Schädliche Sumpfkrebse sind nicht in Sulm und Nonnenbach gewandert
Die Amphibienzäune am Breitenauer See können wieder abgebaut werden. Sie haben nicht viel genutzt. Die artfremden Eindringlinge haben sich beim Ablassen des Breitenauer Sees im Schlamm eingegraben und sind nicht in die Flüsse gewandert.

Weder in der Sulm noch im Nonnenbach haben sich invasive Flusskrebse angesiedelt, die die biologische Vielfalt gefährden könnten. Regierungspräsidium (RP) und Wasserverband Sulm hatten befürchtet, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs könnte durch das Ablassen des Breitenauer Sees für die Sicherheitsüberprüfung in andere Gewässer wandern. Das ist nicht geschehen, wie die umfangreiche Kartierung von Sulm und Nonnenbach zeigt, die im Rahmen einer Masterthesis erfolgte.
Es gibt noch heimische Steinkrebse
Die Amphibienzäune können nun abgebaut werden, wie der Wasserverband Sulm mitteilt. Das Regierungspräsidium hatte diese "Fallen" angeordnet, weil es eine große Gefahr sah, dass der schädliche Eindringling mit dem abfließenden Wasser aus dem See in die Bäche übersiedelt. Im Nonnenbach gibt es noch heimische Steinkrebse, die es zu schützen galt. Auch im Oberlauf der Sulm zeigte die Evaluierung Bestände von Steinkrebsen. Auch eine Wanderbewegung entgegen der Strömung in Richtung Vorsperre des Hochwasserrückhaltebeckens sollte verhindert werden.
Kosten von 60.000 Euro
Auf zweieinhalb Kilometern waren die Zäune um den halben See herum im Herbst 2020 aufgestellt worden. Kostenpunkt: rund 60.000 Euro. Aber: Es tauchten keine Sumpfkrebse am Schutzzaun auf. Nur einige wenige Exemplare wurden in den Sammeleimern entdeckt. Der Wasserverband vermutet, dass Spaziergänger diese einsammelten.
Die Landesbehörde hatte gehofft, dass der Schädling durch das Ablassen des Hochwasserrückhaltebeckens ausgerottet werden könnte. Statt an Land zu gehen, vergruben sich die Sumpfkrebse jedoch im Schlamm des Seegrunds. Bei den Kontrollen des Gewässerökologen und des RP wurden mehrfach Krebse in Uferhöhlen und unter Steinen im nördlichen und östlichen Seebereich entdeckt. Beim Abfischen im April 2021 waren etwa 9000 artfremde Eindringlinge in den Keschern gelandet und waidgerecht getötet worden.
Seit vergangenen Oktober wird der See wieder angestaut. Inzwischen ist er wieder zu einem Viertel gefüllt. Dafür haben die vielen Niederschläge gesorgt.
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