Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Parkchaos hier, Rodelspaß dort

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Neuer Schneefall sorgt nicht nur für Rummel auf dem Stocksberg, sondern auch für weiße Landschaften bis ins Flachland. Der Schnee in der Region lockt viele Menschen ins Freie.

von Alexander Klug

Die Schneefläche ist schon von zahlreichen Kufenspuren durchzogen, trotzdem strömen immer mehr Menschen auf den Hang des Stockbergs. Der 539 Meter hohe Berg bei Beilstein ist seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel, sobald das Gras unter Schnee verschwindet. In diesem Jahr scheint der Bedarf besonders groß zu sein: Erst, als die Polizei die Zufahrtsstraßen absperrt, versiegt der Strom immer weiterer Fahrzeuge. Die Beamten klemmen zahlreiche Strafzettel unter die Scheibenwischer - die Zufahrtstraßen zum Stocksberg mussten zwischenzeitlich gesperrt werden.

"Wir sind früh losgefahren und haben noch einen guten Parkplatz bekommen", sagt Maik Enzle. Der 21-Jährige ist mit seinem Kumpel Leon aus Obereisesheim auf den Stocksberg gekommen. "Wir haben uns schon gedacht, dass es hier voll wird. Aber es ist halt einfach ein cooler Hang zum Rodeln." Wie die beiden sehen das viele andere - von kompletten Familien bis zu einzelnen Rodlern.


Mehr zum Thema

Ein Polizist spricht an der Straße zwischen Wernigerode und Schierke mit einem Autofahrer. Die Polizei hat die Ortseinfahrt nach Schierke gesperrt, um ein Verkehrschaos zu verhindern. In den vorangegangenen Tagen waren zahlreiche Ausflügler dorthin unterwegs.
Stimme+
Torfhaus/Winterberg/Thalfang
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Volle Parkplätze, Staus, Strafen - Wochenend-Ansturm in Bergregionen


Polizei verteilt viele Strafzettel

Auch die Polizei ist vor Ort. Zwischenzeitlich mussten die Zufahrtstraßen zum Stocksberg  gesperrt werden. Foto: Mario Berger.
Auch die Polizei ist vor Ort. Zwischenzeitlich mussten die Zufahrtstraßen zum Stocksberg gesperrt werden. Foto: Mario Berger.

"Es ist ja verständlich, dass die Leute raus wollen, wenn Schnee liegt", sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, Werner Lösch. Trotzdem sorge die große Zahl "unvernünftiger Aktionen" für einiges an Aufwand. Die bis zu acht Beamten vor Ort verteilten zahlreiche Verwarnungsgelder. "Den einen oder anderen Uneinsichtigen haben sie auch abgewiesen", sagt der Beamte. Um die Parksituation in den Griff zu bekommen, habe man in Absprache mit der Straßenmeisterei und dem Beilsteiner Bürgermeister die Zufahrten zum Stocksberg unterbrochen. "Nur noch Anwohner dürfen passieren."

Man sei auf die Situation durchaus vorbereitet gewesen, sagt Polizeisprecher Lösch. "Die Interessen gehen in so einer Situation einfach auseinander." Auch Lautsprecherdurchsagen durch die Streifenbesatzungen vor Ort und Meldungen über den Verkehrsfunk, dass die Parkmöglichkeiten erschöpft seien, hätten wenig Erfolg gehabt. "Es ist wie am Breitenauer See im Sommer. Irgendwann sind die personellen Möglichkeiten erschöpft."

Die dünne Schneeschicht auf einem Hang in der Nähe des Biberacher Förstlesparks reicht einigen Biberachern zum Rodeln.
Fotos: Alexander Klug
Die dünne Schneeschicht auf einem Hang in der Nähe des Biberacher Förstlesparks reicht einigen Biberachern zum Rodeln. Fotos: Alexander Klug  Foto: Klug, Alexander

Spaß mit Bob und Schlitten

Ruhiger geht es an anderen verschneiten Orten zu. Wie auch andere Biberacher Eltern sind Silka und Adrian Potempa an einen Hang in der Nähe des Förstlesparks gekommen - ihre Söhne Leon (7) und Jonas (5) sind mit von der Partie. Auf Bob und Schlitten rutschen und rodeln Groß und Klein den spärlich mit Schnee bedeckten Hang hinunter. "Optimale Schneebedingungen sind es nicht, aber Spaß haben wir trotzdem", sagt Adrian Potempa. "Und Schwierigkeiten, die Abstandsregeln einzuhalten, haben wir hier auch nicht."

Am Neckarsulmer Scheuerberg liegt auf den meisten Weinbergwegen kein Schnee mehr. Über einen der wenigen verschneiten Wege zieht Gerhard Lederer seinen Sohn Philip auf einem Schlitten. "Wir haben uns beeilt, rauszukommen, bevor alles weggetaut ist", sagt der 41-jährige Neckarulmer. Außer den beiden sind nur vereinzelt Fußgänger auf dem Neckarsulmer Hausberg unterwegs.

In Kirchhausen nutzen Groß und Klein in der Straße Am Teuerbrünnle ein freies Grundstück für ein bisschen Rodelspaß.
In Kirchhausen nutzen Groß und Klein in der Straße Am Teuerbrünnle ein freies Grundstück für ein bisschen Rodelspaß.  Foto: Klug, Alexander

"Früher hatte oft jemand Glühwein dabei"

Mehr los ist auf einem Hang an der Straße Am Teuerbrünnle im Heilbronner Stadtteil Kirchhausen. Dort nutzt eine Schar Kinder die Schneeschicht auf einem unbebauten Grundstück zum Rodeln. "Wer weiß, wie lang das noch geht, da sind Pflöcke für ein Haus gesetzt", sagt ein Kirchhausener, der nicht mit Namen in der Zeitung stehen will. "Früher hatte oft jemand Glühwein dabei, das war gemütlich. Aber in Coronazeiten geht das leider nicht", erinnert sich eine Kirchhäusenerin.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben