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Interview

SLK-Chefarzt: "Auf Mutationen wird kaum untersucht"

  
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Deutschlands Intensivmediziner fordern eine sofortige Rückkehr in den Lockdown, um einen starken Anstieg der Patientenzahlen in der laufenden dritten Welle zu verhindern. Über die Rolle von Mutationen des Coronavirus weiß man dabei offenbar weniger als gedacht.

Wolfgang Linhart
Foto: privat
Wolfgang Linhart Foto: privat

Deutschlands Intensivmediziner forderten am Montag eine sofortige Rückkehr in den Lockdown, um einen starken Anstieg der Patientenzahlen in der laufenden dritten Welle zu verhindern. Professor Wolfgang Linhart, Ärztlicher Direktor des SLK-Klinikums am Gesundbrunnen, sagt, Prognosen über die Entwicklung der Patientenzahlen bei SLK seien kaum möglich.

 

Die Anzahl der Covid-Patienten auf den SLK-Stationen ist aktuell niedrig. Womit rechnen Sie um Ostern?

Wolfgang Linhart: Das ist schwer zu sagen. Zum einen hoffen wir auf einen positiven Effekt durch die doch schon weit fortgeschrittenen Impfungen in Heimen. Zum anderen wissen wir nicht, welche Rolle die Mutation B117 bei uns spielt. Die Infektionszahlen steigen aktuell ja sehr schnell. Zwei bis drei Wochen später wirkt sich das in den Krankenhäusern aus. Ich verstehe sehr gut, dass die Intensivmediziner einen dramatischen Anstieg präventiv verhindern möchten.


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Warum wissen Sie so wenig über die Mutation? Es hieß doch aus dem Sozialministerium vor einigen Wochen, alle positiven Proben im Land würden auf Mutationen untersucht.

Linhart: Dem ist leider nicht so, dazu fehlen schlicht die Kapazitäten in den Laboren. Wir schicken nur wenige Proben an ein externes Labor zur Untersuchung – meist entscheidet dabei das Gesundheitsamt mit. Wir selbst können keine sogenannten Sequenzierungen durchführen, das Verfahren ist aufwendig.

 

Macht Ihnen die Aussicht auf viele Osterurlauber auf Mallorca Sorge?

Linhart: Auf die Konsequenzen bin ich wirklich gespannt. Das kommt einem Experiment gleich.

 

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