Stimme+
Region
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Polizei unterstützt Heilbronner Landratsamt bei der Registrierung der Flüchtlinge

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Weil den Behörden Personal fehlt, läuft die Registrierung der ukrainischen Flüchtlinge nur schleppend. Während Heilbronn nun ganz auf die Fingerabrücke verzichtet, hat sich das Landratsamt Unterstützung geholt. Geld gibt es trotzdem für die Flüchtlinge.

Flüchtlinge aus der Ukraine erreichen Deutschland.
Flüchtlinge aus der Ukraine erreichen Deutschland.  Foto: Annette Riedl/dpa

Hinweis: Für Nutzer aus der Ukraine stellen wir diesen Inhalt kostenlos zur Verfügung.

Fünf Wochen nach Kriegsbeginn sind in der Stadt und im Landkreis Heilbronn mehr als 2200 Flüchtlinge aus der Ukraine erfasst. Die Registrierung stellt die Behörden vor große Herausforderungen. Es fehlt an Personal, ausgeschriebene Stellen können nicht besetzt werden. Die Behörden sind am Limit, auch weil derzeit viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen. Während im Landratsamt deshalb jetzt Polizisten aushelfen, verzichtet die Heilbronner Verwaltung vorläufig auf die offizielle Registrierung und erfasst die Ukrainer zunächst nur noch.

Heilbronn habe verhältnismäßig viele Menschen aufgenommen, erklärt Achim Bocher, Leiter des Amts für Familie, Jugend und Senioren. "Die Aufnahmequote liegt weit über dem, was eine Stadt dieser Größe aufnehmen müsste." Das Land spreche von 35.000 Geflüchteten bislang, laut Königssteiner Schlüssel würden etwas mehr als ein Prozent davon Heilbronn zugewiesen, also etwa 360 Menschen. Tatsächlich waren am Freitag 647 ukrainische Flüchtlinge erfasst.


Mehr zum Thema


Behördenmitarbeiter kommen an ihre Grenze

Im Landratsamt Hohenlohekreis waren Ende der Woche rund 850 Flüchtlinge aus der Ukraine gemeldet. Allein 350 davon wurden in der Großen Kreisstadt Öhringen auch für die Kommunen Pfedelbach und Zweiflingen registriert. Auch hier kommen die Behördenmitarbeiter personell und mental an ihre Grenzen.

Alle Ämter sind weiterhin auf der Suche nach passendem Wohnraum, auch wenn die Mehrzahl der Flüchtlinge privat unterkommt. Oft jedoch nur vorübergehend - sukzessive steigen derzeit die Anfragen nach Wohnraum für Flüchtlinge von Gastgebern bei der Stadt Heilbronn. "Wir müssen uns auf beiderlei vorbereiten: Geflüchtete, die bisher in privaten Unterkünften leben, und auf Zuweisungen", erklärt Achim Bocher. Etwas mehr als 200 Menschen seien in den letzten Wochen vom Land geschickt worden.


Mehr zum Thema

Herzlich willkommen: Dieses Hinweisschild führt ukrainische Flüchtlingen in Künzelsau auf den richtigen Weg. Wie viele Menschen in den nächsten Tagen und Wochen kommen? Keiner weiß es so genau.
Foto: Armin Rössler
Stimme+
Hohenlohe
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Ämter in Hohenlohe kommen bei Registrierung der Flüchtlinge an ihre Grenzen


Unterstützung für Gastgeber

Finanzielle Unterstützung für Gastgeberfamilien gibt es nicht, aber man könne beispielsweise mit einem offiziellen Untermieterverhältnis den finanziellen Aufwand für die Helfer abfedern. Im Hohenlohekreis können Privatpersonen, deren ukrainische Mitbewohner registriert sind, bei den Gemeinderverwaltungen rote Säcke abholen, um die zusätzliche Müllmenge kostenneutral zu entsorgen.

Außerdem können Flüchtlinge auch ohne offizielle Registrierung staatliche Leistungen beziehen, wenn sie diese beantragen. Rund 400 Menschen erhalten in Heilbronn Unterstützung, die Verwaltung hat das Personal für die Bearbeitung aufgestockt. Das Landratsamt Heilbronn hat bislang erst 100 Anträge auf Leistung bewilligt, mehr als 300 laufen noch. Man zahle aber Vorschüsse: "Wir suchen pragmatische Lösungen", erklärt Landrat Norbert Heuser.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben