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Zum Schulstart können Lehrerausfälle nicht kompensiert werden

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Gewerkschaft sieht angespannte Lage in Schulen. Sehr ernst ist die Situation an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

Kinder sollen nicht in die Röhre schauen: Lehrervertreter fürchten, dass die Unterrichtsversorgung schwierig wird, sobald Pädagogen krank werden.
Kinder sollen nicht in die Röhre schauen: Lehrervertreter fürchten, dass die Unterrichtsversorgung schwierig wird, sobald Pädagogen krank werden.  Foto: Bernd Weißbrod

Lehrer hatten mit einer angespannten Lage zum Schuljahresstart gerechnet, und diese Situation ist nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch eingetreten. Von einem "herausfordernden Beginn" spricht GEW-Kreissprecher Harald Schröder: "Die Lehrerversorgung vieler Schulen ist knapp."

Üblicherweise verbessert sich die Situation während eines Schuljahrs nicht. Im Gegenteil: Lehrer werden schwanger und fallen aus, in den kälteren Monate werden auch Pädagogen krank.

 


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Mit dieser Lehrerversorgung hat der Unterricht nach den Sommerferien begonnen

Wenn man mit 100 Prozent der Lehrer in ein Jahr starte, könne man keine Ausfälle kompensieren, sagt Harald Schröder. Er geht nicht davon aus, dass sich die Lage bessert. Im Gegenteil, er erwartet schwierige Zeiten, sobald im Herbst und Winter einzelne Lehrer ausfallen.

Alle Schulen seien davon betroffen, einigermaßen gut sehe es an den Gymnasien aus. "Sie stehen noch relativ stabil da", sagt der GEW-Vertreter. Die Politik hatte gehofft, Quereinsteiger für die Klassenzimmer zu gewinnen. Zumindest in der Region Heilbronn ist dies aus Sicht von Harald Schröder nicht gelungen. Deutlich weniger Quereinsteiger als erwartet seien gestartet. Genaue Zahlen nennt er nicht. Grund für den Reinfall: Schulen in der Region Heilbronn seien für solche Personen nicht attraktiv.

Vor allem die Sonderpädagogischen BIldungs- und Beratungszentren sind betroffen

Schon eine längere Zeit als sehr ernst bewertet wird die Situation an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Zuletzt habe dort die Versorgung nur deshalb einigermaßen aufrechterhalten werden können, weil Lehrer ohne Ausbildung angestellt worden seien, sagt Harald Schröder. Dieser Personalmangel wirkt sich auf den Unterricht an Regelschulen für jene behinderten Schüler aus, die dort gezielt gefördert werden sollen (Inklusion). Man werde einem Organisationerlass nicht gerecht, sagt der GEW-Vertreter. Im Schnitt stünden den Kindern sieben zusätzliche Lehrerstunden für sonderpädagogische Unterstützung vor Ort zur Verfügung, sie bekämen aber nur eine. "Das wird den Schülern nicht gerecht", sagt Harald Schröder - und auch nicht den Lehrern an diesen Regelschulen.

 


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