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Wie Schulen in der Region mit dem Nahost-Konflikt umgehen

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Schulen in der Region spüren beim Nahost-Konflikt großen Gesprächsbedarf seitens der Schüler. Von Anfeindungen wie in der Hauptstadt ist Verantwortlichen nichts bekannt, es gibt jedoch einen Vorfall.

Der Nahost-Konflikt hat die Schulen erreicht. Lehrer merken, dass Kinder und Jugendliche Fragen dazu haben. Pädagogen tauschen sich verstärkt untereinander aus, um die Situation sicher zu meistern. Von größeren, öffentlichen Anfeindungen auf Schulhöfen, wie beispielsweise in Berlin geschehen, ist den Verantwortlichen in der Region nichts bekannt. Mindestens ein Vorfall trübt allerdings das Bild.

Eine Toilette zertrümmert, dazu ein Schriftzug, der auf einen propalästinensischen Verursacher hindeutet: So sah es jüngst in einer Schule in der Region aus. Die Schulleitung schildert es im Gespräch mit unserer Zeitung vertraulich, vom Vorfall wissen an der Schule nur wenige. Wer hinter der Tat steckt, ist aber nicht klar. Eines treibt die Verantwortlichen dieser Schule allerdings um: der Antisemitismus bei einigen Menschen mit Migrationshintergrund, der nicht zu verleugnen sei.

 


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Lehrer bilden sich fort: So gehen Schulen mit dem Nahost-Konflikt um

Keine Kundgebung, kein Polarisierung: So schildert eine Schule aus dem Landkreis Heilbronn die Lage. Kolleginnen hätten sich zum Nahost-Konflikt "sehr genau und gewissenhaft in die Zusammenhänge eingearbeitet", schon vor den Herbstferien habe es eine Fortbildung gegeben. Die Schulung gehe weiter, alle Kollegen sollen so erreicht werden. "Die Schülerinnen und Schüler haben das Bedürfnis, darüber zu sprechen, und wir Lehrerinnen und Lehrer sollten darüber mit gebotener Neutralität als Fachleute Rede und Antwort stehen können", so die Einschätzung der Schulleitung.

Das sieht Viviane Kalisch genauso. Sie ist Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats. Von negativen Vorfällen sei dem Gremium nichts bekannt. Fragen zum Konflikt, Kritik an Israel oder der Hamas könnte es jederzeit geben: Sie geht davon aus, dass alle Lehrer gewappnet sind, entsprechend zu reagieren.

Schule im Landkreis schafft Friedensecke für Gedanken der Schüler

Bereits mit Beginn des Ukraine-Krieges war es einer Schule im Landkreis wichtig, die Ängste und Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und Ansprechpartner zu sein. "Damals entstand eine Friedensecke", so der Schulleiter, der namentlich nicht genannt werden will. Dort konnten Hoffnungen, Wünsche und Sorgen der Schüler eingebracht werden. "Mit dem Nahost-Konflikt haben wir in der Tat zuerst überlegt, welche Reaktionen bei Schüler mit entsprechender Herkunft eventuell entstehen könnten", sagt er. "Der Blick in unser Land zeigt ja sehr deutlich, wie viel Hass gegenüber Juden vorhanden ist." Die Friedensecke sei aufgebaut worden. Eine Litfaßsäule daneben diene zur Information. Tendenziell beobachtet er, dass jüngere Schüler das Thema Krieg sehr belastet, sie würden diese Ecke gern nutzen. "Es gibt eine kleine Anzahl, vorwiegend ältere Schüler ab Klasse sieben, die mit einer vorgefertigten und auch klaren Meinung hierzu in die Schule kommen."

 


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An der Dammrealschule in Heilbronn registriert Rektor Slawomir Siewior "einen großen Redebedarf seitens einiger Schülerinnen und Schüler". Er berichtet von Äußerungen, die der Berichterstattung in Deutschland eine Einseitigkeit vorwerfen und dass diese nicht zutreffend sei. Er betont: "Dies wird allerdings vernünftig diskutiert, in einem adäquaten Ton, und die Schülerinnen und Schüler sind offen für die Materie." Manches werde aus den sozialen Medien aufgeschnappt, sagt er. Daraus entstünden allerdings "gewinnbringende Diskussionen". Schule sei schließlich dazu da, "um auch solche aktuellen Konflikte pädagogisch und didaktisch zu beleuchten". Slawomir Siewior betont: "Als tolerante Schule, die viele unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen beherbergt, ist es uns auch wichtig, dass sich jeder Einzelne wohlfühlt und seinen Horizont erweitert." Wichtig sei es, "dass wir unsere demokratischen Werte kommunizieren, denn die Schule ist ja bekanntermaßen einer der Startpunkte für lebenslanges Lernen, und Offenheit sowie Toleranz sind wichtige Kompetenzen".

Demokratieerziehung ist aus Sicht von Schulen wichtiger denn je

Kinder haben Fragen, gerade jüngere trauten sich aber nicht, diese zu äußern: Altersgerecht gingen die Kollegen an der Heinrich-von-Kleist-Realschule mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten um, sagt Rektorin Melanie Haußmann, die zugleich eine der Geschäftsführenden Schulleiterinnen in Heilbronn ist. Thematisiert werde nicht nur Krieg, zugleich frage man: Was benötige es für Frieden? Ihre Kollegen reden untereinander darüber, wie sie jeweils das Thema aufgreifen. "Wir müssen als Schulen damit umgehen", sagt Melanie Haußmann, "wir müssen einen Weg finden, damit umzugehen." Sie betont: "Kinder wollen die Welt erklärt haben." Als ein positives Zeichen wertet sie, dass an der Gedenkfeier zum Jahrestag der Zerstörung Heilbronn Anfang Dezember viel mehr Schulen als sonst teilnehmen wollen. Andernorts schlagen Proteste um, wird Hass gefeiert oder ein Kalifat für Deutschland gefordert. Melanie Haußmann weiß: "Demokratieerziehung ist wichtiger denn je."

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine 2022: In Schulen würden schon immer Konflikte hineingetragen, sagt Harald Schröder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Darauf müssten Lehrer reagieren, sagt der GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn. Der jüngste Nahost-Konflikt und Proteste, bei denen die Hamas gefeiert wird, rütteln aber an den Grundmauern der Gesellschaft: "Das kann einen Lehrer überfordern."

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