel am 04.01.2021 11:55 Uhr
Ich hätte es besser gefunden, die Maßnahmen der Polizei besser zu erkären.
Wo ist das Problem:
War es ein Parkkaos oder wurden Corona Bestimmungen nicht eingehalten.
Im Bericht der Heilbonner Stimme steht, der Verkehr und das wilde Parken war das Problem und nicht CoronaRegeln.
Auf Facebook geht es nur um Corona.
Leider vermisse ich eine klare Aussagen von der Heilbronner Stimme und Polizei. Was ist das Problem gewesen!!!